Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

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Keine Friedensdividende

Heute startet die Sicherheitskonferenz; Titelseite 16. Februar

Die Hoffnung, dass das Ende des Kalten Krieges vor nahezu 30 Jahren eine weltweit nachhaltige Friedensperiode und das Ende der Atomrüstung einleiten würde, hat sich nicht erfüllt. Die sogenannte Friedensdividende gelangte nie zur Auszahlung. Im Gegenteil, heute gibt es mehr nuklear bewaffnete Staaten denn je. Kein Land, das Nuklearwaffen besitzt, zeigt derzeit die geringste Bereitschaft, auf sie zu verzichten. Es ist in internationalen Regierungskreisen sogar umstritten, ob die Welt danach friedlicher wäre. Immerhin hat Europa seinen mehr als 70 Jahre währenden Frieden in hohem Maße der nuklearen Abschreckung zu verdanken. Deshalb möchte nicht einmal Deutschland auf sie verzichten. Wir erleben eine Weltgemeinschaft die den Anschein erweckt, dass die kriegerische Auseinandersetzung als Mittel der Konfliktlösung wieder zunehmend Akzeptanz findet. Die EU zählt weltweit zu den größten Waffenexporteuren. Deutschland beansprucht auch in dieser Kategorie innerhalb der EU eine klare Spitzenposition. Waffen müssen natürlich auch ausprobiert und in der Praxis eingesetzt werden. Passende Kriegsgebiete finden sich immer. Leidtragende sind die Zivilbevölkerung und vor allem die Kinder in den kriegsgeschundenen Staaten. Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, hatte vor einiger Zeit in einem Interview mit eindringlichen Worten davor gewarnt, dass sich die Welt derzeit auf einen großen Krieg vorbereiten könnte. Politiker und militärische Führer klingen demnach zunehmend kämpferischer und verbreiten gefährliche Doktrinen. Von der ehemals bedeutsamen Friedensbewegung zu Zeiten des Kalten Krieges ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein großer Teil der westlichen Gesellschaften hat sich mittlerweile scheinbar an den Frieden als vermeintlich etwas Selbstverständliches und für die Ewigkeit währendes gewöhnt. Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir angesichts des Ausmaßes der Verheerung, die ein solch großer Krieg mit sich bringen würde, die Möglichkeit aus unseren Gedanken löschen und uns über kleinere Risiken sorgen, da das große für uns so unkalkulierbar ist. Damals trugen die zahlreichen Teilnehmer der regelmäßigen Friedensdemonstrationen einen wesentlichen Teil zur Bereitschaft der beiden Supermächte zur Abrüstung bei. Heutzutage wären Demonstrationen dieses Ausmaßes vermutlich ein „Sicherheitsproblem“. Denn ständig aufs Handy schauen und sich dabei gleichzeitig durch eine große Menschenmenge fortbewegen - dies würde wahrscheinlich zu (unbeabsichtigten) „Zusammenstößen“ führen. In diese derzeit recht düstere Stimmungslage passt eine Meldung amerikanischer Wetterforscher, die Mitteleuropa aufgrund einer sehr ungewöhnlichen Wetterkonstellation mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit einen lang anhaltenden „Eisfrühling“ prophezeien. Aber vor die Wahl gestellt wäre mir eine „Eiszeit“ zweifellos immer noch wesentlich lieber als ein „heißer Krieg“. 

Alfred Kastner Weiden

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