Lichtblick für die gebeutelte griechische Bevölkerung

Union ringt um Hilfen für Athen; Titelseite, Georg Anastasiadis: Gefährlicher Blankoscheck; Kommentar, Til Huber und Christian Deutschländer: Söder fordert ein Pfand von Athen, Interview mit Markus Söder; Politik 17. Februar

Ihr Kommentar ist großartig, dennoch fehlt eine außerordentliche Mahnung an die Regierenden Europas. Sie schreiben zu Recht: Es braucht ein ernsthaftes Ringen um Lösungen! Wären die sogenannten Geldgeber, eigennützige Spender, nicht so hirnverbrannt stur, dann würden sich alle, aber auch wirklich alle Personen aus Wirtschaft, Politik und Kultur dafür einsetzen, dass sich die Griechen endlich wieder aus eigenen Kräften am Leben halten können, um dann wieder zu einem gesunden Lebensstandard zu kommen. Wie? Es ist so einfach: Gebt endlich den Griechen ihre von der EWG/EU entwertete Landwirtschaft zurück, ihre Industrie, wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Autoherstellung, Webereien, Brauereien, Saftfabriken und, und, und. Dann gibt es Arbeitsplätze, die Jugend sieht wieder Perspektiven und findet den Mut zum wirklichen Leben zurück. Statt den Urlaub auf den Inseln in feinsten Hotels zu verbringen, sollten die Politiker mehrere Wochen des Jahres unter den Armutsverhältnissen vieler Griechen leben, dann würden sie endlich das verdammte Brett vor ihrer Stirn abschrauben.

 Marlis Thumm München

Herr Draghi druckt jeden Monat einen zweistelligen Milliardenbetrag an neuen Euros auf Kosten des deutschen Steuerzahlers und der Eurostabilität. Außer gelegentlicher, zaghafter Kritik deutscher Politiker haben wir uns daran gewöhnt. Umso größer ist zweimal im Jahr der Aufschrei unserer beiden Finanzminister Schäuble und Söder, wenn Griechenland wieder mal 5 oder 7 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm benötigt um nicht Pleite zu gehen. Ein Schuldenerlass für Griechenland würde die Zahlungsmoral erschüttern und den Druck zu Reformen und Ausgabendisziplin schwächen, sagte Herr Söder dem Münchner Merkur. Alleine wenn man die oben genannten Zahlen in Relation setzt, sieht man schon klarer als unsere beiden Bewahrer der Eurostabilität dies offensichtlich tun. Wenn man dann noch die besagte Zahlungsmoral und den Druck zu Reformen und Ausgabendisziplin anderer südeuropäischer Länder unter die Lupe nimmt, erkennt man die Fehleinschätzung des bayerischen Finanzministers. Dass nämlich diese Zahlungsmoral und die Bereitschaft zu Reformen auch ohne einen Schuldenschnitt für Griechenland fast nicht mehr vorhanden sind, mit weiter abnehmender Tendenz, weiß eigentlich jeder. Grund hierfür sind ganz andere Entwicklungen, nicht zuletzt die oben genannte Geldorgie des Zentralbankpräsidenten. Herr Weber hat dies erkannt und seine Meinung geändert. Das verdient in meinen Augen Respekt. Ein Schuldenschnitt muss kein Blankoscheck werden, man kann ihn auch an Bedingungen knüpfen. Er ist jedenfalls viel klüger als starrsinnig ein totes Pferd weiter zu reiten. Und er wäre endlich ein Lichtblick für die gebeutelte griechische Bevölkerung. Die Wähler des Nordens werden von denen belogen, die behaupten, dass Griechenland ohne Schuldenschnitt zu retten ist, und nicht von denen, die jetzt erkennen, dass dies eine Fehleinschätzung war und deshalb ihre Meinung ändern. 

Wolfgang Siebler Söcking

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