Erst das Fressen, dann die Moral

Scharfe Kritik an Essener Tafel; Titelseite,Georg Anastasiadis: Vorsicht vor der Moralkeule; Kommentar 24./25. Februar

Soweit sind wir schon gekommen. Die Fahrzeuge der Tafel werden mit NAZI-Aufschriften beschmiert und die Mitarbeiter als Rassisten tituliert. Und Frau Barley (SPD) holt noch zusätzlich die verbale Keule raus. Das spornt die linken Autonomen noch mehr an und der normale Wähler wird sich noch mehr von der SPD abwenden. Die Interessen der Arbeiter vertritt die SPD schon lange nicht mehr und trotz Erfolge in den Groko-Verhandlungen sehe ich langfristig die SPD auf dem Niveau der meisten anderen europäischen Länder (das heißt unter 10 %). 

Heinz Steinmann München 

Jeder, der im Fernsehen die Berichte über die Essener Tafel und die Interviews mit deren Leiter, Herrn Jörg Sartor, gesehen hat, ist mit mir sicherlich derselben Meinung: Diesen Mann kann man nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Welche Vorfälle müssen also in Essen stattgefunden haben, dass die gemeinsame Entscheidung, keine weiteren neuen Migranten mehr aufzunehmen, gefallen ist? Wenn man dann noch weiter hört, welche sprachlichen Klimmzüge Herr Sartor im Interview macht, um nicht politisch inkorrekt zu antworten, ist für mich ein weiterer Hinweis, dass es hier nicht nur zu vereinzelten Rangeleien gekommen sein muss. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich traurig, dass in der Essener Tafel keine Überwachungskamera installiert ist, die die wahren Hintergründe offenlegen kann. 

Bernhard Mühlberg Eching

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, soweit der Song aus der Dreigroschenoper! Weil es ohne Moral aber auch nicht geht im Verteilungskampf unter den Bedürftigen sollen wir dieses Signal aus einem Brennpunkt auch nur als Einzelsignal, offensichtlich wohlüberlegt, sehen. Fatal würde es dann, wenn dieses Signal Regel würde. Fatal wäre, wenn hier Mythen gebildet würden, z.B. das verdrängte Mütterlein und der kraftstrotzende Eindringling. Das mag mal so aussehen, ist es das aber auch? Deshalb, Behutsamkeit walten lassen, das ist moralisch, mit allen Beteiligten Reden. „Verdrängte wie Verdränger“ an einen gemeinsamen Tisch vor Ort bringen, an aller Einsehen zu appellieren, das ist moralisch. „Rangelnde“ darauf hinweisen, dass sie sich selbst und ihr Gastland gefährden wenn sie der politischen Rechten Wasser auf deren Mühlen geben, auch das ist moralisch. Jeder hat Verantwortung und jeder muss lernen, es ist wie es ist! „Wer Hunger hat, hat Recht“ und Recht ist auch ein moralischer Wert. Also wird das (zu) wenige gerecht an alle verteilt. Wobei die Notwendigkeit von Tafeln in diesem superreichen Land ja sowieso nicht gestellt wird, geschweige denn werden von der Politik echte Lösungen gebracht. Zugegeben, die Drecksarbeit haben die Ehrenamtlichen vor Ort aber das ist politische Realität, gedankt wird‘s von der Politik nicht, leider ist oft das Gegenteil der Fall. Keulenschwingen als Ersatz für Denken sollten bitte alle bleiben lassen, es geht hier nicht um ideologische Spiele sondern Lebensrealitäten. Wir kennen die Chemie vor Ort nicht und moralisch handeln bedeutet auch, Ängste ans Tageslicht zu holen. Es scheint ja wirklich ein Essener Problem zu sein wenn weder Berlin ( das böse ), noch München ( das gute ) dieses Problem haben! 

Johann Augustin Mayr Feldgeding

Der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sartor, hat sicherlich gute Argumente warum momentan keine neuen Migranten angenommen werden. Nachdem sich die Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth, und Gregor Tschung von der Münchner Tafel durch ihre Sichtweise der Angelegenheit sich in eine vollkommen fremde Region Deutschlands begeben und keinerlei Ahnung haben, wie bei der Tafel in Essen der Alltag aussieht. Die beiden, Frau Werh und Herr Tschung, sollten wohl überlegt handeln und ihre Zelte in Berlin und München abbrechen um den Kollegen in Essen tatkräftig zur Seite stehen. Verbale Entgleisungen und Attacken müssen nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Wir hier in Bayern und vermutlich auch in Berlin helfende Hände und keine klug gemeinten Ratschläge! Unverständlich ist für mich, wie es Frau Sabine Werth bis zur Vorsitzenden der Berliner Tafel geschafft hat. Die Bürger zahlen Kleidung, Lebensmittel, Bücher, Spielsachen und alles andere, was bei der Tafel täglich abgegeben wird und für ein Vergelts Gott darf man seine Materialien wieder mit nach Hause nehmen, angeblich ist zu viel auf Lager. Nachdem ich selber bereits in den Arbeitsalltag einiger Wohlfahrtsverbände gekommen bin, muss ich gestehen, dass die Erfahrungen mich gelehrt haben, nichts mehr umsonst abzugeben. 

Myriam Findeisen Fürstenfeldbruck

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