Türken in Deutschland

Deutsch-Türken klar für Erdogan; Titelseite, Mike Schier: Türkisches Drama; Can Merey: Erdogans Sieg spaltet die Türkei; Im Blickpunkt, Urlaub in der Türkei: Ja oder Nein?; Geld & Markt 18. April

Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass Urlaub in der Türkei keine Option ist und sei es auch noch so billig. Es hat wohl niemand Lust, unter einem Führer Urlaub zu machen. Aber diese Frage stellt sich auch nicht, denn sicherlich werden die in Deutschland lebenden Türken, die mit Ja für Erdogan gestimmt haben, in den Luxushotels Urlaub machen. Somit ist das Problem des Leerstandes der Hotels ja behoben.

 Ingeborg Deubler Unterhaching

Es ist schon sehr erstaunlich, dass zwei Drittel der im Ausland lebenden Türken mit Ja für Erdogans Referendum gestimmt haben. Die Folgen werden sich sehr bald zeigen für die Türken die in ihrer Heimat leben. Man hat ja gesehen, was seit dem Putsch dort alles passiert ist. Es ist leicht mit Ja zu stimmen, wenn man in einem demokratischen Land lebt, wo jeder seine Meinung sagen kann, ohne gleich eingesperrt zu werden. Verstehen kann man das nicht. Doris Dorsch Weilheim Wie zynisch muss man sein, wenn man als Türke nach Deutschland geht, die Demokratie in vollen Zügen genießt und den eigenen Brüdern und Schwestern in der Heimat einen Diktator einbrockt. Allein 62,7 % der Türken in München wählten Erdogan. 

Uwe Berger München

Insbesondere in Deutschland wählten die türkischstämmigen Bewohner überwiegend den starken Mann Erdogan. Er setzt sich für einen politischen Islam ein, das heißt, die Lebensgrundlage lehnt sich dementsprechend an die Scharia an. Viele gläubige Muslime können sich nicht mit unserer demokratischen, freiheitlichen Lebensart anfreunden, da diese ihrer religiösen und sittlichen Auffassung widerspricht. Teilweise haben sie sogar Recht, da mittlerweile als demokratisch verstanden wird, wenn jeder tun und lassen kann, was er möchte. Regeln werden als unsinniger Zwang erachtet und moralische Werte seien etwas für zurückgebliebene Konservative. Anders in muslimisch geprägten Familien: Hier sagt das Familienoberhaupt, was getan wird und wie sich Familienmitglieder zu verhalten haben. Wer erinnert sich an Hatun Sürücü aus Berlin? Sie wurde von ihrem Bruder erschossen, weil sie leben wollte wie eine Deutsche. Nun, es kommen immer mehr Muslime nach Deutschland und der Islam, leider auch der radikale Salafismus, breiten sich immer mehr aus. Wie unser Land in drei Jahrzehnten aussehen wird? Ich möchte gar nicht daran denken. 

Michael W. Wolf Gauting

Hat wirklich ernsthaft jemand (außer Martin Schulz) an ein Scheitern Erdogans Referendum geglaubt? Zugegeben, das Ergebnis ist äußerst knapp, es könnte fast der Eindruck entstehen, auch die andere Seite hätte eine Chance gehabt. Hat sie aber nicht, Manipulationsvorwürfe hin oder her! Ein Mann mit diesem ausgeprägten Machtanspruch verliert nicht gerne. Schon gar nicht, wenn bereits im Vorfeld die größten Hindernisse (Oppositionelle, Journalisten, Polizei, Justiz usw.) systematisch aus dem Weg geräumt wurden und er nunmehr alleine die Richtung vorgibt. Dies wurde ihm allenfalls von dem Teil der in der Türkei lebenden, europäisch orientierten und um Ihre Freiheitsrechte bangenden Bevölkerung übel genommen. Den radikaleren, islamistischen Teil, wusste Erdogan schon immer auf seiner Seite. Dass aber ausgerechnet die hier, nicht nur in Deutschland, alle Rechte genießenden und in echter Freiheit lebenden Türken mit großer Mehrheit dieses Referendum stützten, dürfte selbst hart gesottenen Integrationsfanatikern wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen. Warum sich viele, sogar der zweiten und dritten Generation für Erdogan entschieden, bleibt ein Rätsel, aber vielleicht wollen selbige ja bald in Ihre Heimat zurückkehren, um dort die geordneten Verhältnisse auszukosten. 

