Umweltfreundliche Bahn - umweltfeindlicher Flugverkehr

Mehr Billigflüge ab München; Titelseite 18. März

Die Umwelt verändert sich wegen der explosionsartigen Vermehrung der Menschheit und des damit steigenden Energieverbrauches. Bald siebeneinhalb Milliarden Menschen lassen sich nicht wegdiskutieren. Die daraus folgenden Katastrophen sind beinahe schon täglich in den Nachrichten. Für was gibt es eigentlich die Umweltgipfel der Staatsoberhäupter, in denen Einsparungen im CO2-Ausstoß vereinbart werden, die dann durch ständig steigenden Energieverbrauch auch im Flugverkehr doch wieder ad absurdum geführt werden. Als Argumente für den Flughafenausbau wird immer angeführt, die nachfolgenden Generationen brauchen Arbeitsplätze oder die Wirtschaft geht kaputt. Die wird es in unserer Boom-Region auch in den kommenden Jahren geben. Aber wie schaut in 20 bis 30 Jahren die Natur aus, ist die dann noch lebenswert? Schon heute sind große Teile der Bevölkerung durch Lärm und Gestank geschädigt, und das nicht nur in der Flughafenregion. München ist heute mit der Infrastruktur wie Bahnen, Straßen am Ende. Bei der kleinsten Störung bricht der S-Bahnverkehr zusammen, von der täglichen Überfüllung der Bahnen gar nicht zu sprechen. Das gleiche auf den Straßen, auf den Ringstraßen nur noch Staus. Der Auto- und Lkw-Verkehr wird zu Recht verteufelt, aber wenn die Zahlen im Luftverkehr steigen, ist das positiv. Welche Logik steckt da dahinter? Der Luftverkehr ist einer der schlimmsten Umweltschädlinge. Statt den Luftverkehr durch Steuern und Umweltabgaben besonders auf Inlandsflügen zu verteuern, wird er auch noch subventioniert. Am Flughafen München etablieren sich offenbar immer mehr Billigflieger, denen auch noch, wie vor einigen Wochen berichtet, finanziell unter die Arme gegriffen wird. Und offenbar kommt man ihnen auch noch bei den Start- und Landegebühren entgegen. Die umweltfreundliche Bahn zahlt auf ihren Energieverbrauch genauso wie jeder Autofahrer Energie- und Mehrwertsteuer, die den Löwenanteil bei Strom- und besonders bei den Brennstoffkosten ausmacht. Aber Herr Kerkloh will sich mit der dritten Startbahn offenbar noch ein Denkmal setzen und da ist dann jedes Mittel recht, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn schon keine signifikante Steigerung der Flugzahlen erreicht werden kann, dann werden halt diese bisher verschmähten Billigflieger umworben.

 Roland Mayer Freising

Allenfalls bei den Slots (Zeitfenster für Starts und Landungen) könnte es eng werden, wird Pressesprecher Ingo Anspach zitiert. Dahinter kann man wieder einen Mosaikstein hin zum Bau einer dritten Startbahn vermuten, erforderlich aus „wirtschaftlichen Gründen“. Dem ist aus Verantwortung für die betroffene Bevölkerung entgegenzuhalten: München ist eine Boom-Region, von den hier etablierten Betrieben wird kaum einer wegen nicht immer optimaler Flugverbindungen absiedeln oder sich von eine Ansiedlung abhalten lassen. Für ganz Bayern ist der wirtschaftliche Gewinn aus einer zusätzlichen Start- und Landebahn marginal, die FMG wird nie zu einer Melkkuh, die mit ihren Gewinnanteilen wesentlich zum Staatshaushalt beiträgt. Und benötigte Arbeitskräfte sind aus der Region kaum noch zu gewinnen. Auf der anderen Seite stehen die tagaus tagein von den zusätzlichen Belastungen mit Lärm und Abgasen und fehlendem Wohnraum unmittelbar und den von der immer stärker belasteten Infrastruktur von Straßen bis Schulen und Kindergärten mittelbar betroffenen Menschen. Einer Staatsführung, die das Wohl der Menschen im Auge hat, müsste der Schutz dieser Personen wichtiger sein als ein aus propagandistischen Gründen hochgewerteter und nie mit belastbaren Zahlen belegter wirtschaftlicher Gewinn.

Hans Michael Miller Freising

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