Leserbriefe

Es ist auch eine Christenpflicht

Gegenwind für Habeck-Vorschlag; Titelseite,Georg Anastasiadis: Prüfung an Europas Außengrenze; Kommentar 23. Dezember

Die Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern auf der Insel Lesbos leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. Nicht nur die Kinder sollten zu uns gebracht werden, sondern auch die Eltern. Bei uns in Deutschland gibt es genügend Wohnraum für alle. Jetzt gerade an Weihnachten haben wir in der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium und in den Gottesdiensten gehört, dass Jesus als kleines Baby im Stall von Bethlehem geboren ist und auch gleich nach der Geburt mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen musste. Gott macht sich ganz klein, um zu uns Menschen zu kommen. Wir sollen Gott bei uns aufnehmen. Wer keine Flüchtlinge aufnimmt, nimmt Gott nicht auf und hat nichts von der Weihnachtsbotschaft verstanden.

Ulrike Strobel

München

Vor allem der Schlusssatz des Kommentars Ihres Chefredakteurs verdient uneingeschränkte Zustimmung, dass nämlich jenseits der wichtigen Klimafrage die eigentliche Hauptaufgabe der neuen deutschen Kommissionspräsidentin an Europas Außengrenzen wartet. Denn seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 warten wir auf eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik. Insbesondere nachdem das sogenannte Dublin-Systems zur Überprüfung der Asylberechtigung von Schutzsuchenden gescheitert ist. Nur, wie können dann angesichts einer solchen Lage die Pläne von Minister Seehofer zur „Schnellprüfung der Asylberechtigung an den Außengrenzen“ umgesetzt werden, wenn bislang schon für eine solch große Herausforderung auf EU-Ebene keine Mehrheit gefunden werden konnte? Einzelne humanitäre Gesten wie die von Grünen-Chef Habeck vorgeschlagene Idee, zunächst 4400 unbegleitete Jugendliche aus den Lagern auf den griechischen Inseln herauszuholen und in Europa zu verteilen, klingen zwar gut, lösen aber nicht die Probleme, sondern schaffen neue. Es entsteht ein Anziehungsmechanismus wie 2015. Denn danach wird der Ruf laut, deren Eltern nachziehen zu lassen usw. Nein, es bedarf einer europäischen Gesamtlösung mit einheitlichen Asylregeln. Humanitäre Gesten können letztlich nur auf der Basis von Rechtsstaatlichkeit durchgesetzt werden. Alles andere ist reiner Populismus.

Gerhard Banholzer M.A.

Oberndorf

Jetzt diskutieren sie wieder, die Damen und Herren in Berlin und Brüssel, darüber, wer was tun sollte und wem was nicht zuzumuten ist und was eine gerechte Verteilung der Lasten ist und vieles andere mehr. Derweilen vegetieren die Flüchtlingskinder im nassen Dreck unter löchrigen Plastikplanen, weil schnelles und zielgerichtetes Handeln nicht zur Kernkompetenz eines Politikers gehört. Warten wir ab, ob die europäischen Institutionen es fertig bringen, hier schnell Abhilfe zu schaffen, wie es die Kirchen fordern. In diesem Zusammenhang sei jedoch die Frage erlaubt, wohin die hunderten von Millionen Euros gelandet sind, die Griechenland vor allem aus deutschen Steuergeldern genau für diesen Zweck, nämlich die unerträgliche Situation der Flüchtlinge zu lindern, bezahlt hat. Wie man jetzt sieht, ist nicht ein Euro dazu verwendet worden, die Lager winterfest zu machen. Aber die Griechen sind ja nicht korrupt, das haben sie ja schon in der Schuldenkrise deutlich unter Beweis gestellt.

Franz Senger

Garmisch-Partenkirchen

Die CDU/CSU sollte das C in Ihrem Parteinamen streichen, denn bei der Kritik von Horst Seehofer geht es um Kinder in höchster Not. Dieses Verhalten ist äußerst unchristlich und schadet der Partei ungemein. Ich schäme mich zutiefst, einmal Mitglied dieser Partei gewesen zu sein. Wenn Herr Seehofer denkt, er kann warten, bis die EU etwas entscheidet, dann kann er bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten. Die EU ist die größte Fehlveranstaltung, die es gibt. Solange osteuropäische Länder dort Mitglied sind, wird sich dort nichts bewegen, außer das wir Deutschen zahlen und nochmals zahlen. Doch armen Kindern helfen werden wir wohl mit dieser Regierung nicht mehr.

