Luftmessung: Mehr Sachlichkeit!

Martin Prem und Sebastian Dorn: Diesel-Streit: Zweifel an Messungen; Titelseite, Martin Prem: So werden Schadstoffwerte hochgetrickst; Wirtschaft 7. März

Jetzt wissen wir es doch, was mit unserer Luft ist, sie ist sauber nur wir sind zu dumm zum Messen. Was für ein Glück für die Autoindustrie sie sind mit einem mal raus aus dem Schneider. Hier sieht man wieder, welche Macht unsere Lobbyisten und unsere Industriemanager haben. Gegen die Wirklichkeit war der Fernsehfilm „Die Lobbyistin“ doch Kinderstunde. Man sieht auch das unsere Politiker nichts zu sagen haben und es ganz egal ist wer uns regiert, bestimmen tun doch eh nur die Manager mit ihrem 10 Millionen Jahresgehalt und der Meinung dass der Mindestlohn viel zu hoch ist. Ich bin mir sicher, dass die Hardware-Nachrüstung nicht kommen wird. Das haben unsere Politiker nicht im Kreuz schon gar nicht unser neuer Verkehrsminister, ein guter Freund aller Automanager. 

Günther Freis Karlsfeld

Werden wir Bürger über Schadstoffwerte von Dieselkraftfahrzeugen von der noch amtierenden Umweltministerin Barbara Hendricks und den Grünen hinter das Licht geführt? Die Flieger über München haben bis 10. August 2017 über 630 Tonnen Kerosin über München abgelassen. Das interessiert kein Gesundheitsministerium. Woher werden die Tausende von Toten hergenommen? Diese Vereine und Weltverbesserer sollten damit aufhören, Unwahrheiten zu verbreiten. Der Dieselkraftstoff und der Feinstaub halten sich doch die Waage. Feinstaub verursacht der Benzinmotor genauso wie das E-Mobil, nur am E-Mobil liegt momentan ein höherer Gewinn, da spielt Umweltbelastung keine Rolle mehr. Wo werden die verbrauchten Batterien umweltfreundlich entsorgt? Es ist beängstigend, wie die Bürger immer wieder von besser Informierten mit Unwahrheiten überschüttet werden wie im Mittelalter. 

Klaus Bröckermann Planegg

Die Messstation am Stachus steht an einem der windreichsten Plätze im Stadtgebiet. Es wird hier bewusst der Bürger und nicht das Auto ausgetrickst. Als Fernerkunder am Forschungsauftrag „Stadtklima“ der LMU München war ich dabei, als dies bereits 1979 festgestellt wurde. Es ist eine Schande für unser Land und die Zukunft der Arbeitsplätze, wie mit den giftigen Schadstoffen, die mindestens seit 1970 bekannt sind, umgegangen wird. Das wirkliche Problem wird überhaupt nicht angegangen, weil der Ultrafeinstaub von Dieselfahrzeugen nicht gemessen wird. 

Karl Schillinger München

Mehr Sachlichkeit, bitte! Das Thema Luftreinhaltung und die immer wieder angedrohten Dieselfahrverbote polarisieren die Meinungen der Münchner stark. Beim Abendessen mit der Familie oder Freunden entstehen da schon mal emotional geführte Diskussionen. Umso wichtiger ist in meinen Augen eine objektive Berichterstattung in den Medien. Deshalb finde ich die Überschrift des Artikels „So werden die Schadstoffwerte hochgetrickst“ wenig gelungen. Der ganze Text unterstellt, dass in München bewusst für Messwerte mit hoher Belastung gesorgt werde da die meisten Messpunkte näher an den Straßen liegen als die vorgeschriebene 25 Meter-Grenze. Doch ist es nicht eher so, dass an Verkehrspunkten mit extremer Belastung oft gar nicht die Möglichkeit besteht diese Entfernung einzuhalten? Zwei oder dreispurige Straßenführungen und dichte Bebauung lassen eine Probennahme oft eben nur mitten in der Kreuzung zu. Und sind wir mal ehrlich: Warum sollte auch nicht an dem Punkt mit der höchsten Belastung gemessen werden? Denn ein Fußgänger der am Stachus die Straße überquert atmet eben genau dort auch die Stickoxide ein! Da nutzt es nichts, wenn man 25 Meter entfernt einen deutlich niedrigeren Wert misst. Ungenauere Messmethoden machen noch keine bessere Luft. Ich würde mir wünschen, dass Herr Prem mal am Montag um 7:30 Uhr die Fußgängerbrücke von der BMW-Welt über den Mittleren Ring zum Olympiapark nutzt. Da stehen die Autos teilweise auf sechs Spuren im Stau. Also mir blieb dort vergangene Woche tatsächlich die Luft weg. 

