Der Islam in Deutschland

Merkel geht auf Distanz zu Seehofer; Titelseite 17./18. März

Wer behauptet, der Islam gehört zu Deutschland (wenn es denn den Islam überhaupt gibt), muss den Islam akzeptieren, so wie er ist. Das schließt Scharia, Verschleierung der Frauen, Mehrehen, Ehrenmorde usw. mit ein. Einen Islam, der auf der Grundlage des deutschen Grundgesetzes basiert, gibt es nicht. Der müsste erst herausgebildet werden, wäre also eine Art Islam-Sekte. Das halte ich aber für Wunschdenken und Traumtänzerei. Der Islam ist in Deutschland nur beschränkt rechtlich möglich. Dies bedeutet nicht, dass Muslime nicht zu Deutschland gehören, aber eben mit Beschränkung, sie können ihren Glauben nicht voll ausleben. 

Hanns Klein Fürstenfeldbruck

Merkel sagt, der Islam gehöre zu Deutschland, sie muss ja ihren Aussagen treu bleiben. Der Bundesminister Seehofer sagt das Gegenteil. Er spielt mit dem Gedanken, dass er vermeintlich viele AfD-Wähler wieder zurückholen kann. 

Helga Bitterling Bad Tölz

Was soll diese Aufregung? Hier hat der Innenminister-Novize Seehofer mal Recht. Natürlich gehört der Islam nicht zu Deutschland, aber es gibt ihn in Deutschland. Was hat das mit Stimmungsmache zu tun? Herrn Seehofer war sicherlich bewusst, dass er dadurch der vorherrschenden Doktrin von Frau Merkel widerspricht. 

Chris Dasch Saulgrub im Ammergebirge

Horst Seehofer hat Recht. Wir leben im christlichen Abendland, in dem die Glaubensfreiheit ein grundgesetzlich gefestigtes Gut ist. Das heißt, jeder kann seinen Glauben frei ausüben. Das kann und darf aber nicht zu einer Islamisierung unserer Gesellschaftsordnung führen, deshalb hat Seehofer Recht. Jedem, der nicht christlichen Glaubens ist, steht es frei, nach seinem Glauben bei uns zu leben, ohne um Leib und Leben fürchten zu müssen, was man von den meisten Ländern mit islamischen Glauben nicht sagen kann, siehe Türkei. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Despot vom Bosporus, dessen Staatsgebiet gerade einmal zu 3 % auf dem europäischen Kontinent liegt, das Ansinnen stellt, zu Europa zu gehören. Hier erinnere ich an die Geschichte von Prinz Eugen, dem edlen Ritter, der die Türken in die Flucht schlug und das christliche Abendland schon einmal vor der Islamisierung rettete. Wieso wir diesen Despoten Erdogan auch noch mit Milliarden sponsern, muss wohl an der Merkelschen Willkommenskultur liegen. „Wir schaffen das“ ist falsch, sie schafft uns, was sie geschafft hat, sind Altersarmut und Tafeln, für viele ist damit der rote Teppich für die AfD ausgerollt. Die nächste Wahl kommt bestimmt, Frau Merkel, und ich fürchte, danach steckt der Karren erst recht im Dreck. 

Peter Hartmann Murnau

Was will Herr Seehofer damit sagen, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, die hier lebenden Menschen muslimischen Glaubens jedoch schon ? Was heißt eigentlich, nicht zu Deutschland zu gehören? Welche Konsequenz steckt in diesem Satz? Welche Schritte sollte laut Herrn Seehofer wer einleiten, damit der Satz in Erfüllung geht? Bekehrung der Muslime? Rückbau der Moscheen? Einschränkung der Religionsfreiheit? Und wie soll das geschehen? Und unser Grundgesetz – was sagt das dazu? Warum wurde der Satz gesagt? Wie groß muss die Angst vor dem Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern sein um so etwas zu sagen? Gibt es nicht schon genug Ausgrenzung? Schafft nicht jede neue Ausgrenzung neue Ängste, Unsicherheiten und schlechte Stimmung? Wollen wir so was haben, in unser Gesellschaft? Ist das der weltweite Trend, der mehr und mehr nach Deutschland schwappt? Natürlich gehört der Islam zu Deutschland – in unserer Zeit schon. Danke, Frau Merkel, für Ihre Klarstellung. Um Missverständnisse vorzubeugen: Ich selbst bin praktizierender Katholik. 

