Ein neuer Missbrauch

Gericht: Negativzinsen zulässig; Titelseite 9./10. Dezember

Wie uns ein Blick in die heiligen Schriften Tora, Bibel und Koran lehrt, ist mit Zinsforderungen von Altersherz schon immer ein solcher Missbrauch getrieben worden, dass sie verboten wurden. Mit Lockerung, Aufhebung und Umgehungsgeschäften ist dieses Zinsverbot allerdings nie eingehalten worden. Nun ist mit Negativzinsen – erstmalig in der Menschheitsgeschichte – ein neuer Missbrauch hinzugekommen: politisch gewollte Strafzahlungen für Sparer. Was ist dagegen zu tun? Nichts, rein gar nichts! Negativzinsen sind im Wesentlichen eine Folge unserer Nullzinspolitik. Und diese Nullzinspolitik ist unverzichtbar, so heißt es, denn sie ist auf Gedeih und Verderb mit dem Euro und der EU verbunden. Ohne Nullzinspolitik könnten die Südländer ihre Staatsschulden nicht mehr finanzieren. Sie wären pleite und müssten den Euro-Raum verlassen. Das würde zwar nicht das Ende Europas, aber das Ende der Europäischen Union bedeuten getreu dem Brüsseler/Berliner Glaubensbekenntnis „Ohne Euro, keine EU“. Das Gleichgewicht des Schreckens ist ein fragiles Kartenhaus. Die mit einem für ihre Wirtschaftskraft zu teuren Euro belasteten Südländer werden insbesondere von Deutschland, das - angeblich - vom Euro profitiert, gestützt. Alle europäischen Zukunftspläne verlangen nach mehr. Der behaupteten Besserstellung Deutschlands steht neben anderen Aspekten die Tatsache gegenüber, dass bei der Deutschen Bundesbank inzwischen offene Forderungen an die Nationalbanken der Südländer in Höhe von 850 Milliarden (Target 2) aufgehäuft sind. Nach Überzeugung von Finanzexperten werden die Südländer diese Forderungen jedoch nie begleichen können. Es ist höchste Zeit, dass wir nach Alternativen für die alternativlose Euro-Rettungspolitik unserer Kanzlerin suchen, bevor wir von den Trümmern des zusammenstürzenden Kartenhauses erschlagen werden.“ 

Germut Bielitz Grainau

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