Markus Hiltner München

Es erhärtet sich der Eindruck, dass die ganze Dieseldiskussion tatsächlich provoziert wurde, um von anderen Dingen abzulenken. Keiner erwähnt die Millionen Tonnen Kerosin, die im Flug abgelassen werden, keiner beschäftigt sich mit alten Ölzentralheizungen, permanent laufenden Baumaschinen und 600-PS-Boliden, die 30 Liter und mehr im Stadtverkehr verbrauchen. Schuld an allem ist der steuerzahlende Pendler mit seinem 5 Liter verbrauchenden Golf-Diesel. Deutschland zeigt der ganzen Welt, wie langfristige Selbstzerstörung, Belügen der arbeitenden Bevölkerung und Inländerdiskriminierung funktioniert. 

Dr. med. Heinz Knopf Fürstenfeldbruck

Wer ist denn für die Trickserei zu unserem Nachteil verantwortlich? Sind unsere Verantwortlichen in den Behörden zu einfältig oder will dort jemand uns absichtlich schaden? Wer bestimmt bei uns den Aufstellungsort der Messstationen insbesondere hier bei uns in München? Mir fällt dazu nur das alte Sprichwort von den dümmsten Kälbern ein. 

Wolfgang Fischbacher München

Danke für den heutigen Bericht bezüglich der nicht vorschriftsmäßig aufgestellten Messstationen in München. Wie Sie recherchiert haben werden dadurch die Messwerte (40 mg/m³) erheblich verfälscht. Am 6. März 2018 hat ein Verkehrsplaner in Wien zugegeben, dass absichtlich in der Stadt Wien Staus produziert werden, um Messwerte nach oben zu treiben. Wenn ich in München zum Beispiel an der Landshuter Allee oder im Petueltunnel unterwegs bin, muss ich leider auch immer wieder feststellen, dass die Vorgehensweise in München genauso wie in Wien praktiziert wird (Beschränkung der Geschwindigkeit von 60 km/h auf 50 km/h, von 60 km/h auf 40 km/h) ohne einen ersichtlichen Grund (kein Unfall, keine Baustelle, kein hohes Verkehrsaufkommen). 

Rudolf Krapf Aschheim/Dornach

An sechs amtlichen Immissionsmessstationen in Bayern 2016 wurde der erlaubte NO2-Jahresmittelwert von 40 µg/m3 überschritten (maximal: 80 µg/m3 am Mittleren Ring in München). Eine Überschreitung des Schwellenwerts wurde mithilfe von Passivsammlermessungen an vielen weiteren Messpunkten in Bayern nachgewiesen. Einschränkend muss aber festgestellt werden: Die Entfernung der meisten Messstationen von den Straßenrändern ist aus platztechnischen Gründen vielfach geringer als vorgeschrieben und sinnvoll, da sich kaum jemand als Fußgänger in unmittelbarer Nähe zur Fahrbahn längere Zeit aufhält (Ausnahme: Radfahrer). Da die NO2-Immission mit dem Abstand von Quellen kontinuierlich abnimmt, wird aber kein Anwohner ganzjährig Immissionswerten von mehr als 40 µg/m3 ausgesetzt sein, sofern nicht andere Quellen in der Wohnung und am Arbeitsplatz vorhanden sind. Erstaunlicherweise sind in Deutschland Arbeitsplatzkonzentrationen bis zu 950 µg/m3 erlaubt. Die amerikanische Umweltbehörde EPA gibt indes für Außenluftkonzentrationen einen Schwellenwert von 53 ppb (ca. 100 µg/m3) an, somit mehr als das Doppelte dessen, was in Europa anscheinend vertragen wird. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Schwachstellen bei den Messungen und den Unsicherheiten bei der Einschätzung der tatsächlichen Gefährdung muss vor Hysterie und Schnellschüssen gewarnt werden. Eine zügige Softwaremodifikation bei Dieselfahrzeugen durch die Fahrzeugindustrie, ein Verbot der Nutzung von Holzöfen in den Städten während Inversionslagen (wie in der Toskana), eine situationsabhänge Einführung eines Tempolimits von 80 bis 100 km/h in der Nähe von Siedlungsräumen (wie in Tirol) und der Verzicht auf die Silvesterknallerei (wie in Paris) wären kurzfristige Maßnahmen, welche die bereits jetzt langsam abnehmenden Immissionskonzentrationen weitgehend unter die bestehenden EU-Schwellenwerte drücken könnten und damit Fahrverbote vermeiden helfen. 

