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Die Verbraucher fordern zu Recht ein strenges Durchgreifen im jüngsten Lebensmittelskandal.

Dioxin-Skandal weiterhin ein Aufreger

„Das jetzige Geschrei mit dem Dioxin nimmt der Politiker in Kauf, denn er weiß, in spätestens drei Monaten gibt es neue Schlagzeilen.

Ein gesundes Zubrot für seine Einnahmen aus der Politik kann den armen Teufeln doch nicht verwehrt werden. Na gut der Amtseid, aber den leisten viele, und eine gewisse Schau muss man dem politischen Personen schon lassen. Ich bin überzeugt, wären viele Politiker unabhängig von der Wirtschaft, dann käme man solchen Sauereien schneller auf die Spur. Auch die Strafen bzw. Gerichtsurteile fielen anders aus. Da aber die Politiker auch auf den Ausgang von Prozessen erheblichen Einfluss haben, wird die Sache wie immer im Sande verlaufen. Wir Deppen als Wähler haben nach vier Jahren immer nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Leider ist das halt so.“

Hermann Boehm Gröbenzell



„Wenn kriminelle Mitbürger die Grundnahrungsmittel von Million von Menschen verseuchen, ist das in erster Linie ein Verbrechen einer vorsätzlichen Körperverletzung in x-zehntausendfachen Fällen und nicht eine Frage der politischen Schuldzuweisung! Doch dies scheint in der öffentlichen Meinung niemand mehr zu interessieren. Warum haben zuständige Staatsanwaltschaft und Polizei die verdächtigen Personen nicht umgehend in Untersuchungshaft genommen? Wertvolle Zeit verstrich, in der die Beschuldigten belastendes Beweismaterial beseitigen konnten und sogar noch Zeit genug hatten, um Insolvenz anzumelden und so eventuellen Schadenersatzforderungen zuvorzukommen. Statt dessen sperrt man unschuldigen, nichts ahnenden Bauern die Höfe und treibt sie in der Ruin. Mir kommt es so vor, hier wird eine Vorgehensweise ,den Kleinen hängt man, dem Großen lässt man laufen‘ praktiziert. Liebe Frau Bundesverbraucherschutzministerin Aigner, bei allem Verständnis für Ihre Situation, in diesem Skandal treibt die Menschen nicht in erster Linie die Frage um, wem die politische Verantwortung hierfür zugeschoben werden kann, selbst wenn sich Frau Bundeskanzlerin Merkel heute aktuell in die Diskussion eingeschaltet hat, sondern die Tatsache, dass für Millionen von Verbrauchern die Grundnahrungsmittel vergiftet wurden! Solche Schweinereien dürfen zukünftig nicht mehr möglich sein! Ein so hoch gestecktes Ziel kann man aber nur dadurch erreichen, dass alle Beteiligten mutig, schnell und zielgerichtet handeln, Gesetzeslücken schließen und die zuständigen Überwachungsämter, die Justiz und die Polizei personell und organisatorisch besser ausstatten. Bund und Länder dünnen jedoch seit Jahren diese staatlichen Kontrollorgane aus und schaffen so ein Durchsetzungsvakuum für geltende Gesetze. Oder ist etwa die Lobby der Futtermittelindustrie so mächtig, dass staatliche Organe vor ihr einknicken? Kaum vorstellbar!“

 Dieter Alt Hohenbrunn



Dioxin-Skandal: Sachlichkeit nötig“; Leserbriefe 17. Januar, „Dioxin: China verbietet deutsche Importe“; Titelseite 13. Januar

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