Gelobtes Land

Türkische Verbände gegen „Leitkultur“; Titelseite 12. Juni

Sollten Vertreter der türkischen Migrantenverbände die Debatte um eine Leitkultur in Deutschland tatsächlich als „Angriff auf alle Einwanderer“ bezeichnet haben, dann ist das auch eine äußerst bedenkliche Abwertung der Werte und Normen, die unser Land erst zu dem gemacht haben, was es ist: „This land is civilized, free, prosperous, law-abiding, moderate and cautious”. So der renommierte britische Historiker Professor Timothy Garton Ash, diesjähriger Preisträger des Internationalen Karlspreises in Aachen. Gleichzeitig ist diese Abqualifizierung unserer mühsam errungenen abendländischen Kultur ein Schlag ins Gesicht all der Einwanderer (auch vieler Türken), die gerade wegen dieser von den türkischen Migrantenverbänden verachteten Leitkultur zu uns gekommen sind: „Ich persönlich finde es unglaublich bewegend, dass sich heute Flüchtlinge aus aller Welt nach Deutschland sehnen als wäre es das gelobte Land“ (Ash). Und weiter meint der Karlspreisträger von 2017, dass Deutschland heute wie eine Insel der Stabilität, der Besonnenheit und der Liberalität aus einem Ozean des nationalistischen Populismus heraus rage. Wer die Einforderung dieser Kulturleistung als verbindliche Leitkultur ablehnend negativ als „Angriff auf alle Einwanderer“ bezeichnet, zeigt sich unserer Kultur gegenüber nicht würdig und muss in ein Land auswandern, in dem solche Angriffe nicht geschehen. Die Auswahl ist riesig!

  Egon Weiß Fraunberg

Angesichts einer Masseneinwanderung in unser Land, erübrigt sich eine Debatte einer deutschen Leitkultur. Die Deutschen werden weniger werden und Migranten mehr. Nächste Tatsache, die Geburtenrate bei den Einwanderfamilien ist bekanntlich höher. So füllen sich die Reihen mit Einwanderer, das ist politisch so gewollt, warum also eine Wiederbelebung dieses Themas einer deutschen Leitkultur, die Zeit kann man sich sparen und über andere Probleme nachdenken. Sogar straffällig gewordene Asylbewerber können nicht problemlos in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Wir werden noch erleben, wie sich die Dinge entwickeln, kommt erst das geforderte Einwanderungs- und Partizipationsgesetz, beschleunigt es den Wandel in Deutschland und vielleicht auch in Europa. Die jungen Leute werden es noch stärker mitbekommen und mit den Gegebenheiten klar kommen müssen. 

Karlheinz Dettweiler Haimhausen

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