Dr. Manfred Kirchner Diplommeteorologe, Iffeldorf

Das ist ja unglaublich. Ich glaubte, dass Schildbürgerstreiche etwas aus der Vergangenheit sind. Doch weit gefehlt. Da entscheiden minderbemittelte Bürokratenhirne einfach wie Schadstoffwerte zu messen sind, ohne sich an die Vorschriften zu halten. Versetzen damit 15 Millionen Dieselfahrer in Schrecken, schicken tausende Politiker zu ungeahnten Pirouetten im Aussage- und Kommentardickicht und sorgen für jede Menge Schadenfreude im In- und Ausland über unsere Autoindustrie. Ganz zu schweigen von möglichen Strafandrohungen aus Brüssel. In einem Tollhaus kann es nicht schlimmer zugehen. Wir sollten die Politik digitalisieren. Dann könnten Prüfprogramme solchen krankhaften Blödsinn verhindern. Das würde auch verhindern dass sich geifernde Politiker aus linken und grünen Lagern straflos über Themen auslassen die sie selber gar nicht verantworten müssen. 

Ulrich Muzyk Zolling

Nur in München gibt es massive Probleme wegen zu hoher Überschreitungen der Feinstaub und Stickoxid- Grenzwerte, stellte der frühere bayerische Umweltminister und jetzige Staatsminister Huber fest. Leider hat er in Verfolgung ideologischer Ziele versäumt, sich über die Entstehung dieser, die Grenzen überschreitenden Messwerte zu informieren. Er liegt damit absolut im Trend gutgläubiger deutscher Tradition, über Dinge zu reden, von denen man nichts versteht. Wenn die deutsche Bevölkerung ideologisch auf die unsinnige Elektromobilität umgestellt werden soll, so sollte man dies wenigsten nicht mit Zahlen begründen wollen, deren Entstehung absichtlich oder unabsichtliche auf falschen Voraussetzungen beruhen. Das Staatsministerium sollte sich einmal vor Augen führen, dass die Batterietechnik sowohl von der Leistung her als auch bezüglich vorhandener Rohstoff-Ressourcen zu ihrer Herstellung für einen breiten industriellen Einsatz absolut nicht geeignet ist und weiter ausrechnen, wie viel Energie bei der Umstellung auf die Elektromobilität von Diesel und Benzin auf Strom umgeleitet werden muss. Wenn ehrlich und ideologiefrei gerechnet wird, so ist die Umstellung eine Utopie und die propagierten Wege in dieser Richtung reine Geldverschwendung. Die heute für die Herstellung der Batterien benötigten Rohstoffe sind weltweit äußerst knapp. Unabhängig von den Billionenschweren Investitionen in die notwendige Infrastruktur, müsste die jährliche Stromproduktion in Deutschland verdoppelt werden, um den Energieinhalt der heute eingesetzten Mineralöle zu ersetzen. Ohne Kernkraft und Kohle geht das nicht, und diese Wege hat die deutsche Regierung bereits weitsichtig ausgeschlossen. Jetzt die selbst gewählte Stickoxid- Belastungsgrenze auch noch mit fehlerhaften Messungen zu einer Katastrophe hochzustilisieren und den Wählern Angst einzujagen, passt in die langjährig geübte Methodik der Klimahysterie und Energiewende-Politik. Der begrüßenswerte Artikel im Münchner Merkur stellt hoffentlich den Anfang dar für eine kritische Auseinandersetzung mit der Grenzwert-Politik unserer Regierungen. 

Dr. Jürgen Langeheine Gauting

Wer wie ich – kein Dieselfahrer – meist täglich in München an den Messstellen der Landshuter Allee vorbei fährt, erkennt den Unsinn, Messung am Ausgang eines Tunnels, wo atypisch hohe Konzentrationen sein müssen, direkt neben der Fahrbahn, selbst der mehr als 20-fach höhere Grenzwert in geschlossenen Büros rührt von Versuchen mit Ratten, die erst ab 9500 mg, das ist noch mal das Zehnfache des Bürogrenzwertes, Reaktionen zeigten. 

Michael Forster Gmund am Tegernsee

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