Welche Sau wird das nächste Mal durchs Dorf getrieben

OB Reiter fordert Diesel-Verbot für München; Titelseite 29./30. April/1. Mai

Da ist wohl wieder einem der Gaul durchgegangen. Aber von der Rathaus SPD ist nichts anderes zu erwarten. Dieselverbot für ältere Diesel in München und gleichzeitig sofort wieder mit Ausnahmen, ohne aber den Begriff älterer Diesel zu definieren. Angstmache unter den Bürgern verbreiten, ohne das Hirn einzuschalten. Die Lieferanten wurden bei den Ausnahmen vergessen, wie stellt sich der Herr Reiter das denn vor? Den Lieferwagen an der Stadtgrenze abzustellen und die Ware dann mit der Schubkarre oder mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum zu karren oder wie? Sollen die Dieselfahrer Ihre Autos verschrotten und dann Elektro-Pkws kaufen? Das sieht mir mal wieder nach Förderung der Autoindustrie aus. Was kommt denn als nächstes, Verbot von Ölzentralheizungen bei gleichzeitigem Verbot des Winters. Es wird ja gerade so getan ob die Dieselfahrzeuge alleine am Feinstaub schuld sind, bin doch mal gespannt welche Sau das nächste mal durchs Dorf getrieben wird. Nein, Herr Reiter, so geht’s nicht, auch Sie sollten sich vorher genau überlegen, was Sie von sich geben. 

Hans Winkler Schwaig

Leider wird sich Herr Reiter mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen, weil die Widerstände zu groß sind. Mehreren aktuellen Nachrichten die in der letzten Zeit veröffentlicht wurden, zeigen nur, wie unsere Politiker unaufrichtig sind. Der Herr Trump wurde in Deutschland heftig kritisiert, weil er ein Dekret zugunsten der Kohle unterschrieben hat. Gleich danach lehnte die Bundesregierung die Verschärfung von Grenzwerten von Stickoxiden seitens EU bei der Braunkohleverstromung ab, konnte sich aber damit nicht durchsetzen und wurde überstimmt. Zum Leid eines großen Teils der Braunkohlekraftwerke, die jetzt die Filtersysteme nachrüsten müssen. Nun sind die Kohlekraftwerke bei den Stickoxiden, nach dem Straßenverkehr, nur der zweitgrößte Verschmutzer. Diese Art der Luftverschmutzung betrifft besonders Dieselmotoren, bei denen die wichtigsten Stickoxidverbindungen (NO und NO2) in hohem Maße in die Luft geschleudert werden. Das wurde bisher von einigen Autohersteller, sogar auf betrügerische Weise, versucht zu verbergen. Das Stickstoffdioxid ist für die Gesundheit besonders gefährlich. Rund 400 000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Herz-Kreislauferkrankungen oder Atemwegserkrankungen. Das Risiko zum Beispiel für Asthmatiker einen Anfall zu bekommen verstärkt sich deutlich bei höheren Stickstoffkonzentrationen in der Luft. Natürlich ist die Luftverschmutzung eine schlechte Nachricht für alle, aber Kinder unter fünf Jahren, zum Beispiel, mit ihren jungen Organen, Immunsystem und Gehirn sind in diesem Stadium der Entwicklung besonders anfällig. Die Folgen können ein ganzes Leben dauern. Die verweigernde Haltung unserer Regierung was die Luftverschmutzung durch Stickoxide betrifft, spricht Bände. Zum Vergleich, das Verbot des Rauchens in öffentlichen Räumen, das dagegen systematisch vorangetrieben wurde, war folgerichtig, aber was ist mit Dieselautos, die in unseren Städten die Luft genauso oder sogar noch viel schrecklicher verpesten. Haben die Autos mehr Rechte, geschützt zu werden als Bürger der Städte, die dort wohnen und arbeiten? 

Dr. Petar Agatonovic Röhrmoos

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wie geht es weiter mit der CSU?
Aigner bringt CSU-Urwahl ins Spiel; Titelseite 18./19. November,Mike Schier:Manfred Weber:Joker aus Brüssel;Blickpunkt 17. November
Wie geht es weiter mit der CSU?
Schwierige Jamaika-Verhandlungen
Familiennachzug spaltet Jamaika; Titelseite, Georg Anastasiadis: Zittern am Abgrund; Kommentar 16. November
Schwierige Jamaika-Verhandlungen

Kommentare