Wenig christlich

„Seehofer: Startbahn-Streit ,schmerzt‘“; Titelseite 8. Dezember

Die extrem negativen Auswirkungen einer 3. Bahn für die Menschen in der Region sind viel zu gravierend, um diese Fehlplanung nun auch noch als innerparteiliches Machtspiel zu missbrauchen. Das bezeugt nur wieder das wenig christliche Menschenbild der CSU. Wer außer der Wirtschaft will hier in Bayern wirklich ein zweites Ruhrgebiet? Passt es zusammen, dass Frau Scharf besorgt zum Klimagipfel reist (per Zug?), aber Kerkloh in einem unsäglich durchsichtigen Manöver seine Zahlen mit einer Billiglinie schönen darf? Dass Frau Scharf vor Trinkwassermangel in Bayern warnt, das Freisinger Trinkwasserschutzgebiet aber direkt unter der geplanten An- und Abflugschneise liegt? Die 3. Startbahn ist in Zeiten des Klimawandels kein Leuchtturmprojekt, sondern ein Dinosaurier aus einem vergangenen Zeitalter. Wir haben nur eine Erde. Temperaturanstieg, Wetterextreme, Wirtschaftskriege um Ressourcen und Völkerwanderungen werden uns früher oder später zwingen, umzudenken. Die Politik darf sich die Zukunftsplanung daher keinesfalls von der Wirtschaft diktieren lassen, sonst macht sie sich schlichtweg unglaubwürdig und unwählbar. Seehofer ist weitsichtig genug um das zu erkennen.

Anne Werkmeister Freising

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Horst Seehofer, das hört sich ja sehr gut an, dass es Ihnen in Attaching so gut gefallen hat. So gut, dass Sie bereits einen zweiten Besuch planen. Der Rest Ihrer Partei aus dem bayrischen Landtag hat den Weg nach Attaching leider noch nicht gefunden. Bürgernah war mal ein hochgetöntes Wort einiger CSU-Granden. Leider nur eine hohle Worthülse ohne Aktionen. FMG-Chef Kerkloh und seine Vasallen kennen Attaching auch nur aus den Medien. Auch hier Glanz durch Abwesenheit. Irgendwie gibt es hier Menschen, CSU-Mitglieder und Startbahnbefürworter, die aber in unterschiedlichen Jahrtausenden agieren, oder eben nicht agieren. Innenminister Joachim Herrmann posaunt mit seiner Prognosenliste. Die Wetterberichte arbeiten aktuell auch noch mit Prognosen. Das ist eben der Stand der Technik bei der Wettervorhersage. Von einem erfahrenen Politiker erwarten wir Bürger zu wichtigen Themen stichhaltige Argumente und keine Prognosen! Oder dürfen Studenten an bayrischen Universitäten bei den Prüfungen, insbesondere in Mathematik und Technik, ab sofort auch mit Prognosen arbeiten? Da wird es bei exakten Lösungen bleiben! Haben Sie vielleicht schon mal als Wetterkundler gearbeitet? Von welcher Wetterkerzenblume lesen Sie Ihre „Weisheiten“ ab? Meine Prognose: Verwelkte Distel oder vertrocknete Brennnessel.

Sebastian Holzner Wolfersdorf

Seehofer will wieder nach Attaching fahren, heißt es. Dort fand am 29.Oktober eine Begegnung mit den betroffenen Bürgern statt. Horst Seehofer sagte: „Nach allem, was mir an Fakten bekannt wurde, sehe ich den Bau der 3. Startbahn für nicht nötig an. Aber lassen Sie mir Zeit, im Dezember werde ich meine Entscheidung bekannt geben“. Dass daraus nun nichts wird, liegt an seiner Vernetzung mit der Fraktion und dem CSU Kollektiv. Das Kollektiv, ein Bund, in dem möglichst keiner dem anderen weh tun will, hat Unterschriften gegen den Chef gesammelt mit dem Ziel, ihn zu demütigen. Ein einmaliger Vorgang, ehrabschneidend, hinterfotzig. Nicht vernetzte Menschen gehören sich selbst, vernetze aber der „Katz“, wenn das Kollektiv einen loswerden will. Und das will ein Erwin Huber, der seinem Chef, wo immer es sich fügt, ein Bein stellt. Wenn sich Netzfäden, weil allzu verworren, nicht mehr entflechten lassen, dann schneidet man die fiesen Stellen einfach heraus. Sollten Sie sich Herr Seehofer dazu durchringen können, dann hat sich das 3. Startbahnproblem mit erledigt.

Richard Birk Freising

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