Dampflok fuhr auch bei Eis

Dirk Walter: „ICE-Züge fallen aus“; Titelseite 23. Dezember

 „Störungen – nichts Neues bei der Bahn. Mit viel Fingerspitzen-Gefühl hat die Mehdorn-Truppe ihre Protz-Züge gekauft. Früher lautete eine Werbung ,Wir fahren immer‘, jetzt müsste man sagen ,nur, wenn’s geht‘. Ein böser, ungeplanter Kälte-Einbruch war die Ursache. Und die Bahn hatte mit einem physikalischen Problem zu kämpfen: Das Wasser in bodennahen Leitungen ist eingefroren. Vielleicht sollte die Bahn ihre ICEs nur bei schönem und warmem Wetter fahren lassen und sonst den Fahrplan an jedem Morgen neu festlegen. Aber, bei unseren neuen hochmodernen S-Bahn-Zügen gab’s auch ein Brems-Problem, das auftauchen kann, wenn sich Herbst-Laub frech auf die Schienen legt. Hier hat man einfach vergessen, für Not-Bremsungen Besandungs-Rohre einzubauen, die ein schnelles Bremsen ermöglichen. Als wir nach 1960 einen strengen Winter mit zirka 35 Grad Minus hatten, kamen die Züge aus Kochel und Garmisch zwar mit Verspätung, aber nur, weil die Weichen zugeschneit oder eingefroren waren. Die Lokomotiven haben einwandfrei funktioniert. Ich empfehle den verantwortlichen Ingenieuren, Einkäufern und Entscheidern dringend den Besuch des Deutschen Museums in München oder des Verkehrsmuseums in Nürnberg: Dort können Sie funktionierende Eisenbahn-Technik des 19. Jahrhundert sehen: Zwar haben damals alle Loks gedampft, aber sie konnten auch bei Kälte fahren und gescheit bremsen. Dort könnte man sich Anregung für sichere Züge holen.“

 Michael Parchainski Feldafing

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