Melkkuh der Nation

Fahrverbote für 13 Millionen Diesel?; Titelseite 9./10. April

Die Umweltminister von Bund und Ländern planen eine blaue Plakette für die Melkkuh der Nation, wodurch selbst Dieselfahrzeuge mit grüner Plakette aus den Umweltzonen der Städte ausgesperrt würden. Natürlich trägt die entstehenden Kosten der Autofahrer. Alles gut und schön, wenn wir dadurch bessere Luft bekommen. Solche Überlegungen sind der Luftfahrtbranche jedoch völlig fremd. Dort gibt es weder eine Plakette noch vergleichbare Umweltstandards. Warum müssen wir Autofahrer bis zu 60 % Energie- und Mehrwertsteuer für den Sprit bezahlen, während das Kerosin von der Energiesteuer etc. befreit ist. Das sind in Deutschland jedes Jahr über 10 Milliarden Euro Subvention für die Flugindustrie. Ein Diesel-Pkw mit Euro-6-Norm stößt 80 mg NOx pro Kilometer aus, ein Flugzeug pro Personenkilometer über 600 mg – also 8 mal so viel. Das wäre noch nicht einmal eine rote Plakette, geschweige denn eine blaue wert! In der Luftfahrtbranche gibt es auch keine Partikelgrenzwerte, keinen Kat oder AdBlue, dafür aber jede Menge Subventionen, teils auch versteckte, wie wir vor kurzem einem Bericht des Obersten Rechnungshofs entnehmen konnten. Das ist umso ärgerlicher, wenn man den jährlichen Kerosinbedarf allein am Flughafen München betrachtet, der bei fast 2 Milliarden Litern mit einer klimaschädlichen Wirkung von etwa 14,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr liegt. Dagegen beeinflussen alle bayerischen Diesel-Pkw zusammen das Klima nur mit etwa 7 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Helmut Kammerloher Freising

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