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Impf-Debatte

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Kommentare

Mike Schier: Impfpflicht: Debatte wird lauter; Titelseite, Studie: Zeitiges Boostern für Ältere ratsam; Politik 22. November, Corona-Notlage; Leser- forum 20./21. November

Und Johnson&Johnson? Mit großem Interesse verfolge ich seit das Thema „Boostern“ aktuell ist die Ergebnisse der schwedischen Forschergruppe aus Umea, die in ihrem Artikel leider nur unvollständig ausgeführt werden. Es fehlt nämlich ein entscheidender Hinweis auf die Gruppe derer, die mit dem Einmal-Pieks-Produkt von Johnson&Johnson immunisiert wurden und verwunderlicherweise immer noch werden! Während bei Biontech, Astra und Moderna immerhin von einigen Monaten des wirksamen Schutzes ausgegangen werden kann, empfiehlt aufgrund der schwedischen Studienergebnisse die Stiko, allen Johnson&Johnson-Geimpften eine Auffrischung mit einem mrnA-Impfstoff ab bereits vier Wochen nach der Impfung! Als Grund nennt die Stiko die „vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit“ des Präparats gegenüber der Delta-Variante. Als verantwortliche und solidarische Bürgerin dieses Landes stelle ich mir darum schon seit Längerem die Frage, warum dieser Impfstoff noch immer verabreicht wird, wenn man um die geringe Wirksamkeit weiß. Aufgrund der Tatsache, dass es mit dem einen „Stich“ getan ist, war das Angebot im Sommer sicher verlockend, schneller wieder den Weg zurück in die Freiheit zu finden. Darüber hinaus wurde aber immer wieder deutlich gemacht, dass der Einmal-Piks von Johnson&Johnson besonders häufig an jene Klientel verabreicht wurde, die für Impfangebote generell schwieriger erreichbar bzw weniger zugänglich seien. Man verfuhr also nach dem Motto: Besser einmal, als keinmal geimpft. Aufgrund der aber nun vorliegenden Datenlage aber bin ich empört darüber, sehenden Auges weiter mit einem quasi unbrauchbaren Impfpräparat Menschen augenscheinlich zu immunisieren, ohne diese zu einer zeitnahen Zweitimpfung zu verpflichten. Ganz im Gegenteil: Ihnen wird im Impfpass sogar eine Gültigkeit für 12 Monate ausgestellt, wie ich von einer Johnson&JohnsonGeimpften erfahren habe. Wo bitte bleibt die Verantwortlichkeit all derer, die hier ein Machtwort sprechen können? Ich fühle mich ehrlicherweise völlig verhohnepiepelt, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass für alle mit den anderen Impfstoffen geimpfte BürgerInnen das große Hauen und Stechen um die ach-so-wichtigen Booster-Termine losgeht. Und dennoch: Ich habe meinen Termin schon längst fix, denn Eigenverantwortung, Solidarität und in gewisser Weise Weitsicht bedarf in diesen Zeiten mehr denn je - auch bei der freien Wahl des Impfstoffes. Um mit Augustinus zu schließen: „Was immer du tust, tue es klug, und bedenke das Ende.“

Silke Kiwus-Englmann

Oberding

Die Impfung und der Booster: Aus meiner Sicht ist die Pandemie dann vorbei, wenn alle Virologen einmal im Fernsehen waren, das aus meiner persönlichen Sicht heraus und das mit Ausnahme vom Generalisten Lauterbach, der ist ja fast täglich mit seiner fachlichen Einschätzung, wie auch immer, mit dabei ist. Rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln (was den Impfstoff angeht) - das ist die Gangweise der Regierung (wer ist das eigentlich zur Zeit!) - nur, klare nachvollziehbare Regelungen für alle gibt es nicht. Aber der Strafkatalog, der ist ja schon mal verabschiedet und man gerät schnell unvermutet in den Strafbereich, wenn es dumm läuft. Es gibt keine klaren Untersuchungen, welcher Impfstoff wirklich welche Wirksamkeit hat. Klar ist, es helfen Impfungen und ˚Querimpfungen“, um die Auslastung von Intensivbetten zu minimieren, um diese Betten für wirklich Kranke offen zu halten. Darüber sollen Impfverweigerer mal nachdenken - Sie belegen Krankenhausplätze unnötiger Weise! Und wo ist der Beitrag der Bundeswehr mit Krankenhäusern und ausgebildeten Fachkräften - wer gibt diese Ressourcen endlich frei für die Allgemeinheit? Wir laufen weiter in die Dunkelheit und dies mit einer Regierung, die gar nicht mehr vorhanden ist.

