Zu den Kölner Übergriffen

„Merkel: 3000 täglich noch zu viel“; Titelseite 11. Januar, „Debatte um Angriffe in Köln“; Leserbriefe 9./10. Januar

Es ist fatal, dass die skandalösen Vorfälle in Köln, Hamburg und anderen Großstädten wie Stuttgart und Nürnberg, einzelnen rechtsradikal orientierten Bürgern und neu entstandenen Parteien in die Hände spielen, und ihr populistisches, primitiv gestricktes rechtslastiges Weltbild zu bestätigen scheinen. Etwas anderes ist es allerdings, nun den Spieß umzudrehen und zu argwöhnen, ob diese Vorfälle nicht provoziert worden seien, um die Asylbewerber in ein schlechtes Licht zu rücken. Das halte ich mit Verlaub für eine ziemlich naive Rechtfertigung eines Weltbildes, das erfreuliche persönliche Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen in unserer Region auf alle anderen überträgt, die sich inzwischen in Deutschland aufhalten. Im Falle Kölns handelt es sich um zirka 1000 überwiegend alleinstehende junge Männer, die in der Silvesternacht die Feierlaune der auf dem Domplatz versammelten Kölner Bürger benutzten, um im Schutz der Masse die inzwischen sattsam bekannten Straftaten zu begehen oder mitzutragen und die vor Ort hilflos agierende Polizei vorzuführen. Es gilt inzwischen seitens der Behörden als gesichert, dass von bisher 32 dingfest gemachten Tatverdächtigen 22 Personen Asylanten sind. Es sind wenige genug, die gefasst wurden und mangels Papieren überhaupt gefasst werden können. Dass die Stimmung in der Bevölkerung bundesweit zu kippen beginnt, war zu erwarten. Dass viele der für das Gastrecht dankbaren Asylbewerber unweigerlich in ein befremdliches Licht geraten, ist bedauerlich. Die Mechanismen, die sich in diesen Exzessen der überwiegend in Massenunterkünften untergebrachten frustrierten jungen Männer entluden, waren: Jede Menge irrlichterndes Testosteron, Alkohol, Gruppenzwang, Anonymität und ein von Verachtung geprägtes Frauenbild. Wir müssen damit rechnen, dass es eine gigantische Herausforderung der deutschen Gesellschaft sein wird, nicht nur die übergroße Zahl der Asylanten sprachlich und beruflich zu qualifizieren oder nachzuqualifizieren, sondern auch den vielen alleinstehenden jungen Männern in deren eigenem Interesse beizubringen, dass in den Ländern des westlichen Kulturkreises Frauen nicht als Objekte der Männer, sondern als gleichberechtigte und gleichwertige Bürgerinnen und Partnerinnen gelten. Da in der Erziehung der islamischen Männerwelt über Jahrhunderte ein autoritär-patriarchalisch geprägtes Bild der Frau tradiert wurde, dürfte das ein schwieriger und langwieriger Prozess werden. Bloße abstrakte Informationen und die Überreichung des Grundgesetzes können nur der Anfang für ein Umdenken sein.

Karin Motz-Glasow Schongau

Wer ein Verbrechen begeht, muss bestraft werden, ob er nun ein Einheimischer ist oder ein Asylbewerber, ein Christ oder ein Moslem. Wir sollten in Ruhe erörtern, ob das Sexualstrafrecht zu verschärfen ist, ob die Abschiebung straffällig gewordener Ausländer erleichtert werden soll. Wir brauchen insgesamt eine Kultur des Hinsehens, der Rücksichtnahme, der Hilfsbereitschaft. Wer Einfluss auf Heranwachsende hat, Eltern, Lehrer, Trainer, Showstars, sollte ihnen ein gutes Beispiel geben, und wer Hinweise auf eine geplante oder vollzogene Straftat hat, muss die Polizei informieren. Wir brauchen wohl auch mehr Polizisten und Sozialarbeiter, die verbesserte Zusammenarbeit von Schule, Jugendamt und Polizei. Zu finanzieren wären diese Maßnahmen durch den Subventionsabbau.