Frank Alesch Hohenfurch

Das Ergebnis von Wahlen ist stets nach Möglichkeit ohne Emotionen zu bewerten und zu analysieren; denn mit Zahlen kann man Stimmung machen und damit leider auch Politik. Deshalb ist es eine Selbstverständlichkeit, das Ergebnis des Referendums kritisch zu hinterfragen. Am Zustandekommen der Zahlen müssen die nicht den Anforderungen einer Demokratie gerecht werdenden Umstände des Wahlkampfes sowie die Haltung der Wahlaufsicht korrigierend berücksichtigt werden. Demokratische Wahlen müssen anderen Erfordernissen genügen. Dennoch: Die drei großen Millionenstädte der Türkei haben sich klar gegen Erdogan positioniert. 50 Prozent der Deutschtürken gingen nicht zur Wahl und somit haben lediglich rund 30 Prozent der Wahlberechtigten für das demokratiefeindliche Referendum gestimmt. Dies ist immer noch enttäuschend und völlig unverständlich; aber doch keine Mehrheit. Hier muss endlich ein für die Werte der Demokratie werbender Lernprozess initiiert werden. Gründe für dieses gezeigte politische Selbstverständnis liegen zum einen in der nicht gänzlich gelungene Integrationspolitik und zum anderen in dem mangelnden Engagement der Deutsch-Türken der zweiten und dritten Generation für die hohen Werte der Demokratie. Ähnlich wie ich sehen dies auch SPD- Abgeordnete. Dieses erforderliche aktive Eintreten muss Pflichtaufgabe derjenigen werden, die alle Vorteile unserer Demokratie genießen und paradoxerweise für den Autokraten am Bosporus stimmen und enthusiastisch Gegner der Demokratie beklatschen. Für mich ein irritierender Vorgang. Konsequentes Handeln sollte eine allgemein verbindliche Bürgertugend sein. Wer in einer Demokratie lebt und ihre Vorteile nutzt, sollte auch nicht in ihr gegen sie kämpfen. Nationalistischer Größenwahn war schon immer ein miserabler politischer Ratgeber, was die Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts mit allzu vielen Millionen von Menschenopfern beweisen. Als Hoffnungsschimmer bleibt die Erkenntnis, dass Erdogan nicht die Türkei ist, die zeigt auch dieses Wahlergebnis. Es gilt also, die Opposition zu stärken und zu unterstützen, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet. 

Hans Pawlovsky Basham

Ich empfehle der Mehrheit unter unseren türkischen Mitmenschen in Deutschland die Lektüre des dialektischen Lehrstücks von Bertolt Brecht „Der Jasager und der Neinsager“ aus dem Jahr 1929 und auch eigene Gedanken zu der deutschen Spruchweisheit: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber. 

Günter Schäftlein Mittelstetten

Wie soll man verstehen, dass so viele Türken in Deutschland (63 %) und auch in Österreich (75%) bei dem Referendum mit JA abgestimmt haben.? Nun wird in vielen türkischen und auch anderen Familien mit Migrationshintergrund überwiegend heimisches Fernsehen geschaut, und 80% der Berichterstattung war nunmal pro Erdogan, man kann fast sagen, Gehirnwäsche. Aber wer wollte, hätte sich informieren, können, sonst hätten ja nicht trotzdem so viele mit NEIN gestimmt. Es sollte natürlich Konsequenzen geben: KEIN GELD der EU an die Türkei zur Vorbereitung eines EU Beitritts. Die Türkei passt nicht in die EU, dass sollte nun mittlerweile jedem klar sein. KEINE Waffenlieferungen oder Bau von Panzerfabriken durch Rheinmetall in der Türkei. Und den türkischen Hardlinern hier in Deutschland, bei denen der Koran über dem Grundgesetz steht, kann man nur empfehlen, in die Türkei zurückzugehen. Bei der Wahl im September sollte man daran denken, dass sowohl SPD, GRÜNE und die LINKE extrem tolerant gegenüber Moslems sind und wohl die halbe Welt hier aufnehmen wollen. Und wir sollten uns nichts vormachen: Der Islam ist im Vormarsch, finanziert von Saudi Arabien und Katar, siehe Indonesien, Bosnien etc. Man sollte nicht so blauäugig sein. 

