Friedenssuche für den Nahen Osten

Nun also stellt sich heraus, wie Europa zusammenhält und was von dem ganzen Gerede übriggeblieben ist.

Jetzt kommt die Retourkutsche für die Kanzlerin, die jahrelang mit permanenter Arroganz gepredigt hat, wie die übrigen Europastaaten zu sparen, zu arbeiten und zu leben haben! Jetzt kann man es ihr heimzahlen. Sie ist doch so gescheit und soll mit ihren Flüchtlingen machen was sie will. Sie hat sie eingeladen ohne zu bedenken, dass die anderen europäischen Staaten dieses Mal nicht mitmachen könnten. Und so wird es auch bleiben. Europa wird nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, denn es interessieren nur die Rechte, nicht aber die Pflichten. Und es wird nie Frieden im Nahen Osten geben, solange Staat und Religion nicht getrennt sind. Alles andere ist Lügen in die eigene Tasche.

Rosi Wendler Fürstenfeldbruck

Ihre Tendenz zur Asylpolitik von Frau Merkel ist eindeutig gegen diese gerichtet. Es ist Ihr gutes Recht, wie viele andere auch, eine Meinung dagegen zu haben. Trotzdem habe ich Ihren Satz: Merkel hat das Erbe der großen europäischen Versöhnen, Brandt, Schmidt und Kohl verspielt, nicht verstanden. Für mich ist dies eine ganz andere Zeit, und auch eine andere Politik, damals gab es keinen Syrienkrieg mit so vielen Flüchtlingen. Bei allen Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Flüchtlingen, ist für mich das Versagen der Europäischen Staaten, insbesondere der Osteuropäischen Ländern( und jetzt auch Frankreich) ein Armutszeugnis. Wir brauchen eine neue Verteidigungslinie in Europa, sagt Herr Orban (als wäre Krieg gegen Flüchtlinge). Deshalb bewundere ich Frau Merkel, dass sie gegen viele ihrer Widersacher die Not der Flüchtlinge nicht aus den Augen verloren hat. Werden die schrecklichen Bildern aus Syrien (Aleppo und andere) nicht gesehen, wie Menschen nichts anderes können, als von den tödlichen Luftangriffen des Assad-Regimes und ihren russischen Verbündeten zu fliehen? Es wurde sogar ein Krankenhaus von russischen Flugzeugen getroffen. Vielleicht könnten diese Versäumnisse der westlichen Allianz von Ihnen mehr aufgegriffen werden, als immer nur gegen die Asylpolitik von Frau Merkel zu schreiben.

Albert Sichau Neubiberg

Es war ja abzusehen. Die politischen Alleingänge der Kanzlerin rächen sich jetzt bitter. Während die Regierungen der Euro-Staaten sich dem Wohle des jeweils eigenen Volkes verpflichtet fühlen und richtig handeln, steht die Kanzlerin nun vor einem Scherbenhaufen. Wie naiv muss man sein, wenn man bei einer dermaßen egoistischen Politik Solidarität der Partner erwartet? Merkel hat ihre Kompetenz und ihr Mandat bei Weitem überschritten und ist nun total isoliert. Was nun Deutschland? #