Christian Fuchs Gutenstetten

Hat Ralf Jäger mit seiner derben Kritik an der ihm unterstellten Polizei einen Bumerang geworfen? Widersprüchliches gibt es außerdem: Wurden zusätzliche Einsatzkräfte in Köln nicht angefordert oder vom Düsseldorfer Innenministerium abgelehnt? Viel spannender ist aber die Frage weshalb SPD-Polizeipräsident Albers schwieg und die parteilose Kölner OB Henriette Reker in der Pressekonferenz alt aussehen ließ. Eine Erklärung gibt ein Polizei-Dienstgruppenleiter: Herkunft und Nennung der Nationalität von Tätern sei „politisch heikel“. Das führt zur Überlegung, dass die „Überlastungsanzeigen von 25 nordrhein-westfälischen Kommunen an die Landesregierung in Bezug auf die Flüchtlingssituation“ bei der Geheimniskrämerei von Albers eine Rolle gespielt haben könnten. „Es ist weiterhin kein Plan des Innenministers erkennbar, wie die Städte und Gemeinden kurzfristig und dauerhaft von der Zusatzaufgabe entlastet werden können“, warnte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, André Kuper vor den Krawallen: „Die Kommunen in NRW sind am Limit. Wann unternimmt es der zuständige Minister endlich etwas? Ein weiteres Indiz dafür, dass die Öffentlichkeit über die Herkunft zahlreicher Tatverdächtiger bewusst getäuscht worden sein könnte, ist die heftige Kritik an der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD) wegen ihres schlechten Krisenmanagements bei der Verteilung von Flüchtlingen im Oktober 2015: „Um die konkret drohende Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern, ist es notwendig, sofort neue Notunterkünfte zu schaffen (...) Bitte erstatten sie umgehend per Email Vollzugsmeldung an den Krisenstab bei der Bezirksregierung Köln“ (Auszug aus dem Schreiben der Bezirksregierung Köln an alle kreisfreien Städte, Kreise, kreisangehörige Städte und Gemeinden). Sollte die „Nichtaufklärung“ von Albers dem Angstabbau in den Kommunen und einer Problemreduzierung für die Regierung von Hannelore Kraft (SPD) gedient haben, dann wäre Ralf Jäger einmal mehr kein PR-, sondern ein Skandalvertuschungs-Minister.

Peter Riemann Starnberg

Herr Ehrhart trifft den Nagel auf den Kopf: „Noch“ ist unser Vaterland nicht verloren, die „Vernünftigen“ schaffen das. Die überwältigende Mehrheit der Befürworter der Merkelschen Einwanderungspolitik wird sich nicht zu Worte melden, da es sie nicht „mehr“ gibt. Sie verurteilen die kritischen Äußerungen von Mitbürgern, die in großer Sorge sind wegen der unkontrollierten Zuwanderung und den Gewalttaten von Migranten. Sie stellen auch noch Andersdenkende auf die Stufe von „rasierte“ Köpfe und bezeichnen diese auch noch als Demagogen. Ich selbst bin Mitte Fünfzig und sehr dankbar, in Deutschland aufgewachsen zu sein, zu arbeiten und in einem friedvollen Land mit meiner Familie zu leben. Auch ich denke anders (wie viele in meinem Bekanntenkreis) und teile die Sorge um dieses Land mit vielen anderen Leserbriefschreibern. Ich lasse mich nicht von Ihnen auf die Stufe von „rasierte“ Köpfe stellen oder als Demagoge bezeichnen. Auch wenn die Wirtschaft blüht darf man nicht übersehen, dass es momentan ca. 2,7 Mio. Arbeitslose gibt, dazu kommen noch 4,3 Mio. erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Hartz IV Bezug. Nicht zu vergessen ist die „Alterspyramide“, die wie ein Damoklesschwert über Deutschland hängt. Ja, es gibt viele positive Aspekte, die Deutschland so attraktiv machen. Genau deshalb machen sich seit dem letzten Jahr so viele Menschen auf den Weg hierher. Im Moment sind es ja nur noch 3 Tsd. pro Tag und Frau Dr. Merkel kann das ja auf 1 Jahr hochrechnen. Sie wird sicher auch wissen, dass dies jahreszeitlich bedingt ist und die Rechnung im Frühjahr neu aufzumachen ist. Bis dahin haben sich die europäischen Staaten mit Sicherheit verständigt, die Abkommen von Dublin einzuhalten und umzusetzen, so dass einer gerechten Aufteilung der Asylsuchenden nichts mehr im Wege steht. Die Vernunft wird hier - wie immer - vor der Eigeninteresse siegen. Ich hoffe, dass Herr Seehofer, mein bayerischer Ministerpräsident, seinen Weg konsequent weiterführt und eine Begrenzung der Zuwanderung durchsetzt. Auf die Vernunft sowie Einsicht der Bundeskanzlerin und den übrigen europäischen Staaten setze ich jedenfalls nicht. Ich glaube zwar immer an das Gute, aber selten an die Vernunft oder Einsicht aller Menschen. Daher fürchte ich, dass unsere Probleme - auch die in Europa - nicht weniger werden. Die Lösung kann nur sein, in den Herkunftsländern Frieden, Ordnung, wirtschaftliche und soziale Sicherheit anzustreben, aber ob das zu schaffen ist? Es steht uns eine spannende Zukunft bevor.

