Vorhandene Infrastruktur vernetzen

Söder will Bau der dritten Startbahn; Titelseite 26. Januar

Fakten, Herr Söder! Betrachten Sie die reine Faktenlage am Airport München. Dann werden Sie feststellen, dass jegliche Begründung für den Bau einer dritten Startbahn fehlt. Die Grundlage für die Baugenehmigung (teure Gutachten renommierter Fachleute 2007) geht von folgenden Prognosen aus, denen hier die Fakten gegenübergestellt sind: Prognose 2010: 36,4 Millionen Fluggäste bei 477 000 Flugbewegungen Ergebnis 2010: 35 Millionen Fluggäste bei 379.000 Flugbewegungen. Prognose 2015: 46,9 Millionen Fluggäste bei 544 000 Flugbewegungen. Ergebnis 2015: 42,2 Millionen Fluggäste bei 380 000 Flugbewegungen. Das heißt, trotz 10 % weniger Fluggästen und stolzen 30 % weniger Flugbewegungen hat die bayerische Wirtschaft keinen Zusammenbruch erlebt – ganz im Gegenteil. Wer anhand dieser Faktenlage die dringende Notwendigkeit einer dritten Startbahn aufzeigt, sollte ernsthaft über die Seriosität seiner Aussagen nachdenken. Wenn Sie und Ihre Kollegen der Kommission sich die Mühe machen würden ihre Luxuskarossen stehen zu lassen und sich selbst, per Auto oder ÖPNV zu Hauptverkehrszeiten durch München und das Umland zu bewegen, werden sie feststellen, dass bereits jetzt die Infrastruktur in allen Bereichen – Verkehr, Arbeitsplätze, Wohnraum etc. – am absoluten Limit ist und alles mögliche braucht, aber kein weiteres Wachstum. Die prognostizierten 30 000 Arbeitsplätze, inclusive der Familienangehörigen, weiteren Folgearbeitsplätzen, wie Schulen, Ärzte, Handwerker etc. wohl eher 50 000 bis 60 000 Menschen, würden den Großraum München endgültig kollabieren lassen. Fangen Sie endlich an, Neues zu Denken! In prosperierenden Zeiten wie diesen bietet sich hierfür die Möglichkeit. Vernetzen Sie endlich die bereits vorhandene Infrastruktur so miteinander, dass es funktioniert, zum Beispiel nach Londoner Vorbild den Flugverkehr auf mehrere Standorte verteilen, mit Schnellbahnverbindungen sind Augsburg, Nürnberg, Oberpfaffenhofen und selbst Memmingen alle in kurzer Zeit erreichbar. Zudem verteilen Sie die Wohltaten des Wachstums über gleich drei Regierungsbezirke, Herr Ministerpräsident von ganz Bayern! 

Markus Krimmer Freising

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