Günther Freis

Karlsfeld

Der Philosoph und Schriftsteller Robert Habeck hat sich nach eigenen Worten vom Glauben an Gott entfernt. Was ihn nicht daran hindert, das weihnachtliche „Ihr Kinderlein kommet“ zu verkünden. Zu diesem Zeitpunkt durchsichtiger grüner Populismus!

Hagen Dietzsch

Langenbach



Die Situation der unbegleiteten Kinder auf Lesbos ist seit Jahren in vollem Umfang bekannt, auch deren Anzahl, auch unserem Bundesinnenminister. Zum Teil ist die hohe Zahl auch auf die jahrelang ausgesetzte Familienzusammenführung, bzw. deren unüberwindbare bürokratische Hürden zurückzuführen, dafür verantwortlich ist der Bundesinnenminister. Verlangen Sie doch von einem gestrandeten 10-jährigen er möge innerhalb von drei Monaten aus einem zerbombten Land Unterlagen beschaffen, diese Kinder sind ja oft Voll- oder Halbwaisen. Wären nicht vor Ort auf Lesbos und den anderen Inseln freiwillige Mitarbeiter der griechischen und internationalen NG Organisationen unter vollstem Einsatz tätig, wären schon sehr viel mehr Kinder auf dem Kinderstrich oder als Drogenkuriere oder letztlich auf dem Organhandelsmarkt gelandet. Die gesamteuropäische Lösung ist bestenfalls ein Traum, schlechtestenfalls ein politischer Trick mehr. Bisher ist nur erfolglos gelabert worden, darauf können Kinder aber nicht warten, sie wollen heute menschenwürdig leben Habeck hat also zum richtigen Zeitpunkt das einzig richtige getan und hat zum Beispiel auch die volle Unterstützung der Kirchen, er handelt christlich und humanistisch. Wenn das die C-Parteien nicht ertragen ist es deren eigenes Problem und muss niemand stören. Schamlos ist für mich, wie manche Schreiber jetzt unter z.T. windigen Vorwänden, Habecks Anstoss schlechtreden wollen. Denkt mal lieber an die Milliarden die die deutsche Rüstungsindustrie in all den Kriegen im nahen Osten verdiente und verdient und nicht an die paar Millionen die 5000 Kinder kosten. Alle Mandatsträger in Europa hatten vier Jahre Zeit, die Missstände zu beheben, warum haben sie es nicht getan?, Warum haben manche Menschen gerade an Weihnachten soviel Angst vor sich selbst und den Wahrheiten der Welt? Weihnachten geht bis Lichtmess, also, fröhliche Weihnacht weiterhin!

Johann Augustin Mayr

Feldgeding

Nichts gelernt? Was bewegt einen Grünen Politiker, der sicher an die Regierung will, die gleichen Fehler wie seine (Noch)-Vorgängerin zu machen? Alle Wähler strafen die CDU aufgrund der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel ab und Herr Habeck will die Willkommenskultur neu beleben? Er sollte es eigentlich besser wissen. Deutschland ist nicht der Weltretter, weder bei der Klimadebatte noch bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Also sollten wir uns auch nicht so aufspielen, sondern dafür sorgen, dass es in unserem Land nicht noch mehr Sprengstoff bei Altersarmut, unbezahlbaren Wohnraum und Kriminalität gibt. Da brauchen wir keine humanitäre Geste, die weitere Wähler in die Arme der AfD treibt. Sinnvoller wäre eine finanzielle Unterstützung der vom Flüchtlingsstrom betroffenen Länder wie z.B. Griechenland und Italien vor Ort und die Bekämpfung der Korruption in allen Ländern die mit den Flüchtlingen Geld verdienen bevor wir unseren sozialen Frieden aufs Spiel setzen und damit niemandem geholfen wäre.

Christiane Mahlich

Karlsfeld

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