Noch mehr Lärm ist den Menschen nicht zumutbar

Christian Deutschländer: Startbahn: Seehofer macht Tempo; Titelseite 30./31. Dezember/1. Januar Weniger Flugverkehr; Leserforum 2. Januar

Geben wir dem Seehofer doch die Bahn, verehrte Mitbürger, aber nur zu dem Preis, dass wir Bürger diese Partei bei der nächsten Wahl so zurechtstutzen, dass dem Seehofer und dem Söder Hören und Sehen vergehen. Dieser Liebesentzug, heute angekündigt – so wie bei einem kleinen Kind, das auch nicht so recht glaubt, dass der Papa es ernst meint – wird die Verantwortlichen wieder zur Vernunft bringen. Selbst eingefleischte CSU-Wähler der Region und aus ganz Bayern – Schmutz und Gifte ersticken nämlich nicht nur Freising, sondern flächendeckend das ganze Land – sollten bei der nächsten Landtagswahl der CSU wenigstens einmal in den zig Jahren, die sie CSU wählten, mit Stimmentzug drohen, wenn nicht endlich das Geschwätz von einer 3. Bahn aufhört. Wir Bürger sind nicht so hinterfotzig, wie Horst Seehofer, der in Attaching erst was verspricht und dann das Gegenteil andeutet. Wir, Herr Ministerpräsident im Vorruhestand und Markus Söder in spe, tun das, was wir sagen. Und wir sagen: Kommt die 3. Bahn nicht vom Tisch, dann seid ihr es.

 Ludwig Grüll Freising

Mit den jüngsten Äußerungen von Herrn Seehofer bekommt die Startbahndiskussion eine neue Dimension. Ging es bisher um den Bedarf für den Ausbau des Flughafens und darum, ob man eine aus allen Nähten platzende Region dadurch noch weiter belasten darf, so stellt sich nun zusätzlich die Frage, wie der Regierungsstil der CSU künftig aussehen wird: Wird es weiter eine Koalition mit dem Bürger geben oder soll zukünftig über deren Köpfe hinweg regiert werden? Bislang waren sich Alt- und Neu-Ministerpräsident darüber einig, dass über die 3. Startbahn nicht mit Tricksereien in Hinterzimmern entschieden werden soll, sondern transparent, demokratisch, ohne Hintertürchen und ohne das Votum der Münchner Bürgerschaft zu übergehen. Alleine dass Seehofer diese früheren Aussagen nun gar nicht mehr erwähnt, lässt Ungutes erahnen. Er verweist auf einen angeblichen geänderten, starken Aufwärtstrend - neue Gutachten dazu bleiben aber unveröffentlicht. Wo ist da Transparenz? Er will mit der CSU-Fraktion den weiteren Weg besprechen, erwähnt die Stadt München aber mit keinem Wort. Wo ist da Demokratie und die Achtung des Bürgerentscheides? Bisher hat man juristische Tricks zur Aushebelung des Vetorechts Münchens ausgeschlossen - nun liebäugelt man mit einer AG-Umwandlung. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit? 

Josef Felber Hallbergmoos 

Von Beruf war ich Fluglotse, ich stehe der Luftfahrt sehr aufgeschlossen gegenüber. Aber die 3. Startbahn in München ist den Menschen im Lärmbereich des Flughafens nicht mehr zumutbar. Jetzt ist schon der ganze Norden Münchens, Teile des Dachauer Landes und des Landkreises Freising vom Lärmteppich der Flugzeuge überzogen, wird die dritte Startbahn gebaut, dehnt sich der Lärmteppich weiter nach Süden und Südosten aus. Die Fluglotsen benötigen durch die Steigerung der Flugbewegungen zur Staffelung der startenden und landenden Flugzeuge mehr Platz. Vom Fluglärm sind dann zusätzlich besonders Orte wie Feldkirchen, Kirchheim, Poing, Haar betroffen und große Teile des Landkreises Ebersberg. Dann würden sie sich ab sofort nicht mehr für den Ausbau des Flughafens einsetzen, sondern sich darum kümmern, dass Flüge von und nach Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt, Berlin endlich eingestellt werden. Die sind in der Zeit schneller Bahnverbindungen nicht mehr notwendig. Der Flughafen München ist noch lange nicht ausgelastet, die Wirtschaft kommt mit dem Flugangebot ganz gut zurecht. Der deutsche Luftraum, der die meisten Flugbewegungen weltweit hat, stößt in bestimmten Bereichen an die Grenzen seiner Kapazität.

 Hans Lüdorf Kirchheim

Herr Mörwald hat recht, dass der innerdeutsche Flugverkehr vermutlich in 20 - 30 Jahren durch Schnellzugstrecken wie in Frankreich oder Japan stark vermindert wird. Gemäß offizieller Prognose wird sich das internationale Flugpassagieraufkommen von 2017 bis 2036 fast verdoppeln. Durch die Verwendung größerer Flugzeuge werden sich die Starts und Landungen jedoch deutlich geringer erhöhen. Dass die offiziellen Zahlen plausibel sind, kann an den bestellten Flugzeugen (zusätzlich und Ersatz) abgelesen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Erweiterung des Münchener Flughafens durch eine 3. Start- und Landebahn durch kompetenten Fachleute entschieden wird und nicht durch lautstarke Protestierer. Gefragt werden sollten die Bürger Bayerns, die von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Bayern profitiert haben und werden. Der Flughafen München hat entscheidend dazu beigetragen. Bayern baut als einziges Bundesland seine Schulden bis 2030 ab. 

Dieter Lewig Holzkirchen

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