Bleiben Sie gesund!

Sebastian Horsch: Kritik an AOK-Chef Platzer; Titelseite 28. Februar

Helmut Platzer: „Es gibt zu viele Krankenhäuser.“ Da macht es sich Herr Helmut Platzer aber etwas zu leicht: Es gäbe zu viele Krankenhäuser, man müsse die nur schließen, das Personal dann dorthin umsiedeln, wo Mangel ist, und schon wäre das Pflegepersonalmangelproblem gelöst. So einfach ist das, wenn man sich die Situation schönrechnet! Kleinere Krankenhäuser zeigen sich für die Bevölkerung durch Ortsnähe aus, persönliche Betreuung und Individualität. In keiner Klinik wird ein Patient länger liegen als notwendig, dafür sorgt schon DRG-Vergütung; Festpreise für die Behandlung je nach Diagnose, wenn ein Patient länger braucht zum Gesundwerden, geht das zu Lasten des Krankenhauses. Die Liegedauern haben sich erheblich verkürzt dank kundiger Kräfte und modernen Behandlungsverfahren: ein Patient mit Gallenblasenoperation lag vor 39 Jahren noch fast 3 Wochen stationär, heute ist er nach drei Tagen wieder entlassen; das ist eine „Leistungssteigerung“ auf das Siebenfache! Die arbeitsintensiven Faktoren wie Aufnahme, Diagnostik, OP, Arztbrief und neues Bett herrichten sind Ja gleich geblieben. Eine älter werdende Gesellschaft muss auch öfter in stationäre Behandlung bei zunehmender Morbidität und heute machbaren Operationen, an die man sich früher nicht herangetraut hätte. Kleinere Krankenhäuser bedeuten auch Ausbildungsplätze für unseren Nachwuchs an Ärzten und Pflegekräften: und den werden wir auch in Zukunft vermehrt brauchen. Vorzeitig entlassene Patienten brauchen dann in der ambulanten Behandlung mehr Hausbesuche: fragen Sie doch mal Ihren Hausarzt, ob er vorbeikommen kann, wenn möglich mit Infusion! Nicht abrechenbar, da bereits in der Quartalspauschale beinhaltet. All diese Randbedingungen führen dazu, dass sich die Bevölkerung Sorgen machen muss, wenn die ADK mit Sparmaßnahmen winkt. Bleiben Sie gesund, Herr Platzer! 

Werner Schweizer Vaterstetten

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