Manipulierte Studien

Brüssel: Zehn weitere Jahre Glyphosat; Titelseite 12 Juli

EU-Kommission erwägt, Glyphosat Zulassung um 10 Jahre zu verlängern. Trotz des aktuellen Skandals um manipulierte Studien erwägt die EU-Kommission die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um 10 Jahre zu verlängern. Das Kollegium der EU- Kommissare beschloss, Gespräche darüber mit den EU-Mitgliedstaaten aufzunehmen. Dies bestätigte die EU-Kommission dem Umweltinstitut München auf Anfrage. EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis sieht diese Bedenken nun ausgeräumt, da die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) zu dem Schluss gekommen ist, Glyphosat sei nicht krebserregend. Das Umweltinstitut hat dagegen große Zweifel an der ECHA- Bewertung. „Die Einstufung von Glyphosat durch die EU-Chemikalienbehörde basiert weitgehend auf Untersuchungen der Hersteller. Es ist aber öffentlich bekannt, dass einige dieser Studien vom Glyphosat-Hersteller Monsanto manipuliert wurden. Wenn die EU Glyphosat auf Basis gekaufter und gefälschter Wissenschaft wieder zulässt, untergräbt sie ihre eigene Glaubwürdigkeit. Im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in den USA wurden kürzlich die sogenannten „Monsanto Papers“ veröffentlicht. Aus diesen internen Dokumenten geht hervor, dass Monsanto gezielt Einfluss auf Studienergebnisse genommen und Wissenschaftler bezahlt hat, um von Monsanto verfasste Studien in ihrem Namen zu veröffentlichen. „Die ungeheuerlichen Vorgänge rund um die Bewertung von Glyphosat müssen rückhaltlos aufgeklärt werden“, fordert Vogt. „Deshalb stellen wir uns hinter der Forderung einiger EU-Abgeordneter nach einem Untersuchungsausschuss im Europäischen Parlament.“ Mehr als 740 000 Menschen haben für die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat bereits online unterschrieben. Gibt Ihnen das nicht zu denken, Frau Merkel und Herr Schmidt? 

Ingrid Ehlers Aschau im Chiemgau

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