Hat unser Geld ausgedient?

Hat unser Geld ausgedient? Steueroasen, Steuervermeidung, Schwarzgeld, schmutziges Geld, Briefkastenfirmen, Panama-Papers. Sind das nicht deprimierende Begriffe?

Sie alle stehen in Bezug zu unserem Wertemesser, genannt Geld. Wir, die normalen Bürger, müssen es verdienen, um leben und überleben zu können. Wir sind eindeutig in der Überzahl, das nützt uns aber gar nichts. Denn immer mehr Personen, die an gewissen Schalthebeln sitzen, verdienen Geld nicht, sondern sie nehmen es sich. Oft sehr viel mehr, als anständig wäre, wieso nicht? Und wie einfach dieses Ziel zu erreichen ist, wenn die Voraussetzungen erst einmal stimmen, die man sich unter guten Freunden gegenseitig ermöglicht. Fondmanager entnehmen in London usw. ungestraft jährlich so viele Millionen, dass Begüterte oft richtig arm aussehen. Woher kommen all diese Millionen? Genau, vom kleinen Anleger, der sich irgendeine Rendite versprach – klappt aber oft nicht so richtig. Unsere Spitzenverdiener haben da Nachholbedarf. Aber, der Anfang ist gemacht. Immerhin genehmigen sich Winterkorn usw. mindestens zehn Millionen. Wofür? Leistung? Und die Boni laufen nach dem sorgfältig geplanten Vernichtungsschlag gegen das eigene Unternehmen munter weiter, natürlich heimlich, klar doch. Und wer sitzt in den Aufsichtsräten dieser Weltunternehmen und genehmigt mit? Jawohl, die Freunde aus den anderen Weltunternehmen. Was tun mit all der Kohle? Richtig: siehe erster Satz dieser Ausführung, denn abgegeben wird nichts. Verstecken war mühsam genug, den Banken sei Dank. Was wird gegen dieses Entsetzen unternommen? Geredet, verhandelt, nachgedacht. Steuerschlupflöcher in Europa schließen? Fehlanzeige. Erst einmal Zinsen für jedermann abschaffen, oben Aufgeführte lachen sowieso über Zinsen, die Dragis ebenso. Was wächst in diesem Segment am meisten? Weltweite Korruption, ungestraft. Lasst uns weiter Wirtschaftshilfen geben – natürlich unkontrolliert, wie immer. Meine Angst: Unser Geld scheint als Wertmesser ausgedient zu haben. Doch was könnte eine Alternative sein?

Ben Lehman Berg

 

Die EZB-Politik zeitigt verheerende Auswirkungen nicht nur auf die Renten des kleinen Mannes, sondern auch auf die Reformbereitschaft der Schuldenstaaten – siehe zunehmende Schuldenlasten in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland. Das ist dem Bürger und Wähler seit langem bewusst. Jetzt scheint auch die Politik aufzuwachen. Die Frage lautet, warum erst jetzt, obwohl unser Bundesfinanzminister nach eigenen Angaben die Grundrechenarten beherrscht? Antwort: Die Angst um die Mandate bei den nächsten Wahlen geht um. Gut so! Eine Umkehr der EZB-Politik hin zu seriösem Handeln im vorgegebenen Rechtsrahmen beinhaltet allerdings ein Scheitern des Euro in Form und Umfang. Das ist der Politik ebenfalls bewusst und davor fürchtet man sich. Fazit: Die Reaktion der Schäubles und Co. ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten.

Walter Schmitz Eching am Ammersee

 

 

Die EZB versucht verzweifelt eine sich anbahnende Deflation zu verhindern. Mit geldpolitischen Mittel wird das EZB-Chef Draghi nicht mehr schaffen. Derzeit wird mit Helikoptergeld, wie die Finanzexperten von CDU /CSU es richtigerweise nennen, versucht die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Ursache der Krise haben die Experten Söder, Dobrindt und Co aber nicht verstanden, oder wollen es nicht verstehen. Sie liegt in der ach so erfolgreichen Außenhandelsüberschusspolitik Deutschlands. Dem Land, wo die Löhne real die letzten 15 Jahre nicht gestiegen sind und die Binnennachfrage lahmt. Irgendwer, das hat Georg Anastasiadis in seinem Kommentar schön herausgestellt, muss dafür zur Kasse gebeten werden. Momentan sind es nur die Sparer, die keine Zinsen mehr bekommen. Spätestens mit dem Ende des Euros, das ich für 2017 mit den Wahlen in Frankreich kommen sehe, wird auch unserer Wirtschaft kollabieren. Und am Ende zahlen die Gläubiger, nicht die Schuldner die Zeche. Freuen wir uns als noch kurz über den schönen Titel des Exporteuropameisters.

