Die Leute mitnehmen, nicht gängeln

Lehrer sollen sich selbst auf Corona testen; Politik, Ansichten zur Eindämmung von Corona; Leserforum 4. Dezember

Hier einmal eine nette Idee für die ach so stolzen und klugen Querdenker: Deutlich sichtbare Lochung des Personalausweises - etwa vor dem Zutritt zu einer ihrer Großkundgebungen und Demonstrationen – als Zeichen für die freiwillige Ablehnung einer Corona-Behandlung/Beatmung inklusive eines Intensivbettes. Dadurch könnten die Sympathien steigen.

Gert Müller

Herrsching

Bleibe bei deiner Familie, im engsten Kreis und feiere Weihnachten mit deinen Liebsten und hoffe auf bessere Zeiten! Das ist die Hoffnung. Doch die Realität sieht anders aus. Es ist jetzt wirklich an der Zeit, den kurzfristig nicht abwendbaren Ereignissen ins leider nicht mehr blaue Auge zu schauen. Haben wir es immer noch nicht verstanden? Der Staat hat den Bürgern eine Trostpille verpasst, mit dem Hinweis: Feiert ab Weihnachten bis ins neue Jahr hinein! Spätestens nach den Feiertagen kommt dann das böse Erwachen. Die Zahl der Infizierten ist überproportional angestiegen und dies ist auch noch völlig logisch, mit Ansage! Fast vierzehn Tage tolles Treiben, Feste feiern. Danach beginnt die Katerstimmung und alle wundern sich, woher die miesen Zahlen kommen. An die steigenden Zahlen von Toten haben wir uns ja eh gewöhnt. Die Schicksale scheinen niemanden zu interessieren und welches Leid über die Familien hereingebrochen ist. Aber wir stolpern sehenden Auges in die nächste Katastrophe, vielleicht sogar in die dritte Welle, diesmal ohne große Ausgleichszahlungen, denn das Pulver ist verschossen.

Und die, die es immer noch nicht wahrhaben wollen, tun so als hätten sie es nicht bemerkt.

Paul Somberg

Bernried

Unsere Politiker haben sich also wieder mal in Berlin getroffen und nachgedacht! Das Ergebnis: Verlängerung des Lookdowns bis 10. Januar 2021, da die Corona-Fallzahlen nicht wie gewünscht sinken. Ein durchschnittlich begabter Mensch würde jetzt eventuell hinterfragen, ob wirklich die Gastronomie, Kunsthandwerk und Sportveranstaltungen die Corona-Treiber sind.

In Berlin sind unsere Volksvertreter aber der Überzeugung, man muss nur lange genug mit dem Kopf gegen die Wand rennen, dann kommt man schon irgendwann ans Ziel. Kann denen vielleicht mal einer zeigen wo die Tür ist? Vielleicht sollte man mal den gesamten ÖPNV einstellen. Ich denke mal hier ist momentan, gerade im Berufsverkehr, die größte Gefahr für eine Ansteckung. Nein lieber schmeißen die Damen und Herrn mit den Milliarden nur so um sich als gäbe es kein Morgen! Mir kommt das so vor als eine gewisse Lotteriegesellschaft die in Ihrer Werbung damit die Menschen verrückt macht mit „Rufen Sie an, Sie haben gewonnen 1 Million „ Ja Herr Finanzminister wie lautet denn Ihre Nummer, die man anrufen muss um zu gewinnen? Es gibt bestimmt außer der Gastronomie, Soloselbstständigen und der Reisebranche noch etliche Bürger die einen Zuschuss aus Steuermitteln gebrauchen können! Eins ist auf alle Fälle mal sicher: Wir werden wohl alle nicht in den Genuss einer Organspende eines Politikers kommen, denn dazu muss bekanntlich ja erst der Hirntod festgestellt werden! Nun was nicht vorhanden ist, kann auch nicht für Tod erklärt werden.

Karl-Heinz Wagenhuber

Gasthof „Zur Post“ Steingaden

Unsere leider von uns selbst gewählten Anführer regieren immer lieber und immer öfter mit alternativloser Basta-Politik von oben nach unten durch. Sie sind wohl alle beim Sonnenkönig Ludwig dem XIV. in die Lehre gegangen, der dereinst sagte: „Der Staat, das bin ich.“

Zusätzlich müssen sie auch den Verstand verloren haben, sonst kann ich es mir nicht erklären, dass jetzt schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit das öffentliche Leben abgewürgt wird, wodurch viele Menschen in tiefe wirtschaftliche, aber auch seelische Not geraten. Die Steuergelder, mit denen ein Teil des Schadens behoben werden soll, können gar nicht zeitnah erwirtschaftet werden, vielleicht überhaupt nie. Ich streite nicht ab, dass es die Corona-Pandemie gibt, habe auch kein Problem, die AHA-Regeln einzuhalten. Aber die derzeit verordneten Maßnahmen finde ich vollkommen übertrieben, und sie haben doch bisher auch wenig bis nichts gebracht. Anstatt, dass man mal zurückrudert und sich andere Lösungen überlegt, werden die Maßnahmen verschärft und verlängert. Schwer zu glauben, was da vor sich geht.

Edith Glas

Peiting

Laut Robert Koch Institut sind bisher 5292 gepflegte Menschen und 11 572 aus der Gruppe der über 80-jährigen dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt sind in Deutschland bisher 17 602 Personen verstorben. Nun kann man nicht unbedingt die gepflegten und die betagten Todesfälle zusammenzählen, doch trotzdem ist ein Großteil der verstorbenen in dem Personenkreis zu finden, der in Heimen oder ähnlichen Einrichtungen betreut wird. Falls diese Zahlen stimmen, dann hat doch unsere Politik bisher das meiste falsch gemacht in Bezug auf die derzeitige Krise.

Hätte man nicht diesen Personenkreis besonders leicht schützen können? Dazu hätte es nur rechtzeitig die geeigneten Masken und die richtigen Tests in den Heimen gebraucht. Dafür belasten unsere Politiker, und dabei an vorderster Front unser sich für königsgleich haltender Ministerpräsident Markus Söder, die Bürger neben den sinnvollen Maßnahmen wie Masken, Abstand, Handhygiene, mit teils unsinnigen Maßnahmen, die keiner mehr versteht. Privat möglichst keinerlei Kontakte, aber in den öffentlichen Verkehrsmitteln dicht an dicht über eine längere Fahrstrecke ist dafür nur ein Beispiel.

Die Leute mitnehmen, nicht gängeln wäre die richtige Devise für die Politik gewesen. Jetzt soll mit den immer strengeren Zuchtmeistereien vertuscht werden was man bisher nicht geschafft hat. Rechnet man die Gruppe der Pflegebedürftigen mit der der Betagten, selbst wenn beide völlig deckungsgleich wären, raus, dann liegt die Zahl der Verstorbenen in der restlichen Bevölkerung nur im Promillebereich.

Nicht dass man mich falsch versteht, ich bin für Vorsichtsmaßnahmen. Ich glaube nur unsere Politiker haben die Prioritäten bisher falsch gesetzt. Hoffentlich passiert das bei den Impfungen nicht wieder,

Thomas Münch

München

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