Lügenmaut und Mauttheater

Österreich klagt gegen Pkw-Maut; Titelseite 1./2. April

Wegen der Maut sollen die Österreicher mal ganz still sein, was auch den kleinen Grenzverkehr betrifft. Sie verlangen ja schon für 1,5 km zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Nord die volle Maut und wir Deutschen sollen klein beigeben, wenn sie nach Rosenheim zum Einkaufen gehen. Wir jedenfalls sollen uns nicht einschüchtern lassen und es den Österreichern nachmachen. 

Helga Bitterling Bad Tölz

Die Maut kommt und das ist gut so! Zum Schluss hat Alexander Dobrindt also doch alle Kritiker Lügen gestraft und bewiesen: Er scheitert nicht. Es ist richtig, dass künftig auch diejenigen für unsere Straßen bezahlen, die sie bisher kostenlos benutzt haben. Die CSU hält Wort und auch die SPÖsis sollten endlich einsehen, dass es fair ist, wenn in Deutschland das gemacht wird, was in Österreich seit 20 Jahren Normalität ist. 

Kurt Eicher Bad Tölz

Ich muss ziemlich entsetzt zur Kenntnis nehmen, dass ich einen Verkehrsminister habe, der folgende Aussage trifft: Die Maut in Österreich und Deutschland ist gleich, weil: In Österreich müssen alle zahlen und in Deutschland müssen alle zahlen und in Deutschland kriegen alle deutschen Autofahrer das Geld zurück. Den Österreichern, die diesen Satz nicht gleich verstanden haben (na ja, die Österreicher) bescheinigt er Maut-Schizophrenie. Irgendwie ist das doch so, als würde ich jemandem eine Banane geben mit den Worten: Da, ein Apfel! Und wenn der dann sagen würde, dass es eine Banane ist, ich antworten würde: Jetzt iss den Apfel, du bist ja schizophren! Ich hoffe inständig, dass die Österreicher sich nicht einschüchtern lassen und gegen diese grauenhaften Mautzwangseinführung angehen werden. Was auch nie angesprochen wird: Ein niederländischer Urlauber, der durch Deutschland nach Italien fährt, spült bei Hin- und Rückfahrt schon einen hohen zweistelligen Betrag Benzinsteuer ins deutsche Staatssäckel. Und wie wäre das: Statt eine Heerschar hoch bezahlter Beamter auf diese Dobrindt (CSU)-Selbstbefriedigungs-Maut anzusetzen, könnte man doch mal darüber nachdenken, in Europa gewisse Staaten als Transitstaaten zu bewerten, die dann EU-Mittel für die zwangsläufig höheren Straßenkosten erhielten – nicht so schwer, oder? 

Rainer Schönlau Taufkirchen

Wenn man in Richtung Süden fahren will, gibt es keine Lücke in Österreich, ohne Bezahlung durchzukommen. So perfekt wie dort abkassiert wird, gibt es nicht überall. Jahrzehnte lang konnten die Österreicher kostenlos unsere Autobahnen benutzen. Trotzdem sind sie die Ersten, die gegen die zu erwartende Maut in Deutschland klagen wollen. Wenn man zum Beispiel in die Skigebiete Richtung Kitzbühel fahren will, muss man für die kurze Strecke nach Kufstein Nord, auch schon eine Maut hinnehmen, zumal gerade diese Region auf die auswärtigen Skifahrer angewiesen ist. Weiterhin frage ich mich, wenn man Richtung Brenner fährt, warum man zur allgemeinen Maut, noch ein zweites Mal zur Kasse gebeten wird. Früher sollte diese Gebühr offensichtlich zu den Baukosten der sogenannten Europabrücke beitragen. Inzwischen könnte das erwirtschaftete Vermögen vermutlich zum Bau weiterer Brücken und Straßen ausreichen? Im Übrigen sollte es jedem Land erlaubt sein, die Modalitäten gegenüber seinen Bürgern in Sachen Maut selbst zu bestimmen. 