Horst Kleff Eching

„Wir schaffen das“ hat sie gesagt – trotz steigender Umfragewerte für die AfD, zunehmender Unzufriedenheit in der Bevölkerung gegenüber ihrer Flüchtlingspolitik und einer renitenten CSU. Gestützt hat sie ihren eigensinnigen Kurs auf drei Säulen: Erstens, durch Verhandlungen müssen die Kriege, vor allem in Syrien, beendet werden; zweitens, die Türkei als Schlüsselland benötigt entsprechende Unterstützung; drittens, es muss eine Kontingentpolitik innerhalb der EU durchgesetzt werden. Nach der Münchener Sicherheitskonferenz darf man feststellen, dass alle Säulen krachend eingestürzt sind. Erstens ist am Wochenende ein allenfalls wackeliger Waffenstillstand herausverhandelt worden, der lediglich humanen Zwecken dient, aber noch keine Lösungen für den Bürgerkrieg in Syrien bietet; zweitens hat sich die Türkei als ernstzunehmender Verhandlungspartner verabschiedet, seitdem sie mit dem Bombardement kurdischer Milizen auf syrischem Boden unverhohlen ihre eigene Regionalpolitik verfolgt; und drittens hat – neben der wochenlangen Kritik der Osteuropäer – nun die knallharte Absage des französischen Premierministers Merkels Kontingentplänen den Todesstoß versetzt. Mehr denn je heißt es nun: Quo vadis, Frau Bundekanzlerin?

Gerhard Braß Poing

Die Friedenssuche für den Nahen Osten benötigt sowohl politisch-militärische Maßnahmen als auch eine ungewohnte politisch-theologische Initiative. Beides ist nötig, um die verschiedenen zerstrittenen Konfessionen angehörenden Bevölkerungen endlich vom Krieg zu verschonen und den Menschen den Verbleib in vertrauter Heimat – statt Zuwanderung nach Europa, wie diese von Merkel-Deutschland gefördert, aber von den anderen EU-Ländern abgelehnt wird - zu ermöglichen. Zur Befriedung in politischer Hinsicht gibt es die Ansicht, das bisher herrschende Regime militärisch zu stützen, um die hochgerüstete, grausame Aufstandsbewegung des IS niederzuschlagen (so vorwiegend Russland, das seine Krisenregionen im Kaukasus durch strenge Kontrolle im Zaum hält). Bezüglich der Hintergründe für den Bürgerkrieg in Syrien verweist man gerne auf den Aufstand gegen die herrschende Diktatur Assads und den leichten Erwerb westlicher Waffen sowie den Waffenimport durch arabische Nachbarländer, die es beide zu unterbinden gelten. Auf die Feindseligkeit der islamischen Konfessionen in Syrien wird leider nicht eingegangen. Die dortigen Sunniten, unterstützt von saudi-arabischen Wahabiten, liegen im Dauerstreit mit den Alewiten, unterstützt vom Iran, wobei beide Gruppen neben religiöser Rechthaberei Privilegien für Amtsstellung und Macht anstreben oder behalten wollen. Die radikal-brutale Ideologie des Islamischen Staats (IS), herausgewachsen aus einer archaischen Sunnitengruppe, strebt einen großflächigen, konfessionsreinen syrischen Staat an und verfügt beim Vormarsch und Eroberungszug über schwere Waffen und über viele jugendliche Überzeugungstäter, die der Regierung ohne Weiteres Paroli bieten und den Westen vor große Herausforderungen stellen. Rückeroberungen der vom IS besetzten Bastionen verursachen zudem viele zivile Menschenopfer und lassen zerstörte Städte zurück. Es gilt also bei Vorgang der Befriedung der Region, den Konfessionenhass verstärkt in den Blick zu nehmen und mit Hilfe von friedfertigen führenden Ajatollahs der Sunniten und Schiiten der Welt neu nachzuweisen, dass ein aufgeklärter Islam friedensschaffend und friedenserhaltend sein muss. Dies durchzusetzen erfordert jedoch die Etablierung von Religionskonferenzen in der Art der politischen Vereinten Nationen. Der Abbau der Feindschaft von Katholiken und Protestanten dauerte allerdings 400 Jahre. So lang soll Toleranz in neuzeitlicher globalisierter Welt nicht brauchen.

Dr. Friedrich Wambsganz Uffing

„EU-Gipfel: Rückschlag für Merkel“; Titelseite, Georg Anastasiadis: „Todeskuss aus Paris“; Kommentar, Christian Deutschländer: „Ein eiskalter Gruß an Frau Merkel“; Politik 15. Februar 

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