Nach Dieselskandal Kartellgemauschel

Grüne fordern Dobrindts Absetzung; Titelseite, Georg Anastasiadis: Auto-Wahlk(r)ampf; Kommentar, Nur Kopfschütteln; Leserforum 26. Juli

Anton Hofreiter (Grüne) hat wieder einmal zugeschlagen. Bisher ist in dieser Angelegenheit noch keine Klärung. Lediglich der gescheite Herr Hofreiter spricht vom größten Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Herr Hofreiter ist bekanntlich gegen alles. Selbst sollte er einmal einen eigenen Vorschlag machen, ist er dagegen (Was allerdings selten geschieht). Den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu feuern, ist wohl Wahlkampf. Zuständig für solche Vergehen ist in erster Linie das Kartellamt und nicht die Bundesregierung. Aber woher soll das Herr Hofreiter wissen? 

Klaus Enders Fürstenfeldbruck

Ausgerechnet die Grünen und Linken fordern die Absetzung von A. Dobrindt. Leserbrief-Schreiber: Andrea Frey und Ulrich Muzyk sei Lob sowie Sach- und Fachkenntnis bescheinigt mit ihren Argumenten. Langjährige falsche Politik, Mitschuld (auch Merkel) und weiteren Desaster in Deutschland, haben diese Parteien zu verantworten. Olaf Scholz (SPD) entschuldigt sich Scheinheilig für die Ausschreitungen in Hamburg, ein Rücktritt ist fehl am Platz. Ein Trauerspiel, eigene Firmen an den Pranger zu stellen, die Wirtschaftswachstum und ca. 35 Prozent der Arbeitsplätze garantieren. 

Joachim Herdtfelder Weilheim

Erst der Dieselskandal, nun ein Kartellgemauschel! Was kommt als nächstes aus der Autoindustrie für eine Hiobsbotschaft? Was für mich gänzlich unverständlich ist, ist die Bestrafung für diese Vergehen. Wer hat diese Betrügereien denn begangen? Die Autokonzerne oder deren Führungsriegen? Nicht die Herstellerfirmen müssen bestraft werden, sondern die nimmersatten Vorstände, die der gesamten deutschen Industrie mit diesem Fehlverhalten immensen Schaden zugefügt haben. Die Gehälter und Boni müssen sofort eingefroren werden, damit wenigstens ein wenig Geld für zu erwartende Strafzahlungen übrig bleibt und nicht die Arbeiter damit belastet werden. Und die mehr oder weniger widerrechtlich angehäuften Vermögen müssen konfisziert werden. Aber dazu bräuchte es drastische Gesetzesänderungen. Und die sind mit unseren Parteien nicht zu machen. Aber die Ungerechtigkeit und die Kluft zwischen Arm und Reich in unserem Land sind unüberbrückbar. 

Margot Riedel Penzberg

Es ist schon eigenartig, wie die Automobilindustrie in Ungnade gefallen ist. Erst VW, dann die anderen Firmen - erst ging es um die Abgaswerte des Diesels - dann kommt in diesen Tagen der Harnstofftank und in diesem Zusammenhang Kartellvergehen durch Absprache dazu. Was will der „Spiegel“ in seinem Bericht bezwecken? Technisch begründete Absprachen sind doch im Prinzip sinnvoll und zweckmäßig - damit kann man die Produkte auf einen Standard bringen, der nützlich sein kann. Sicher, der Abgasskandal hat eine andere Qualität - da hat der Diesel, einst hochgelobt als der am weitesten entwickelte Motor, den es angeblich gibt – plötzlich einen Rückschlag erlitten, weil die Abgaswerte mit einem Trick verbessert wurden. Wie erklärt man sich aber die Absatzzahlen, die VW zu verzeichnen hat, trotz der Anschuldigungen. Am meisten hat mich gewundert, dass VW die Anschuldigungen und Strafzahlungen scheinbar so hinnimmt, ohne dass man auf den Konkurrenten mit den Fingern zeigt, wohl wissend, dass die es genau so oder ähnlich machen. Da ist offensichtlich eine firmen-übergreifende Moral da, die funktioniert. Man muss sich fragen, will man die Deutsche Automobilindustrie mit Gewalt in die Knie zwingen, oder sind am Ende auch die anderen Autobauer in Europa nicht mit den gleichen Problemen behaftet? Das wäre auch nicht weiter verwunderlich, da wesentliche Elektronikbaugruppen ja bekannterweise vom gleichen Zulieferer hergestellt werden. Der Autokäufer hat sich in Deutschland zumindest offensichtlich nicht sehr beeindrucken lassen von dem Abgasskandal - für ihn ist das Auto so wie es ist. Was hinten rauskommt ist ein Kompromiss aus staatlich festgelegten Limits, sowie das technisch oder kaufmännisch machbare. Er ist sich vielleicht auch bewusst, dass die Abgasmenge von seinem Gasfuß abhängt und auch davon, ob er jede Kurzstrecke mit seinem Auto zurücklegt. Mein VW, den ich vor einem Jahr gekauft habe, ist aus den oben genannten Gründen wieder nach einigen Dieseln ein Benziner geworden - nicht aus Überzeugung, sondern weil man Angst haben muss, dass die Diesel-Verteufelung vielleicht demnächst zu einer Diesel-Verschrottungsaktion führen könnte. Viel mehr stört mich an unseren modernen Autos die scheinbar eingebaute Sicherheit in Form der Assistenzsystemen und Warnanzeigen. Da hatte man die Reifendefekte eigentlich längst zu den unwahrscheinlichen Ausfällen gezählt – daher hat auch das Auto heute meist kein Ersatzrad mehr -–es war ja auch kein Thema. Trotzdem hat die EU seit letztem Jahr einen wie auch immer gestalteten Reifendruckmelder zur Vorschrift gemacht - genau so einer hat mich kürzlich auf der A96 mit heftigen Signalen von der Autobahn gezwungen, um dann festzustellen, dass es ein Fehlalarm war. Zu denken gibt z.B. die Tatsache, dass selbst Flugzeuge kein Reifendruck-Warnsystem besitzen! Wenige Minuten nach der Weiterfahrt bei wenig Verkehr und eingeschalteter Abstandsregelung ohne Vordermann bremst der Wagen ohne mein Zutun abrupt - Glück, dass kein anderes Auto hinter mir war!. Ich will damit sagen, dass diese Assistenzsysteme mit ihren Fehlfunktionen eine echte Gefahr darstellen. Da wären gezielte Absprachen der Autobauer vielleicht schon sinnvoll. Dass in meinem Fall das Auto in der Werkstatt mit einem Software-Update wieder auf die Straße schickt, beruhigt eigentlich nicht wirklich - es gibt zu denken, was man der Elektronik heute für ein Vertrauen schenkt. Dass dem nicht so ist, beweisen die Autobauer mit ihren Betriebsanleitungen sich selbst – da sind 2/3 des Inhalts nur Beschreibungen, wie schwer die Verletzungen bei Nichtbeachtungen oder gar Todesrisken da wären.

 Günter Frank Gilching

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