Dr. Klaus Schmid

Dachau

In allen Diskussionen, die ich in den Medien verfolge, wird immer wieder von Politikern und Virologen davon gesprochen, dass es mehr Aufklärung zur Impfung geben soll, um diejenigen, die Bedenken zu eventuellen Nebenwirkungen haben, für eine Impfung zu überzeugen. Wann, wo, wie wird es denn endlich eine Aufklärung dazu geben? Ich habe in der Impfstation, in der ich geimpft wurde im Warteraum einen ca. 10 Minütigen Aufklärungsfilm gesehen, der für mich als Laie verständlich die Funktion des Impfstoffes im Körper dargestellt hat und der mir meine Restbedenken genommen hat. Warum ist es nicht möglich in den öffentlichen und privaten Sendern statt endlosen Fernsehdiskussionen entsprechende Informationsdokus zu senden (aber nicht nach 22 Uhr!). Auch die schreibende Zunft könnte diesbezüglich mehr tun. Man bekommt täglich zig unsinnige Werbungen auf das Smartphone, warum nicht mal einen Aufklärungsfilm zu diesem Thema. Das die Politik diese Aufklärung auf die Ärzte auslagern will, ist nicht praktikabel. Die Ärzte können in der Zeit wo sie einem Patienten alles genau erklären zehn andere impfen.

Siegfried Christa

Unterschleißheim

Seit April 2020 schreibe ich immer mal wieder zum Thema Corona, und am 31.08.2021 forderte ich in einem Leserbrief eine allgemeine Impfpflicht gegen Covid-19 - und erntete wütende Entgegnungen. Ich hielt das aus und änderte meine Haltung nicht. Hätte die Politik damals gehandelt, wäre uns die verheerende vierte Welle erspart geblieben - oder die Wellenberge wären nicht so hoch gewesen. Was mich jetzt aber auf die Palme bringt, ist die (zu) späte ‚Einsicht’ von Politikern, Fußballbossen und manchen ‚Experten’, sich nicht länger einer allgemeinen Impfpflicht zu verschließen. Der derzeitige österreichische Bundeskanzler verfügte mit seiner Regierung ab dem 22. November 2021 einen totalen Lockdown bis 12. Dezember für Ungeimpfte länger, und bringt ein Gesetz für eine allgemeine Impfpflicht zum 1. Februar 2022 auf den Weg. So erfreulich diese Einsicht, diese Kehrtwende ist - sie kommt zu spät. Um nochmals ein Bild zu gebrauchen: Als die TITANIC gegen den Eisberg rummste, handelten Kapitän Smith und seine Crew - wie wir wissen, falsch und zu spät und mit katastrophalen Folgen. Denken war wieder einmal eine weitverbreitete Glücksache - mit fatalen Folgen. Hoffentlich glauben die über vier Millionen ungeimpften Bayern wenigstens jetzt den allerletzten Appellen und hoffentlich auch dem Augsburger Verfassungsrechtler Josef-Franz Lindner, der eine allgemeine Impfpflicht nicht nur für verfassungsrechtlich möglich hält, sondern vielmehr den Staat in der Verantwortung sieht, eine allgemeine Impfpflicht zu verhängen, um seiner Schutzfunktion für die Bürger nachzukommen und seine Pflicht zu erfüllen. Für wie auch immer geartete abstruse Gedanken von AfD Querdenkern und sonstigen Impfverweigerern ist jetzt kein Raum mehr. Gar keiner!