Georg Kirchner Röhrmoos

Ich stimme Seehofer zu: Jeder integrierte Moslem gehört selbstverständlich zu Deutschland, nicht aber der Islam! Der Islam, wie er im Koran steht und in weiten Teilen der Welt gelebt wird, kann gar nicht zu Deutschland gehören, weil er gegen Teile des deutschen Grundgesetz verstößt, man denke nur an die Scharia, Todesstrafe bei Abkehr vom Islam zu einer anderen Religion, Unterdrückung der Frau. Die Liste ließe sich leicht fortsetzen. Wie der Islam konkret auch hier in Deutschland gelebt wird, erlebe ich regelmäßig in dem Flüchtlingsheim, in dem sich unsere Kirchengemeinde stark engagiert. Hier erfahren Christen regelmäßig Repressionen von ihren muslimischen Mitbewohnern wegen ihres Glaubens. Konvertiert gar ein Muslim vom Islam zum christlichen Glauben und lässt sich bei uns in der Kirchengemeinde taufen, so wird dies streng geheim gehalten. In unserem internen Gemeindebrief tauchen weder Foto noch der Nachname auf, weil die Flüchtlinge Angst um Leib und Leben haben müssen, wenn ihre Bekehrung in ihrer Unterkunft bekannt wird! Kann so eine Religion wirklich zu Deutschland gehören? 

Dr. Peter Rein München

Gehört der Islam zu Deutschland? Die Frage ist falsch gestellt. Der Islam besteht aus sehr verschiedenen Strömungen, von gewalttätigen Dschihadisten über gemäßigt liberale Muslime bis hin zu mutigen Reformern. Entscheidend ist die Frage, welche dieser Strömungen muss man bekämpfen, welche zumindest kontrollieren, welche kann man tolerieren, welche soll man unterstützen? Dass gewalttätige Salafisten bekämpft werden müssen, darin sind sich hoffentlich alle Politiker einig. Dass die erzkonservativen Islamverbände nicht hofiert werden, sondern eher streng kontrolliert werden sollten wir fordern. Kulturfremde Import-Imame soll man nach Möglichkeit verhindern, ebenso integrationshemmende Moscheen. Dass andererseits mutige Reformer wie Seyran Ates und Dr. Abdel-Hakim Ourghi wenig Unterstützung finden ist ein Ärgernis. 

Hermann Diehl München

Herrn Innenminister Seehofer ist für seine Richtigstellung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, zu danken. Auch wenn integrationswillige Muslime willkommen sind, gehört der Islam noch nicht zu Deutschland. Schon deshalb nicht, weil diese Religion heute noch eine andere, archaische Rechtsordnung beinhaltet und leider oft anstrebt. Sie ist die Ursache Welt weiter Grausamkeiten. Das lässt sich nicht mit ein paar Irren abtun. Wie eine Umfrage ergab, stellen die überwiegende Anzahl der in Deutschland lebenden Muslime, di Scharia über das deutsche Grundgesetz. Was das in Konfliktfälle bedeuten kann, macht uns nun einmal Angst. Wie schnell standen tausende muslimische Türken auf deutschen Plätzen, als Erdogan sie beim Türkeiputschversuch übers Handy rief. Erdogan wusste um die Macht der Religion und wie man sie sich zu eigen machen kann. Als sich die Frau Bundeskanzlerin von ihrem Innenminister distanzierte, hat sie sich damit auch vom überwiegenden Teil ihres Volkes, das nicht zwei, sondern ohne Wenn und Aber nur den deutschen Pass hat, distanziert. 