Manfred Ehrbar Eichenau

Es wundert mich schon, warum soviel darüber diskutiert wird, was wohl die Gründe für die Vorfälle in Köln und Hamburg sein könnten bzw. waren. Wenn hunderte von jungen Männern, die meist arbeitslos und nicht ausgelastet, vor allem aber ohne Frauen sind, in betrunkenem Zustand sich diese Ofengriffe erlauben, dann muss der Polizeichef schon damit rechnen, dass solche Vorfälle passieren. Leider ist dazu auch mehr Polizeipräsenz nötig, als es das in Köln und Hamburg waren. Wie man hört, waren dabei auch zwei Deutsche, die aber wohl hier ein Zuhause haben. Das haben aber die meisten Ausländer nicht, sondern können nur an solchen Orten zusammenkommen wie an Bahnhöfen. So traurig das ist, aber als jüngere Frau würde ich an solchen Abenden diese Orte meiden, weil man nun damit rechnen muss, dass diese unerwünschten Überfälle, gleich ob räuberischer oder sexistischer Art, passieren können. Viele der Beschuldigten sind wohl Moslems, vor deren völlig anderen Bedürfnissen sich ihre eigenen Frauen schützen, indem sie sich - auch im schon hohen Alter - verschleiern. Dass diese Männer denken, man könne sich an deutsche, europäische Frauen mit deren Freizügigkeit - was sehr oft die Kleidung betrifft - heranmachen, ist doch nicht verwunderlich! Nun darf man in Deutschland nicht von vornherein Flüchtlinge unter diesen Verdacht stellen, sind doch Viele von ihnen aus ihrer Heimat geflohen, weil sie um ihr Leben fürchten mussten. Seine Heimat verlässt wohl niemand wirklich gern! Aber diejenigen, die nun tatsächlich ausfindig gemacht werden, dass sie sich solche Übergriffe erlaubt haben, müssen natürlich mit völliger Härte des Gesetzes, das für Deutsche ebenso wie für Ausländer gilt, bestraft werden. Solange sie noch kein Asyl haben, auch des Landes verwiesen - so ihnen in ihrer Heimat nicht der Tod droht Man sollte allerdings nicht vergessen, dass so viele Flüchtlinge nicht nur die persönlichen Kosten verursachen, sondern nun auch mehr Polizei nötig sein wird, um mit den, durch andere Kulturen verursachten Schäden zurecht zu kommen, um deutsche Frauen zu schützen. So wird sich eine Begrenzung der Aufnahme von Flüchtlingen nicht vermeiden lassen.

Helga Haberl München

Erstaunliche Einsichten der Bundeskanzlerin Zauberlehrling Angela stöhnt: „Die Geister, die ich rief, werd’ ich nun nicht los“ - denn sie muss erkennen, dass ihr „wohlklingender Wahnsinn“ (O-Ton New York Times), ihre nicht hinnehmbare „Bevormundung“ anderer EU-Mitgliedsstaaten und ihr fragwürdiger Kotau gegenüber dem selbsternannten osmanischen Pascha, nicht nur Europa spaltet, sondern dass „ihre Flüchtlingspolitik“ leider auch eine Steilvorlage für die neue Rechte ist, die nicht nur aus „Nazis“ besteht. Eine zunehmende Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinterfragt hartnäckig, wie die Kanzlerin ihren wirklichkeitsfremdem Spruch „... das schaffen wir schon“ zu realisieren gedenkt, denn es kann und darf nicht sein, dass wieder einmal gilt: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