Gerhard Bajohr Ismaning

Ausgerechnet Österreich will gegen die Maut klagen. Das Land, das schon seit 50 Jahren die Leute auf seinen Straßen abzockt. Für jeden kleinen Forstweg muss man bei denen extra bezahlen. Denen reicht nicht mal die Autobahngebühr, nein durch jeden Tunnel und auf jeder Brücke wird man zur Kasse gebeten. Bei uns wollen sie alles umsonst. Liebe Österreicher, wir Deutschen sind nicht mehr so blöd, vor allem nicht mehr die Melkkühe Europas. Doch ich muss auch sagen, als ich den Plan dieser Regierung über die Zusammensetzung der Maut gelesen habe, ist mir das Frühstück im Hals stecken geblieben. Die Maut dient meines Wissens dazu, die maroden Straßen wieder besser in Schuss zu halten. Sie werden von allen Pkw gleich belastet, egal ob Benziner oder Diesel. Warum also müssen Diesel-Pkw mehr bezahlen. Also ist es keine Maut, sondern eine Umweltplakette. Aber wir Dieselfahrer werden durch eine höhere Steuer eh schon zur Kasse gebeten. Jetzt sollen wir schon wieder abgezockt werden. Nur weil unsere Automobilhersteller nicht in der Lage sind, saubere Dieselautos zu bauen. Ich finde es eine Frechheit von Herrn Dobrindt, von Maut zu sprechen, aber eine Umweltabgabe einzuführen. Wenn dieser Regierung die Dieselautos ein Dorn im Auge sind, dann sollen sie diese alle ab sofort verbieten, damit hätte ich kein Problem, aber mit einer Diskriminierung habe ich ein Problem. Dieses Problem geht so weit, dass die CSU einen seit 40 Jahre treuen Wähler dank dieser Lügenmaut verloren hat. Ich war immer für die Maut und bin es auch heute noch, aber für alle Pkw gleich, ob groß ob klein, ob Benziner oder Diesel.

 Günther Freis Karlsfeld

Die Österreicher drohen uns mit Klage gegen die Maut, ausgerechnet das Abzockland Nr. 1 in Europa, das oft mit hinterlistigen Tricks die Ausländer abzockt. Deutschland entscheidet selbst über ihre Kfz-Versteuerung und über Steuerreduzierungen, da kann man doch nicht über Diskriminierung sprechen. Wo fängt Diskriminierung an und wo hört sie auf? Ganz bestimmt nicht in Deutschland, dann schon eher in Österreich. Österreich lebt doch hauptsächlich vom Geldkassieren und vom Abzocken der Ausländer, viele verschiedene Mautgebühren und mit vielen Tricks und versteckten Kameras werden primär die Ausländer bestraft und zur Kasse gebeten. Eigentlich müssten sie dem Herrgott dankbar sein, dass sie auf einem der schönsten Flecken der Erde sind und zusätzlich ganz bequem vom Tourismus leben, denn leichter kann man sein Geld nicht verdienen. Durch die Abzocke an allen Ecken und Kanten in Österreich, manchmal grundlos ohne Sinn und Zweck (gerade bei Bestrafungen) fühle ich mich definitiv diskriminiert und man kann sich als Ausländer gegen Ungerechtigkeiten kaum wehren. Das Einzige ist, man bucht seinen Urlaub zukünftig wo anders. 

Peter Heiß Antdorf

Das Mauttheater wär zum totlachen, wenn´s nicht so ernst wär. Es gibt ja in zig europäischen Ländern eine Maut und überall ist sie mit dem EU-Recht konform. Das zeig uns doch, dass es möglich ist, eine Maut einzuführen, ohne sich lächerlich zu machen. Also liegt das Problem ja nicht bei der Maut, sondern bei den Dilettanten, die das Gesetz gemacht haben. Denn den Schmarrn, dass die Maut für deutsche Autofahrer nichts kostet, kann glauben, wer will, aber wenn man scharf nachdenkt, fällt mir keine einzige Steuer, Abgabe – oder wie auch immer man es nennt – ein, die den Bürger nicht unterm Strich mehr kostet. Aber durch die Klage kann man die Schuld für die Mehrkosten dann den Österreichern geben und der bayerische Wähler kann sich weiter guten Gewissens von der CSU verarschen lassen. 

Siegfried Seelos Schwabbruck

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