Leserbriefe

Impfdruck statt Impfzwang

Bayern startet Impf-Offensive; Titelseite, Christian Deutschländer: Erst Pieks, dann Party: Söders Sonderregeln; Israel: Fallzahlen schießen wieder nach Oben; Im Blickpunkt, Carl-Christian Eick und Veronika Ahn-Tauchnitz: Abifahrt mit Corona im Gepäck; Bayern 14. Juli

Herr Söder überrascht mit seinen selbstherrlichen Entscheidungen zur Pandemie immer wieder. Diesmal sogar seine eigene Fraktion. Diese hat kurz zuvor einen ähnlichen Vorschlag zur Öffnung von Clubs im Parlament durchfallen lassen. Doch da wussten die Volksvertreter noch nicht, was ihr Herr beschließt. Genau so geht Demokratie im Jahr 2021 in Deutschland. Die einsame Entscheidung des Ministerpräsidenten von Bayern zielt doch nur darauf ab, den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Denn Impfdruck ist eben kein Impfzwang, den es nicht geben wird, wie er derzeit immer wieder verspricht. Geimpfte sollen nun ab Herbst wieder in Clubs können und bekommen noch einige weitere Freiheiten, diese waren in der vorpandemischen Bundesrepublik übrigens normale Bürgerrechte, huldvoll zurück.

Auf der gleichen Seite im Merkur ist jedoch zu lesen, dass Geimpfte ebenfalls wieder erkranken können und damit die Inzidenz in die Höhe treiben. Von den derzeit 80 Patienten in Krankenhäusern in Israel ist über die Hälfte geimpft und bei den 45 Schwerkranken liegt die Impfquote bei 56 %.

Ein paar Seiten weiter wird von 25 infizierten Abiturienten berichtet, darunter zwei Geimpfte. Daraus kann man doch schlussfolgern, dass es dem Herrn Söder weniger um den Schutz der Bevölkerung geht, als um einen PR-Gag für die junge Bevölkerung vor den Wahlen und um Druck auf die Ungeimpften.

Da wird nach der Bundestagswahl noch einiges auf Ungeimpfte zukommen. Nicht dass man mich falsch versteht, ich bin kein Impfgegner, doch mich entsetzt schon seit geraumer Zeit die Neigung der Politiker, Bürgern ihre Rechte vorzuenthalten und nun neuerdings die Versuche eine Zweiklassengesellschaft entstehen zu lassen. Für mich war Demokratie immer etwas anderes, als wie wir es gerade erleben.

Thomas Münch

München

Corona, nimmt uns jeden Spaß und jede Freude. Jetzt hat es eine Schülergruppe erwischt, die gefeiert hat. Es kann jeden von uns treffen, denn das Virus ist allgegenwärtig. Es ist weiterhin höchste Vorsicht geboten, trotz Spritzen und Lockerungen. Es wird kein Abstand mehr gehalten, und die Leichtfertigkeit nimmt zu. Wie sagte einmal ein Arzt zu mir: Heute kommen Sie zu mir und sind krebsfrei, in vier Wochen kommen Sie wieder und der Krebs hat Sie erwischt, und so war es denn auch. Solange unsere Welt dieses Virus nicht in den Griff bekommt, besteht Gefahr. Wir Menschen sind die Träger und Verbreiter, darüber muss sich jeder von uns im Klaren sein. Die Verunsicherung ist groß, denn heute ist ein Urlaubsland inzidenzfrei und plötzlich nicht mehr. Wir sind Maskenmenschen geworden, wie lange noch? Unsere Lebensfreude leidet, unser Leben ist nicht mehr das, was es einmal war.

Horst-Georg Schieron

Rottach-Egern


Wer sich nicht impfen lässt, wird wohl bald steckbrieflich gesucht. Schon jetzt steht er am Pranger. Schon komisch, wer raucht, gefährdet sich und den nicht rauchenden Anderen auch (100 000 Tote jedes Jahr), ohne dass die Politiker auch nur den Finger rühren, diese Gemeinheit abzustellen. Hätten die Verantwortlichen nur ein wenig Verstand, anstatt sich nach den Pharmawünschen zu richten, die am Verkauf ihrer Vakzine Billionen verdienen, dann würden sie wie Englands Premier sagen: Seid für euch selbst verantwortlich; nur so kann es gelingen, die Höllenfahrt in den menschlich-sozialen Abgrund zu verhindern. Ein Virus kann man nicht besiegen, man kann ihm aber aus dem Weg gehen. Das erfordert hohe Aufmerksamkeit und Intelligenz, die sich nur entfalten kann, wenn man frei ist. Scheitern mit inbegriffen. Dümmliche Maßnahmen generieren dümmliches Verhalten.

Richard Birk

Freising

Es geht um die Covid-Impfung. Habe beide Impfungen vom Hausarzt. Nach der ersten Impfung hatte ich 10 Tage Kreislaufprobleme und war erschöpft. Nach der zweiten Impfung, die am 16. Juni war, ging es mir nicht anders, nur zur Erschöpfung kam Depression, dieser Zustand hält noch an. War beim Hausarzt, er meinte, die Impfung war freiwillig, er könne mir da nicht helfen. Er gab mir die Internet-Adresse vom Paul-Ehrlich-Institut. Die helfen aber nicht. Man wird fast gezwungen, sich impfen zu lassen, aber wenn Nebenwirkungen auftreten, wird man alleine gelassen. Ein drittes Mal kann ich mich nicht mehr impfen lassen, da bin ich dann nicht mehr arbeitsfähig.

Sonja Meyer

Oy-Mittelberg

Seit Samstag bin ich als letzter der großen Familie durchgeimpft. Es ist uns allen (etwa 50 Familienmitgliedern quer durch Bayern) ein aufrichtiges Anliegen Dank auszusprechen, und dies auch in Form eines Leserbriefes an unsere Zeitung. Nachdem uns so viel Negatives bekannt wurde sagen wir zunächst nur danke an die Helferinnen und Helfer in den in den Impfzentren. Den Ärzten und Freiwilligen, denn unsichtbaren und den an der „Front“ tätigen. Es hat alles bestens funktioniert, Wartezeiten waren im Angegebenen Rahmen – wenn überhaupt. Es gab keinerlei Verzögerungen oder Fragen die nicht zuvorkommend beantwortet werden Konnten und wurden. Heute müssen wir feststellen, liebe Unentschlossenen, geht’s zur Impfung schützt Euch und Eure Nachbarn bzw. Nächsten!

Denn eines ist klar, nach der Pandemie ist vor der Pandemie und den Kopf in den Sand stecken hilft nicht. Zuletzt danken wir auch allen in politischer Verantwortung, dem Bundesgesundheitsminister, der Kanzlerin, dem Herrn Holetschek und Herrn Söder. Sie alle haben für uns Verantwortung übernommen. Hervorragend – danke! Wahltag ist Zahltag, wir kommen zur Wahlurne, gesund und persönlich.

Manfred und Irene Bauer

Miesbach

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