Guttenberg – nichts dazugelernt?

„Guttenberg attackiert Uni Bayreuth“; Titelseite 29. November

 Der Herr Baron hat offfenbar beim „Querlesen“ seines Buches, bevor er es für den Druck freigegeben hat, genauso geschludert, wie bei seiner Doktorarbeit, sonst wäre ihm aufgefallen, dass gerade die Staatsanwaltschaften nicht als Beispiel für Unabhängigkeit geeignet sind, denn sie sind hierarchisch gegliedert. Die oberste Dienstaufsicht liegt beim Justizministerium und zur Dienstaufsicht gehört die Weisungsbefugnis. Die Staatsanwaltschaften erhalten aber als Organ der Exekutive keine Weisungen von den Gerichten.

Heinz Ulmer München


Guttenberg, oh bleib noch da, drüben in den USA. Deutschland hat einmal getobt und in den Himmel dich gelobt. Doch mit deinem Plagiat hast du beschissen in der Tat und in Deutschland, ich kann’s versteh’n, will dich so mancher noch nicht seh’n. Außerdem, da würde ich wetten, kannst du den Euro auch nicht retten. Drum bleib noch da, wo du jetzt bist, bis noch mehr Gras gewachsen ist. Denn irgendwann – so wie auf Weiden – kommt jemand, um das Gras zu schneiden. Und ist dann alles kurz und klein kommst du vielleicht auch wieder rein, aber wohl erst in einigen Jahren.

Stefan Widhopf Seeshaupt


Nichts dazugelernt? Mit neuer Frisur und ohne Brille präsentiert sich der „Plagiator“ und Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg, aber hat er sich auch sonst verändert? Gar dazugelernt? Scheinbar nicht, wenn er in seinem Buch „Vorerst gescheitert“ davon spricht, dass die Uni Bayreuth „in dieser Sache leider nicht unabhängig, wie etwa die Staatsanwaltschaft, sondern immer Partei“ war. Die während der Affäre zur Schau gestellte Demut währte nicht lange. Auch die Kanzlerin, eine große Förderin des Grafen bekam noch einen Seitenhieb ab. Der, für mich, uneinsichtige Graf ist auch weiterhin gescheitert. Schnell hat zu Guttenberg vergessen, dass GuttenPlag festgestellt hat, dass in „seiner“ Doktorarbeit 1218 Plagiatsfragmente aus 135 Quellen, auf 371 von 393 Seiten verwendet wurden und die Staatsanwaltschaft Hof am 23. November 2011 bekannt gab, dass bei 23 Textpassagen strafrechtlich relevante Urheberrechtsverletzungen festgestellt wurden. Den „Persil-Schein“, die Einstellung des Verfahrens, gab es allerdings nur gegen Zahlung einer Auflage von 20 000 Euro an die Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe. Einen Politiker, der die anderen verantwortlich macht, aber selbst nicht Willens oder unfähig ist Verantwortung zu übernehmen brauchen wir nicht, davon gibt es schon genug in Bayern und in Deutschland. Genauso wenig braucht Bayern oder Deutschland zu Guttenbergs langweiliges Buch. Scheinbar braucht es nur der schneidige Graf, um die 20 000 Euro zu zahlen. Das Lesen dieses „Werkes“ ist pure Zeitverschwendung – es gibt viel wichtigere und lesenswerte Bücher in der derzeitigen Wirtschaftskrise.

Jürgen Klein Schwabhausen

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