Jürgen Engelhardt Stephanskirchen

Nachdem ich den Leserbrief von Frau Rechtsanwälte Schön verdaut habe, drängt es mich doch, hierzu kurz meine Meinung zu äußern. Betonen möchte ich vorab, dass ich keineswegs gegen Flüchtlinge bin. Der Leserbrief ist jedoch eine Klatsche uns Deutschen gegenüber. Ich bin eine ältere Frau, habe noch den Krieg und die danach folgende Flüchtlingsflut bewusst miterlebt. So etwas, wie jetzt in Deutschland vor sich geht, war für mich vorher unvorstellbar Der Brief liest sich aber so, als ob in unserem Land Gewalt in den Familien an der Tagesordnung ist. Sicher gibt es da viele Beispiele, die eine Rechtsanwältin in ihrem Beruf hautnah mitbekommt. Mir ist in meinem erweiterten Familien- und Bekanntenkreis nichts von gewalttätigen Männern gegenüber ihren Frauen (51 Prozent unter Alkoholeinfluss laut Frau Schön) bekannt. Also kann dies nicht deutscher Alltag sein! Der letzte Absatz des Briefes der Anwältin ist ja wohl nicht ganz ernst gemeint, oder weiß sie vielleicht noch nicht, dass viele Turnhallen und Sportanlagen bereits in Unterkünfte für Flüchtlinge umfunktioniert wurden und dass dort für Vereine und Schulen (Flüchtlinge inbegriffen) kein Sport stattfinden kann. Ich bin mir auch sicher, dass man damit nicht die sexuellen Bedürfnisse junger Männer, die zudem noch aus Ländern kommen, in denen Frauen weniger gelten als in unserem Kulturkreis, ausschalten kann. Der Verfasserin des o.g. Leserbriefes und uns allen wünsche ich, dass es in unserem Heimatland wieder friedlicher wird, aber bitte nicht pauschal behaupten „Wir haben in Deutschland, bei der deutschen Bevölkerung, ein Gewalt- und ein Alkoholproblem“ (Zitat wörtlich aus MM vom 09. Januar 2016). Hier fehlt mir der kleine Zusatz „in einigen Fällen“. Bei dem Zitat muss sich jeder, der gelegentlich ein Glas Bier oder Wein trinkt, angesprochen fühlen. Was hat das Flüchtling-Chaos, für welches Frau Merkel verantwortlich ist, mit einem potentiellen Alkoholproblem einiger Deutscher zu tun?

 Inge Trapp Germering

Niemals zuvor diskutierten in diesem (unserem?) Land so emotional, heftig und an allen Orten alteingesessene Bürger über ihre derzeitigen Lebensumstände. Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln warfen ihre Schatten voraus, kamen für so manche unter uns nicht unbedingt überraschend. Die Würde des Menschen ist unantastbar! Diesen Satz lernten wir schon als Kinder. Für uns ist er selbstverständlich. Einige der Grapscher und Vergewaltiger unter den so genannten Flüchtlingen interpretieren unseren Lebensgrundsatz anders: Sie müssen freundlich zu mir sein! Frau Merkel hat mich eingeladen! Fällt es unserer heiß geliebten Frau Bundeskanzlerin so schwer einzugestehen, dass sie sich diesbezüglich in ihrer Wortwahl geirrt haben könnte. Aber nein! In ihrer mecklenburgisch-vorpommerischen Gelassenheit (Sturheit) verliert sie kein Wort darüber. Jetzt muss zunächst einmal geprüft werden, ob man so arme Menschen ausweisen könnte (Münchner Merkur v. 8. Januar 2016, Titelseite). Viele „Flüchtlinge“ haben ihre Pässe auf der Flucht „verloren“, konnten dennoch einreisen. Aber viele von uns können sich unter dieser Flüchtlings flut nicht mehr sicher fühlen. Wann bekommt denn Deutschland endlich das von zahlreichen seiner Bürger gewünschte Einwanderungsgesetz? Andere, bedeutendere Staaten haben dies doch schon längst. Nützt dieses zögernde Verhalten unserer Volksvertreter vielleicht der AfD oder anderen Rechten? Das ist das Letzte was wir wünschen! Wehe demjenigen Polizisten, der seine Waffe verwenden oder handgreiflich werden muss. Dann prüfen sofort unsere Staatsanwälte. Ist das der Grund dafür, dass in Köln unter den zahllosen, teilweise bandenhaft auftretenden Asylanten nur wenige aufgegriffen und noch weniger sicher verwahrt wurden? Quo vadis Germania? Frau Bundeskanzlerin und wortgewaltiger Herr Präsident, wo führen Sie uns hin?

 Klaus Willmann Grafing

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