Oberfranken statt Oberbayern

Sebastian Hölzle: Oberbayern kommt Rentner teuer; Titelseite 24. Mai

Oberfranken – das Tessin Bayerns? Natürlich ist diese Frage nicht ganz ernst gemeint, denn im Tessin gibt es keine Ruheständler mit 1000 Euro Rente im Monat. Aber auch wer im Münchner Großraum 2000 Euro Rente bekommt, für den wird es in Zukunft eng, erst recht ohne eigene Immobilie. Doch Schluss mit der ewigen Jammerei, es gibt in Zeiten der Globalisierung eine lebenswerte Alternative: Oberfranken. Im April titelt die ‘Welt am Sonntag’: ‘Wo keiner hin will’ und meinte damit unser Oberfranken. Nicht ganz - sie sprach von Frankenwald und Fichtelgebirge, von Bad Alexandersbad und Wunsiedel. Abwanderung, Geschäftesterben, geschlossene Wirtschaften – ja im Norden Oberfrankens ist dem so und hier muss der Freistaat auch endlich handeln. Aber mein Oberfranken liegt im Süden: über 100 idyllische Hausbrauereien mit jungen innovativen Braumeistern, Kirchweihen und Konzerte für jung und alt, herrlichste Landschaften, Museen, modernste Kliniken, weniger Regen als in München und vor allem liebenswerte, bodenständige Menschen. Hamburger, Berliner und Düsseldorfer machen hier Urlaub oder lassen sich für immer nieder: „Das hier bei Ihnen ist Entschleunigung pur, nicht weit von den Metropolregionen und mitten in Deutschland.“ Also, warum nicht auch im Ruhestand. Nur die Oberbayern trifft man selten in der fränkischen Schweiz, im Maintal, in Coburg, Kulmbach und in Bamberg. Nicht wenige wissen gar nicht, wo das ist. Übrigens: Die Weltkulturstadt Bamberg wächst und wächst, von Lethargie keine Spur. Ganz im Gegenteil. Mit 2000 Euro Rente könnten Sie bei den Preisen (nicht weitersagen: Bier 2,20 Euro, Brotzeit 4,50 Euro, Haxen 6,80 Euro) hier bestens überleben. Münchner Freunde meinten letzte Woche: Der Wahnsinn wie schön Deine Bier- und Genussregion Oberfranken ist, wir kommen wieder. Und München ist auch nur 2 Stunden weg.

Peter Fraas Riemerling und Thurnau/Oberfranken

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