Schwere Lasten

Brexit besorgt Bayerns Wirtschaft; Titelseite 30. März

Natürlich waren die Briten entsetzt über den deutschen Alleingang mit unabsehbaren Folgen für die EU-Mitglieder. Dass ausgerechnet eine deutsche Kanzlerin alle Gesetze und Abkommen missachtete, machte die Sache nicht besser. Der Argwohn gegen den Selbstbedienungsladen EU, in dem die höchsten Amtsträger Steueroasen in Luxemburg, Belgien und Niederlande einrichten, bekräftigte den Entschluss zum Brexit. Auch die entsetzliche Osterweiterung durch José Manuel Barroso, Herman Van Rompuy und Lady Catherine Ashton mit der anschließenden Ukraine-Krise lastet schwer. Dass diese EU-Kommissare nicht demokratisch gewählt, sondern von den Regierungen abgestellt sind, macht die Sache noch schlimmer. Die Briten sind jahrelang den Deutschen zur Seite gestanden, wenn die Forderungen der Südländer gar zu üppig wurden. Schade drum und den Friedensnobelpreis hat die Kanzlerin auch nicht bekommen. 

Dr.-Ing. Josef Köhler Kochel am See

Unsere Politiker und die Journalisten werden derzeit nicht müde, die großen Nachteile des Brexit aufzuführen. Für die EU und insbesondere Deutschland ist er sicherlich sehr nachteilig, entfällt doch neben einer Stimme der Vernunft auch einer der wenigen Nettozahler, sodass wir künftig noch mehr für die EU zahlen müssen. Aber wo sollen die Nachteile für die Briten selbst liegen? Es wird so getan, als ob jegliche Handelsbeziehung abgebrochen würde. Aber konkret: Welchen Nachteil haben denn die beiden anderen europäischen Nicht-EU-Länder, Norwegen und die Schweiz? Verkaufen sie uns etwa kein Gas, keine Finanzdienstleistungen, keine Schokolade, etc.? Wird der Grenzübertritt schwerer, können keine EU-Bürger in diesen Ländern arbeiten? Aber natürlich doch! Aber beide zählen zu den wohlhabendsten Ländern mit den glücklichsten Bürgern. Können sie doch selbst entscheiden, wen sie ins Land lassen, wem sie wieviel Sozialhilfe zahlen, auch über die legendäre Gurkenkrümmung und sogar ihre Staubsaugerleistung können sie selbst entscheiden! Und ersparen sich den monströsen EU-Bürokratie-Apparat. Und als hätte es noch eine letzte Motivation gebraucht verbietet soeben die EU-Kommission die Börsenfusion von London und Frankfurt. Die war zwar eh hinfällig geworden, aber wir Deutschen durften das nicht entscheiden, nein, die EU übernimmt das. Noch Fragen? Sollte sich also Deutschland doch eher die wohlhabenden Staaten Norwegen und Schweiz als Vorbild nehmen? Aber nein, wir verbünden uns lieber mit und zahlen für Pleitegriechen, Rumänien, Bulgarien, etc.. Jedes Volk sollte wissen, wohin es gehört. Die Briten haben es offensichtlich kapiert.

 Helmut Stadtmüller München

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