Plan- und Nutzlosigkeit des Bundeswehrbeitrags in Syrien

„Syrien-Einsatz offiziell gestartet“; Titelseite 7. Dezember

Wie viel Ernsthaftigkeit kann dem Versuch zugestanden werden, ein Problem mit der Ursache des Problems zu bekämpfen? Wie glaubwürdig ist der „gute Wille“ in der idiotischen Anstrengung, auf Wespennester einzuprügeln, um einer Wespenplage Herr zu werden? Wie schreiend muss der Widerspruch zwischen der Kostspieligkeit von Mitteln, die Regierende einsetzen, und ihrer Sinnlosigkeit werden, bis die Regierten erkennen, welchem verschwiegenen Zweck sie tatsächlich gewidmet sind? Die Bundesregierung wird wegen der Plan- und Nutzlosigkeit des von ihr beschlossenen Bundeswehrbeitrags in Syrien massiv kritisiert. Was sie dagegen immunisiert, ist aber keineswegs Kopflosigkeit, sondern ihre schändliche Einplanung totgebombter Zivilisten dort wie hier. Die Option auf Ressourcen und Handelswege sowie das Ziel der Nato, den ihr unliebsamen Assad durch einen weiteren Regime-Putsch als Machtfaktor in der Region auszuschalten und damit auch den Einfluss seiner russischen Verbündeten zu schwächen, heiligt für sie das Hauen, Stechen und Sterbenlassen - also den Absturz in die Inhumanität. Das – völkerrechtlich durch den Hilferuf einer gewählten Regierung legitimierte – Eingreifen Russlands könnte das Kräfteverhältnis aber zu Assads Gunsten entscheiden. Also stemmt die Nato dem ihre Destabilisierung des syrischen Staats durch direkte und indirekte Unterstützung der diversen Terrormilizen entgegen. Sie gießt damit Öl in ein Feuer, das, wie der Abschuss des russischen Kampfjets zeigt, blitzartig über den schon entflammten Nahen Osten hinausgreifen kann. Die gefährliche Eskalation des Krieges, den die deutsche Regierung vorantreibt, ist also potentiell auch eine Eskalation des Konflikts mit Russland, eine Fortsetzung der aggressiven Umzingelungsstrategie gegen die Russische Föderation.
Uwe Brauner
Tübingen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wehrmachtssoldaten berichten über ihre Erfahrungen
41 Wehrmachtsandenken in Kasernen; Titelseite 18. Mai, Wehrmacht und Bundeswehr; Leserforum 19. Mai
Wehrmachtssoldaten berichten über ihre Erfahrungen

Kommentare