Schulz holt gegen Merkel auf

Basis attackiert Pronold; Titelseite, Mit Martin Schulz nach vorne; Leserbriefe 3. Februar

Seit Jahren gibt es in der CDU/CSU nur eine Person, die als Kanzlerin für Deutschland in Frage kommt: Angela Merkel. Sie ist das beste Pferd im Stall der Union. Zu ihr gibt es – in der gesamten Union – keine Alternative. Am 24.01.2017 erklärt Martin Schulz gegen Angela Merkel anzutreten und treibt seither die gesamte Union vor sich her. Innerhalb von unglaublichen zehn Tagen, schaffte es Martin Schulz Angela Merkel in der Wählergunst den Rang abzulaufen. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend würden 50 Prozent Martin Schulz als Kanzler wählen. Nur 34 Prozent wünschen sich Angela Merkel weiterhin als Kanzlerin. Wie kann es sein, dass in der Union das beste Pferd im Stall für eine Kanzlerkandidatur seit Jahren ausschließlich Angela Merkel heißt und die SPD einen Martin Schulz ins Rennen schickt, der innerhalb von zehn Tagen locker an unserer Bundeskanzlerin vorbeigaloppiert? Was für ein Wunderpferd ist dieser Martin Schulz? Er war Bürgermeister und Europapolitiker, er hält gute Reden und schlägt sich hervorragend in Talkshows. Das reichte, um Angela Merkel in der Wählergunst innerhalb von zehn Tagen abzuhängen. Die Union staunt und kann – nach Donald Trump als USA-Präsident und Brexit – nicht fassen, dass die Wähler sich von ihrem besten Pferd im Stall als Kanzlerkandidatin, Angela Merkel, abwenden. Falls der Trend weiter hinter Martin Schulz steht, werden wir einen neuen Kanzler 2017 haben. Nach den Bundestagswahlen wird dann die Union erkennen, dass sie auf das falsche, alternativlose Pferd setzten. Ein indianische Sprichwort sagt hierzu: Sitzt Du auf einem toten Pferd, steig ab! 

Dieter Stopper Murnau

Der Staat muss (nicht müsste, wie kolportiert) sich kraft Grundgesetz religionsneutral verhalten, weil er sonst die Religionsfreiheit nicht garantieren kann. Das ist der einzige Grund, nicht wie behauptet, weil sich andere ggf.“auf den Schlips getreten“ fühlen könnten. Deutschland hat keine Staatsreligion. Religion ist hier grundsätzlich Privatsache und das ist auch gut so, weil es sonst ein Rückfall in feudalistische Zeiten wäre, wo jeder die Religion seines Herrschers haben musste. Natürlich ist Deutschland christlich geprägt, aber das sind kulturelle Werte christlichen Ursprungs. Und jeder Kritiker sollte eigentlich froh darüber sein, dass bei uns jeder seine Meinung sagen und seinen Glauben (auch Unglauben) kraft Grundgesetz wie eine Monstranz vor sich her tragen darf. In einem Staat wie Herr Ott ihn möchte, wäre das nicht möglich (Kritiker ausweisen). Ein Vergleich mit anderen Staaten verbietet sich von allein, denn dort gelten deren Gesetze und nicht unsere. Wir sind Deutschland. Meine Aussagen geben die objektive Rechtslage wieder, nicht unbedingt meine subjektive Meinung und in dieser Beurteilung stimme ich nicht nur mit Martin Schulz überein. Jede Partei will an die Macht, denn nur dann kann sie ihr Wahlprogramm umsetzen, Herr Kissel. Der Wähler entscheidet über das für ihn bessere Programm. Das Wohl des deutschen Volkes ist eine sehr naive Idealisierung politischen Handelns. In der Realität kleben viele Politiker auf ihren Sesseln oder streben da hin um der Macht und Versorgung willen über das Rentenalter hinaus. Für mich ist bezahlbarer Wohnraum, ein sicheres Auskommen im Alter und bezahlbare Krankenversorgung wichtiger als die Frage, ob irgendwo Kreuze im öffentlichen Raum hängen. Symbole ernähren mich nicht. Wem Symbole wichtiger als Inhalte sind, möge seine Beziehung zum Glauben überdenken (2. Mose 20,2-5). Wer nur danach entscheidet, welche Buchstaben eine Partei im Namen hat, hat den Sinn von Wahlen nicht begriffen. Die Frage, warum die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht, mag da jeder für sich selbst beantworten. 

Frank Rogalski Straussdorf

Wie glaubwürdig sind die Äußerungen von Martin Schulz, „den großen Konzernen bei der Steuervermeidung das Handwerk zu legen“? War er es doch, der als Präsident des Europäischen Parlaments nach Bekanntwerden der Steueroase Luxemburg zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden des EU-Parlamentes [darunter auch Manfred Weber (CSU/EVP)] die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ablehnte, der die dubiosen Steuerabsprachen der damaligen Luxemburger Regierung unter Junckers Leitung mit Großkonzernen durchleuchten sollte. Allein dem deutschen Fiskus sind durch diese Luxemburger Steuersparmodelle jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge entgangen (Kommentar von Georg Anastasiadis im Münchner Merkur vom 11. November 2014). Eine kurzfristige Änderung ist nicht zu erwarten. Mit diesen auch künftig entgehenden Steuermilliarden könnten z. B. die jährlichen 21 Milliarden Euro Ausgaben für die Flüchtlinge finanziert werden. 

Gottfried Traber Taufkirchen (Vils)

Die SPD legt innerhalb eines Monats von 20% auf 28% in der neuesten Umfrage zu. Der Wechsel von Sigmar Gabriel zu Martin Schulz war überfällig und hat sich ausgezahlt. Der Patient SPD ist nach langem Koma endlich erwacht. Schulz hat bisher für Europa gestritten und somit wenig Erfahrung und Erfolge in der deutschen Innenpolitik. Trotzdem würde er bei einer Direktwahl des Kanzlers mehr Stimmen als Merkel bekommen. Das belegt eindeutig, dass viele Deutsche sehr unzufrieden mit Merkel sind, ja sie abwählen werden, wenn nur der richtige Gegenkandidat (in der richtigen Partei) käme! Ein extremer amerikanischer Wahlausgang ist auch bei uns denkbar. Merkel steht für Aussitzen, Wegducken und laue Kompromisse, siehe Maut, Flüchtlingsdeal, Altersarmut/Rente. In diesen schwierigen Zeiten brauchen wir aber Politiker, die mit Augenmaß auch Unpopuläres und Schwieriges entschlossen anpacken, neu gestalten, querdenken, auf Berater hören und einen Plan hin zu Zielen (Visionen) haben. Bisher ist es so, dass erst gehandelt wird, wenn es einen Aufschrei der Mehrheit gibt. Merkel verwaltet hauptsächlich und wirft ansonsten gerne Nebelkerzen, siehe TTIP. Soll Europa nicht endgültig scheitern, dann muss es dringend in der Finanz-, Wirtschafts- und Verteidigungs-Politik geeint und von unsinnigem Ballast befreit, kurzum auf die Füße gestellt werden. Es geht auch nicht an, dass aussortierte Politiker aller Parteien in Brüssel ihr lukratives Gnadenbrot bekommen. Das alles ist dem Bürger nicht mehr zu vermitteln. Wir brauchen auch in Brüssel tatkräftige Vertreter. Schulz und die SPD müssen sich noch klarer als bisher mit Sachthemen von Merkel abgrenzen, um eine dauerhafte Alternative zu sein. 

Dr. Günter Urban Wilzhofen

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