Rainer Forster Kirchberg

 

 

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Im Schnitt kostet uns die Nullzinspolitik der EZB also 2450 Euro. Auf welcher Basis diese Zahl berechnet wurde, ist dem Artikel leider nicht zu entnehmen. Aber Hand aufs Herz: Jeder Leser dieses Leserbriefes sollte doch bitte einmal seine letzten Steuerbescheide hervorkramen und schauen, wann er denn überhaupt schon einmal eine solche Summe im Feld Kapitalerträge hat eintragen können. Setzt man zum Beispiel eine Verzinsung von 3 % an, dann hätte man über das Jahr gerechnet schon mehr als 81 000 Euro auf der hohen Kante haben müssen- bei niedrigeren Zinssätzen entsprechen mehr. Bei dem heutigen Einkommensniveau werden es nicht so viele sein. Des weiteren ist anzumerken: Warum traut sich keiner unserer Wirtschaftsexperten zu sagen, dass ein niedriger Zinssatz mehr Bürgern zugutekommt, als ein hoher? Geht man davon aus, dass im Schnitt 40% jedes Warenpreises versteckte eingepreiste Kreditzinsen sind, die ich zu zahlen habe - ob ich will oder nicht - sind niedrige Kreditzinsen bei Unternehmensinvestitionen eher förderlich für alle als hohe. Und noch eine Bemerkung zu guter Letzt: Wenn ich auf mein Sparguthaben 4% Sparzins fordere, dann muss die Bank jemanden finden, der ihr Geld für ca. 7% leihen will. Wollen Sie derjenige im umgekehrten Falle sein? Fakt ist nur eines: Die Rückzahlung der Kreditsumme nebst Zinsen ist stets mit Hände Arbeit zu verrichten, zusätzlich besteuert mit bis zu 45% Einkommensteuer. Der Zinsertrag für ein Nichtstun kommt einfach so und wird mit 25% besteuert. Finden Sie das gerecht?

 Bernhard Mühlberg Eching

 

 

Da reibt man sich verwundert die Augen: Deutsche Politiker erkennen jetzt schon, dass die Politik der EZB rechtswidrig ist. Michael Fuchs: „Wir sind noch nicht laut genug.“ Die Mahner und Warner vor der Vernichtungspolitik Draghis Waren alle ganz schön laut , nur die Verantwortlichen wollten sie nicht hören oder haben schlichtweg die Machenschaften dieser Bankster nicht verstanden. Die Zerstörung unseres Renten und Altersvorsorgesystems dürfte bereits irreparabel sein. Dazu kommen noch an die 10 Millionen PKV-Versicherte, die langfristig die Prämienerhöhungen nicht mehr bezahlen können. In der Altersvorsorge kenne ich einige Leute , die ihre Verträge kündigen . Jugendlichen heute eine Altersvorsorgeanlage zu empfehlen ist schlichtweg unmöglich und falsch . Der Geldvernichter Draghi macht alle Bemühungen zunichte. Besonders dummdreist ist dann noch die Aussage: Negative Sparzinsen gleichen sich durch niedrige Kreditzinsen aus. Nach dem Motto: Eine Hand in kochendes, eine Hand in Eiswasser, die Durchschnittstemperatur stimmt! Es wird Zeit , dass unsere Politiker ihren Auftrag wahrnehmen: Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und nicht Zockerbanken zu unterstützen.

Ernst C. Steinhilber Landsham

 

 

Nullzinsen kosten jeden Bürger im Schnitt 2450 Euro; Titelseite, Georg Anastasiadis: Merkels Renten-Problem; Kommentar, EZB-Politik kostet Sparer fast 200 Milliarden Euro; Wirtschaft 11. April

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