Dieter Klug

Wolfratshausen

Die 4. Welle schwabt mit Wucht über Deutschland und unsere Politiker sind überrascht. Die Politiker waren im Herbst im Wahlkampf verstrickt und kämpften mit sich selbst ums nackte politische Überleben. Für das Thema Überleben in der nach wie vor grassierenden Covid-19-Pandemie war da kein Platz und ich befürchte, man kehrte dieses Thema bewusst unter den Tisch, um den Wähler nicht zu verprellen. Da man den Empfehlungen der Epidemiologen, Virologen und Modellierern nicht folgte, ist es jetzt wieder da, das exponentielles Wachstum! Impfzentren teilweise geschlossen! Zu spät reagiert! Inzidenzen und Hospitalisierungsrate schießen ins Unermessliche! Jetzt ist Feuer unter’m Dach! Und über was wird diskutiert, über Beenden der epidemischen Lage, Freedom-Day! Und jetzt die Impfkampagne! Boosterimpfung nach 5 Monaten oder doch nach 6 Monaten, für Alte oder doch für alle. Und jetzt die Krönung, unser Gesundheitsminister Herr Jens Span ordnet an, den sehr bewährten Biontech-Impfstoff nicht mehr zu verabreichen, sondern den Moderna-Impfstoff zu verabreichen, bevor dieser auf Halde liegend vergammelt! Geht’s noch? Verunsicherung wie seinerzeit bei der Astrazeneca-Debatte! Diese Aktion ist mehr als kontraproduktiv und wird die Impfskeptiker in ihrer mehr als dubiosen Ansicht nur noch bestätigen und diejenigen, die über eine Impfung nachdenken, endgültig verprellen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan der Ampelkoalition, aber jetzt ist es aller höchste Zeit für diese politische Veränderung und bei einem bin ich mir auch ziemlich sicher, hätte in der vergangenen Legislaturperiode der Bundesgesundheitsmister Karl Lauterbach geheißen, wir würden weit aus besser durch 4. Welle kommen, oder vielleicht hätten wir sie uns sogar erspart. „Jetz’ glangt’s Herr Spahn!

Albert Heid

Karlsfeld

Solange wir keine allgemeine Impfpflicht haben können Menschen natürlich für sich entscheiden, sich nicht impfen zu lassen. Allerdings sprechen alle bekannten Statistiken und die allgemeine Lebenserfahrung dafür, dass das sehr gefährlich für sie selbst und auch ziemlich gefährlich für die Menschen in der Nähe ist. Aber - wir haben entschieden, Menschen nicht zu ihrem Glück (Wohl) zu zwingen. In der Natur fallen die Un-Fitten, die Schwachen, den Raubtieren zum Opfer. Covid ist ein solches Raubtier: schnell, brutal, anpassungsfähig und häufig tödlich. Nur wir Menschen sind in der Lage, unseren Todfeinden die Zähne zu ziehen - unter anderem durch ein sehr gutes Gesundheitssystem, und im Fall von Covid zusätzlich durch Impfungen. Wer glaubt, ohne die Hilfe dieses Systems auszukommen, soll es doch ruhig versuchen - dann aber bitte auch vom Anfang bis zum Ende! Die exponentiell steigenden Infektionen zwingen unsere Ärzte schon zur Triage; als erstes und dominierendes Kriterium sollte dabei der Impfstatus gelten! Wenn dann ein ungeimpfter Covid-Patient nach zuhause überstandener Krankheit wieder fit ist, zählt er zu den Genesenen. Wenn nicht, hat er zumindest unser Gesundheitssystem nicht über Gebühr belastet, und das kann sich um all die Patienten kümmern, die ohne eigenes Verschulden erkrankt sind.

Jürgen Ockens

Nandlstadt

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