Leserbriefe

Fragen zur Corona-Pandemie

Mutiertes Virus erhöht Impf-Druck; Titelseite, Impfen: Einzeltermine ab Ende Januar; Bayern 22. Dezember

Besteht da nicht ein Widerspruch? Sowohl im Impfzentrum Freising als auch in Peißenberg (Landkreis Weilheim) wird in den nächsten Wochen nicht geimpft, da mobile Impfteams in Pflegeheimen zum Impfen eingesetzt werden sollen. Warum geht das nicht zweigleisig? In überdurchschnittlich kurzer Zeit haben Menschen in Wissenschaft und Forschung sich dafür eingesetzt, das rettende Mittel zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen; ebenso schnell wurden Impfzentren geschaffen. Es ist gut und richtig, zuerst die Schwächsten und am meisten Gefährdeten, auch das medizinische Personal zu impfen; aber warum sollen die Impfzentren wochenlang ungenutzt bleiben? Auch Hausärzte sollten miteinbezogen werden.

Auf eine Annonce der Johanniter, die medizinisches Personal anheuern wollten, haben sich angeblich mehr Menschen gemeldet, als gebraucht worden sind. Ich kenne sehr viele über Achtzigjährige, die zu Haus wohnen. Warum die nicht zur gleichen Zeit im Impfzentrum behandeln? Ansonsten verschiebt sich die gesamte Anmeldung zur Impfung um Wochen, wie es in der Zeitung heißt.

Neidisch sehen wir die Freudenbilder der Menschen, die in anderen Ländern bereits geimpft worden sind. Die Meinungen zur Impfung sind, wie wir wissen, sehr geteilt. Für mich sind eventuelle Nebenwirkungen im Vergleich zu einem qualvollen frühen Corona-Tod in Kauf zu nehmen. Wir hören und lesen die Statistiken, aber jeder einzelne Tod ist für sich furchtbar. Und Corona ist jetzt überall! Je länger wir auf die Impfung warten müssen, je mehr Menschen werden noch sterben. Wir sollten nichts überstürzen, aber genau so schnell und mit all unserer Kraft wie die Wissenschaftler und Impfstoffhersteller sowohl in den Pflegeheimen als auch im Impfzentrum mit dem Impfen beginnen! Eine baldige Aufforderung und Anmeldung zur Impfung wäre für viele ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!

Monika Propach-Voeste

Weilheim

In den verschiedensten Medien, bei denen ich mich informiere, wurden bis jetzt noch nicht die Fragen gestellt und somit nicht beantwortet, die wichtig sind. Was geschieht, wenn ein aktuell infizierter Mensch geimpft wird, der von seiner Infizierung nichts weiß? Ist er nach der Impfung coronafrei? Was ich nicht glaube. Wird bei einem positiven Corona-Test geimpft? Wie ist das Risiko der Nebenwirkung bei Geimpften, die vorher infiziert waren, mit oder ohne Wissen? Da dürfte die Zeit zwischen Infizierung und Impfung eine Rolle spielen. Mich wundert, dass diese Fragen (zumindest vor einem breiten Publikum) nicht gestellt werden. Zuletzt die wichtigste, fehlende Antwort, die jedoch niemand mit Sicherheit geben kann. Was passiert, wenn ein bereits Infizierter geimpft wurde mit dem Virus? Mutiert er, wird gegen den Impfstoff immun und verbreitet sich? Alle diese Fragen können nur mit dem Wahrscheinlichkeitsprinzip unter Berücksichtigung des derzeitigen Kenntnisstands beantwortet werden. Der Kenntnisstand zeigt jedoch auch, dass die Impfungen das Wichtigste sind, um die Pandemie wenigstens einzudämmen.

Reinhold Frech

München

Kürzlich sagte ein Abgeordneter im deutschen Bundestag: „Oh Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!“. Das wäre bei der Verabschiedung des Bundeshaushaltes 2021 dringend nötig gewesen. Satte 46,93 Milliarden Euro mühsam verdienter Steuergelder werden in den Verteidigungshaushalt gepumpt. Gegen wen kann und muss sich denn Deutschland noch verteidigen? Gegen niemanden!

Von den Gemeinschaftsprojekten wird Deutschland mit Sicherheit die meisten Systeme abnehmen und dafür ein paar mickrige Prozentchen des Fertigungsanteils erhalten. Man kann davon ausgehen, dass die neu beschafften Superwaffen in wenigen Jahren wegen technischer Überalterung wieder außer Dienst gestellt werden. Sollten die neuen Waffen die gleiche katastrophal schlechte Einsatzbereitschaft haben wie seit Jahren die bestehenden (Schiffe, Panzer, Hubschrauber etc.), werden sich wenigstens die laufenden Betriebskosten im Rahmen halten. Angesichts der Corona- Pandemie muss doch jeder verfügbare Euro in deren Bekämpfung gesteckt werden. Impfstoffe sind in Sichtweite, jedoch hilft das keinem bereits Infizierten. Bisher gibt es kein Medikament, das eine nachgewiesen akzeptable Wirksamkeit hätte. Hier wäre ein Teil der verpulverten 46,93 Milliarden Euro sehr viel besser investiert, zumal es vielen Betroffenen Heilung und in manchen Fällen sogar das Leben schenken würde.

Dieter Anderl

Esting

Es ist nicht verwunderlich, wenn in Deutschland die Corona-Zahlen einfach nicht sinken wollen? Dies ist sicherlich auf die Halbheiten der Ausführungsbestimmungen mit den zahlreichen Ausnahmen zurückzuführen. Ich darf diesbezüglich einmal die Vorgehensweise Frankreichs erwähnen: In den Hochzeiten der Pandemie wurden in Frankreich 50 000 Infekte an nur einem Tag gemeldet.

Um einem weiteren explosionsartigen Anstieg entgegenzuwirken, wurde unmittelbar darauf eine absolute Ausgangbeschränkung jeweils von 0:00 – 24:00 Uhr für mindestens zwei Wochen angeordnet. Das bedeutete, dass jegliche Besuche verboten waren und nur eine einzelne Person einmal am Tag für eine Stunde das Haus verlassen durfte, um unbedingt notwendige Besorgungen zu erledigen. Dazu war auch zwingend erforderlich, dass ein Passierschein aus dem Internet heruntergeladen werden musste, in dem der Name nebst Uhrzeit, Datum und Grund des Ausganges anzugeben waren. Bei Nichtbeachtung drohten ganz empfindliche Strafen.

So konnten innerhalb von zwei Wochen die exorbitanten Infektionszahlen erheblich gesenkt und damit sicherlich auch viele Leben gerettet werden. In Deutschland sind wir inzwischen mit Datum von heute mit unserem Lockdown bei Infektionszahlen von 32 000/Tag angelangt. Wo bleibt da die Wirksamkeit? Warum kann Deutschland dem französischen Beispiel nicht einmal folgen? Ich bekomme jetzt sicherlich Begriffe wie Grundgesetz, Würde des Menschen usw. zu hören. Auch bei einem solchen Notfall! Doch glaube ich, dass hier die körperliche Unversehrtheit (Gesundheit) ein höheres Gut als die vorübergehende Einschränkung des einzelnen Individuums darstellt.

Michael Thies

Grafrath

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