Jutta Schweickert Germering

Das Ergebnis des Verfassungsreferendums wird das Parlament schwächen und Präsident Erdogan noch mehr Einfluss auf die Justiz verschaffen. Er kann zukünftig am Parlament vorbei Präsidialverordnungen erlassen. Kontrollrechte des Parlaments – wie Misstrauensvotum und Vertrauensfrage - werden abgeschafft. Auch erhält Erdogan künftig großen Einfluss auf die Besetzung des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte, der für die disziplinarrechtliche Kontrolle der Gerichte zuständig ist. Die Frage ist, wie die westliche Welt hierauf reagieren soll. Müssen wir es als freie Entscheidung akzeptieren, wenn ein Volk demokratisch beschließt, die Gewaltenteilung – und damit ein wesentliches Merkmal der Demokratie – faktisch abzuschaffen? Nein! Demokratische Entscheidungen setzen mündige und informierte Bürger voraus. Doch der gesamte Wahlkampf vor dem Verfassungsreferendum war nicht fair. Beispielsweise wurden Veranstaltungen des Nein-Lagers von der Polizei aufgelöst. Zudem war die Medienberichterstattung eine Farce. Seit Juli 2016 wurden insgesamt 158 verschiedene Medienerzeugnisse, Zeitungen oder Portale geschlossen. Mehrere tausend Medienmitarbeiter und Journalisten sind jetzt arbeitslos oder sogar inhaftiert. Die noch erscheinenden Medien waren beinahe vollständig aufseiten des Ja-Lagers. Von einer demokratisch legitimierten Entscheidung kann also keine Rede sein. Erdogan hat systematisch jene Institutionen gesäubert, die in demokratischen Staaten dafür da sind, Machtmissbrauch zu verhindern. Daher müssen wir ihm und seinem autokratischen Regime weiterhin die Stirn bieten.

 Michael Pfeiffer Neuhausen auf den Fildern

Vergangene Woche sagte ein Türke zu mir, der in Istanbul lebt: „Die Türken in Deutschland verhalten sich wie freilaufende Hühner auf einem Biobauernhof, die sich für ihre Artgenossen in der Türkei Käfighaltung wünschen.“ Wie Recht er hatte. 

Chris Dasch Saulgrub im Ammergebirge

Es ist genug der Vorwürfe, dass die Integration der hier lebenden Türken nicht gelungen sei. Sicher wurden hierbei auch Fehler von deutscher Seite gemacht, aber es lag und liegt in erster Linie an den Türken selbst, sich integrieren zu wollen und das wollen eben viele nicht; denn sie sind ja so stolz. Natürlich gibt es Gott sei Dank einen großen Teil türkischstämmiger, die bei uns angekommen sind, die sich in die deutsche Gesellschaft integriert und eingebracht haben und einbringen, aber viele grenzen sich bewusst ab und das immer mehr. Seit langem kann man beobachten, dass schon viele kleine Mädchen ein langes Kleid und ein Kopftuch tragen, auch wenn es noch so heiß ist, was sicher nicht der Wunsch der Kinder, sondern der der Eltern ist. Jeder junge Türke hat bei uns die Möglichkeit zu lernen und einen Beruf zu ergreifen, wenn er nur will.

Viele junge Burschen bzw. Männer ziehen es aber vor, auf der Straße rumzulungern und dem lieben Gott die Zeit zu stehlen. In meinem Stadtteil stehen sie zu allen Tageszeiten rauchenderweise in Gruppen auf der Straße oder in Einkaufs-Centern zusammen, machen die Mädchen und Frauen an und klopfen dumme Sprüche. Wahrscheinlich werden die so ach verhätschelten Söhne von ihren Eltern auch noch ausgehalten oder sie bekommen sogar noch Stütze vom deutschen Staat. So verhält es sich nämlich wirklich mit der misslungenen Integration vieler Türken, wobei der Islam eben auch ein entscheidendes Hindernis ist. 

Ingrid Fürst München

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