Hans Mayr Kreuth/Pförn

Statt den Islam aus wahltaktischen Überlegungen auszugrenzen, ist es besser, ihn mehr zu integrieren. Wir leben in einer Welt und auch der Islam hat sehr viel Gemeinsames mit der christlichen wie jüdischen Religion. Schulen könnten exzellente Räume schaffen, dass schon junge Leute voneinander lernen und so Vorurteile und unnötige Grenzen überwinden. Diese Chancen werden vertan, wenn über eine ganze Schulkarriere nur eine Konfession bestimmter Religionsunterricht erlebt wird. Zumindest sollte in jeder Altersstufe einmal über ein Jahr hinweg ein interreligiöser Unterricht für alle verpflichtend angeboten werden. So wird Integration hautnah erspürt und real erlebt. So können auch Missverständnisse ausgeräumt und ein neues Interesse für Religionen und Weltanschauungen wachsen. Freilich müssten die Vorsteher und Tonangeber der großen Religionen dies auch ehrlich wollen und nicht fortwährend als Besitzstandswahrer agieren. Da sind wir oft nicht viel weiter als festgefahrene Schiiten und Sunniten im Islam, die wiederholt als ein schlechtes Beispiel in den Medien erscheinen. Besser, wir gehen selbst mit guten Beispielen voraus, nachdem evangelische und katholische Christen durch unnötige Abgrenzungen sich nicht selten blockierten. Aufgrund von mangelnder religiöser Bildung konnte nicht nur in Deutschland ein tödlicher Antisemitismus entstehen. Auch so wurden die geistigen Gasöfen für den Holocaust vorbereitet. Höchste Zeit, dass wir uns von einem undifferenzierten Feindbild des Islam verabschieden, der sich oft einseitig an Extremformen des Islam orientiert. Auch hier hilft ein interreligiöser Dialog weiter als ein Produzieren von negativen Beispielen. Angesichts der vielfältigen geistlosen Entwicklungen in der Welt von heute, die Kriege, Krankheiten und Umweltkrisen hervorbringen, brauchen wir die bewährten Heilmittel großer Religionen. Solche sind zum Beispiel die 10 Gebote, die sich sinngemäß in allen Religionen finden lassen. Gerade weil solche Wegweiser oft unterschiedlich formuliert sind, lassen sie aufhorchen und tiefer blicken, sodass lang gemiedene Religionen als Bereicherung erfahren werden können. 

Simon Kirschner Gaimersheim

Deutschland und der Islam, immer wieder Zündstoff für Diskussionen und Emotionen. Was hat Herr Seehofer denn Falsches gesagt? Die Menschen muslimischen Glaubens, die wir uns ins Land geholt haben, gehören zu Deutschland, die schon länger hier leben, sind inzwischen Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Staat hat die Aufgabe, alle Voraussetzungen zu schaffen, dass diese Menschen bei uns ihren Glauben leben können. Da gibt es keine Diskussion. Die Entwicklung der christlich- abendländischen Kultur in Europa und damit auch in Deutschland seit Luthers Reformation und der Aufklärung bis zur Jetztzeit, wurde nicht vom Islam geprägt. Da gibt es auch keine Diskussion. Es gibt immer einzelne Ausnahmebeispiele, aber wir sprechen hier von der religiösen Prägung eines ganzen Kontinents über Jahrhunderte. Aber auch von einer einmaligen Erfolgsgeschichte. Wenn Frau Nahles meint, Herr Seehofer möchte mit seiner Aussage im Bayer-Wahlkampf punkten, dann sage ich, Frau Nahles und ihre Kanzlerin wollen mit ihrer Islam-Euphorie weiter nichts, als bei den wahlberechtigten Muslimen punkten. 

Gerhard Fichtner München

Natürlich gehört der Islam nicht zu Deutschland. Seehofer hat Recht; denn große Teile des Korans, viele Hadithe und viele Handlungen Mohammeds sind unvereinbar mit unseren heutigen Menschenrechtsnormen und dem Grundgesetz. Gehören die Muslime zu Deutschland? Tief in ihrem Herzen (Religionsfreiheit! Gedanken kann man nicht verbieten!) dürfen sie selbstverständlich glauben, dass ihre christlichen Nachbarn für das Höllenfeuer bestimmt sind. Richtschnur ihres Handelns und Verhaltens aber muss das Grundgesetz sein. Sie müssen also ihre christlichen Nachbarn freundlich und korrekt behandeln, auch wenn sie diese für künftige Höllenbewohner halten. Sie sollten keine antisemitische Einstellung an den Tag legen, auch nicht die Beseitigung des Staates Israel wünschen. In einem bedeutsamen Interview in der NZZ vom 27. Februar 2018 äußert sich der Historiker und AfD-Gegner Michael Wolffsohn (er blieb unwidersprochen) folgendermaßen: „Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen. Wenn ich mich in meinem jüdischen Bekanntenkreis umhöre, dann sagen alle das Gleiche: Gewalt gegen Juden geht ausschließlich von Muslimen aus.“ 

