Die Schwachen schützen

Massenprotest der Kurden in Köln; Titelseite 25. August

Manchmal können kleine Meldungen großes Unbehagen auslösen, zumindest bei Menschen, die nachdenken. So die Meldung über die Kurden in Köln, die ein kurdisches Kulturfest veranstalten wollten, das nicht zustande kam, weil die Polizei Gegenreaktion türkischer Gruppen befürchtet hatte. Gemeint waren wohl gewalttätige Gegenreaktionen, denn friedliche Gegendemonstranten dürften der Polizei nichts ausmachen. Befürchtet wurden offensichtlich nicht, dass von den Kurden selbst Gewalt ausgehen würde. Dieses Verhaltensmuster sieht man immer wieder: gewaltbereite Gegner verhindern eine friedliche Kundgebung. Dabei sollte der Rechtsstaat doch die Schwachen schützen vor Übergriffen der Starken, er sollte die Friedlichen schützen vor den Gewalttätigen. Natürlich sind auch die Kurden nicht immer friedlich, die PKK ist - zumindest in Teilen - sicher eine terroristische Vereinigung, aber darum geht es ja in diesem Fall gerade nicht. Wenn es bei uns immer öfter vorkommt, dass friedliche Aktionen abgesagt werden, weil Gegner gewalttätig werden könnten, dann haben die Gewalttätigen gewonnen. Das erste mal fiel es mir bei der Absage der Oper Idomeneo in Berlin auf (Muslime könnten beleidigt sein und gewalttätig werden, von den gleichzeitigen Beleidigungen gegen Christen und Buddhisten war nie die Rede) und seitdem immer wieder. Ich möchte darum bitten, mehr darauf zu achten und entsprechend zu berichten/kommentieren. 

Hermann Diehl München

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