Keine Volltrottel

„Flughafen-Panne noch peinlicher“; Titelseite 25. Januar

„Ich bin verärgert und voller Unverständnis darüber, wie momentan das Sicherheitspersonal, die Flughafenpolizei bzw. die Sicherheitssituation am Münchener Flughafen in schärfster Form verurteilt und der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Ich weiß da ganz anderes zu berichten, da meine Passagiere von mir unmittelbar nach dem Ein-Check-Vorgang zur Fluggastkontrolle, also zu den Sicherheitskontrollen, geschickt werden. Immer wieder höre ich nämlich Beschwerden von Passagieren, die sich über zu lange und intensive Kontrollen ihres Handgepäckes beschweren inklusive der Leibesvisitationen. Es ärgert mich, dass der Eindruck entsteht, sämtliche Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen und unsere Airport-Polizisten wären die letzten Volltrotteln und komplett unfähig ihren Job auszuüben. Kann mir irgendjemand der jetzt laut aufschreienden Politiker einen Fall aus der Vergangenheit nennen, der dem vergangenen Mittwoch ähnelt oder gar gleichkommt? Außerdem bin ich entsetzt, wie unsere bayerische Landes- und Bundespolizei niedergemacht und verurteilt wird! Nur soviel: Polizeidirektor Jürgen Mayer führt seine Flughafeninspektion seit vielen Jahren absolut professionell und umsichtig und hat mit seinen Beamten eine immer 100%ige Sicherheit vermitteln können. Diese Einschätzung gilt auch für die Bundespolizei. Ich habe noch keinen Passagier bzw. Kollegen gehört, der sich in irgendeiner Art und Weise unsicher bzw. bedroht gefühlt hat und ich spreche von 10 Jahren Airport-Erfahrung. Dass die Sicherheitsmitarbeiterin gepatzt hat und zwar ordentlich, dass ist nicht zu bestreiten und sie wird für ihr Fehlverhalten die Konsequenzen tragen müssen. Aber bitte, liebe Politiker und Verantwortliche, hört auf eine ansonsten tadellos und perfekt funktionierende Sicherheitssituation so zu diskreditieren, dass wir daheim und in der Weltöffentlichkeit komplett blamiert und unfähig dastehen. Ich habe weiterhin 100% iges Vertrauen in unsere Sicherheitsbehörden- und Firmen am Münchener Flughafen und werde auch zukünftig nicht mit einer schusssicheren Weste an meinem Schalter sitzen.“

Annette Ascher Aufkirchen



„Der Vorgang am Münchner Flughafen zeigt wieder einmal deutlich, welche ,Experten‘ für die Sicherheit an den Flughäfen verantwortlich sind! Schon in der Vergangenheit wurde immer hinterher reagiert (Sprengstoff im Schuh: danach immer Schuhe bei der Kontrolle ausziehen; Sprengstoff in Flaschen: keine Flüssigkeiten mehr mitbringen; Sprengstoff im Laptop: nein, das Spielzeug der Geschäftsleute und Politiker im Flugzeug wird sicherlich nicht verboten). Aber nun diese Ungeheuerlichkeit: ein verdächtiger Laptop wird einfach zurückgegeben und der Besitzer soll warten. Was ist, wenn es tatsächlich ein Verbrecher ist? Der wird doch dann, weil er wahrscheinlich entdeckt ist, das Ding gleich explodieren lassen! Solch ein verdächtiger Laptop muss doch erstmal sichergestellt werden. Dann kann ein Terrorist nicht mehr ran und ein zu Unrecht Verdächtigter wird sicherlich auf das Gerät warten und nicht einfach davonspazieren. Wahrscheinlich wurden die Verantwortlichen wieder, wie inzwischen üblich, von externen Firmen teuer beraten, statt dass sie selbst das Hirn einzuschalten. Hoffentlich hagelt es jetzt Regressansprüche der Fluggäste, die ihre Flüge wegen solch einem Missmanagement verpasst haben.“

 Dr. Helmut Steinle München

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