Wolfgang Illauer Neusäß-Westheim

Es ist schon interessant: Kaum wurde die Kanzlerin mit den Stimmen der CSU wiedergewählt, geht sie auf Distanz zu ihrem Innenminister, der als Ministerpräsident von Bayern entscheidend dazu beigetragen hat, dass ihr die Flüchtlingskrise nicht das Genick gebrochen hat. Nun muss man fairerweise sagen, dass Herr Seehofer einen Nobelpreis für Diplomatie, sollte es ihn jemals geben, sicher nicht bekommen würde. Und so ist auch seine Äußerung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, wohl aber die hier lebenden Muslime, sehr pauschal formuliert und lässt eine Deutungsvielfalt zu, von der nicht nur die Opposition Gebrauch macht. Natürlich ist die Religionsfreiheit im Grundgesetz verankert, natürlich weiß das auch Herr Seehofer und natürlich folgt daraus, dass die hier lebenden Muslime nicht zum christlichen Glauben konvertieren müssen, wenn sie bei uns bleiben wollen. So wie ich es verstehe, geht es um den politischen Islam bzw. den Islamismus, dessen Ziel es ist, unter Missbrauch seiner Religion die ganze Welt ins Mittelalter oder gleich bis in die Steinzeit zurückzubomben. Und der gehört weder zu Deutschland, noch zu Europa, der gehört genau genommen überhaupt nirgends hin. Was daraus wird, wenn sich verfeindete religiöse Gruppen bekämpfen, wird uns im Nahen Osten blutig vor Augen geführt: Es mündet letztlich in Stellvertreterkriegen um Einfluss und Macht - und das im 21. Jahrhundert! Also, rüsten wir schon einmal verbal ab: Es gibt weder zu bekämpfende „Ungläubige“, noch eine Religion, die im Besitz der alleinigen Wahrheit mit einer daraus herleitbaren Geringschätzung für Andersgläubige ist. Es gibt nur Menschen, die an eine höhere Macht glauben und sie lediglich mit einem jeweils anderen Namen bezeichnen. Oder glaubt irgendjemand, es gäbe zwischen zwei oder noch mehr Alpha-Mächten nicht längst auch Zoff im Paradies? Alle halten sich an die Gesetze des Landes, in dem sie leben und achten die Religion sowie die Feste der jeweils anderen Kultur. Und die alles umspannende Klammer ist eine übergeordnete Ethik, die das zu einer Selbstverständlichkeit macht. Wer allerdings glaubt, das gelte für ihn nicht und er müsse sich auch bei uns weiterhin als Kämpfer gegen die „Ungläubigen“ und für die menschenverachtende Ideologie von Organisationen wie dem IS und all den anderen beweisen, dessen Vorstellung von Islam und er selbst - und da bin ich ganz bei unserem Innenminister – haben hier nichts zu suchen. 

Rotraud Oechsler Miesbach

Solange die freiheitlich-demokratischen Parteien in unserem Deutschen Bundestag keinen Konsens zu der Frage gefunden haben, ob bzw. welcher Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, werden die heftigen und teilweise hysterisch geführten Diskussionen darüber nicht verstummen. Über Empörungen und Streitereien hinaus ist man jedenfalls in unserer Gesellschaft bis heute leider nicht gekommen. Über Herrn Seehofer nun mit Schimpfwörtern wie Islamhasser oder Rassist herzufallen ist zur Klärung dieser wichtigen Frage nicht hilfreich. Schließlich verweist er selber auf die 4 Millionen bei uns in Deutschland lebenden und fest zu unserer Gesellschaft gehörenden Muslime hin und macht ihnen, auch mit dem Hinweis auf die in unserem Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit für alle in unserem Lande lebenden Bürger die freie Ausübung ihrer Religion mit keinem Wort streitig. Diese Menschen gehören selbstverständlich schon seit einigen Jahrzehnten mit ihrer Religion und ihrer Kultur auch zu Deutschland. An einer Toleranz gegenüber dem friedlichen Islam und der Lebensweise der Muslime in unserem Land mangelt es nicht, wenn auch vielleicht einiges noch nicht optimal läuft. Ein ganz anderes Thema ist doch die Frage, welcher Islam in der Tat zu Deutschland gehört und welcher nicht. Das Problem ist, dass bis heute der mit seinen vielfältigen Inhalten und Auslegungen immer noch undefinierte Islam für die Allgemeinheit unverständlich ist und darum noch sehr vielen Menschen in unserem Lande Ängste bereitet. Es sollte für unser Land ganz selbstverständlich und undiskutabel sein, dass der sogenannte politische Islam mit all seinen schrecklichen Facetten, seiner Scharia und seinem ganzen Hass gegen die westliche Welt – so auch gegen die Christen – nicht zu Deutschland gehört und hoffentlich nie gehören wird. Mehr Gelassenheit und eine bessere Aufklärung über den Islam allgemein täten unserem Lande gut. Es ist ein unverrückbarer Fakt, dass Deutschland sich nicht den weltweiten Entwicklungen und Wanderungen entziehen kann. Allerdings, zu einem guten und verträglichen Gelingen gehören nun mal auch immer zwei Seiten!

 Reinhard Krohn München

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