Hart, aber gerecht

Raser wegen Mordes verurteilt; Titelseite, Alexander Weber: Mörderisch; Kommentar, Ku’damm-Raser sind Mörder; Weltspiegel 28. Februar

Ein hartes Urteil, das aber in jeder Hinsicht schon lange fällig war und auf den Verkehrsalltag in Deutschland ausgeweitet werden sollte. Wie es auf unseren Straßen zugeht, nicht nur bei illegalen Autorennen, spottet jeder Beschreibung. Drängeln, Rasen, Hupen, Nötigen, das Recht des Stärkeren zählt, je größer das Auto, desto mächtiger fühlt sich der/die Fahrer/in, mangelndes Selbstwertgefühl und Verantwortungslosigkeit wird ohne Rücksicht auf Verluste ersetzt durch PS. Doch die Autolobby in Deutschland ist viel zu groß, als dass sich die Politik an strengere Strafen hintraut. Vielleicht würde die Aussicht darauf weiterhelfen, man muss ja nur einen Blick ins europäische Umland werfen, da ist man nicht so liberal und nachsichtig mit den Rasern, überhaupt mit Verkehrsvergehen, sind ja auch keine großen Autohersteller zu vergrämen. Eine Freundin, die in der Nähe von Karlsruhe wohnt, hat erzählt, dass am Wochenende die Schweizer nach Deutschland kommen, um ihre großen Karossen endlich einmal ungestraft ausfahren zu können.

 Claudia Schmitt Olching

Spektakulär ist der falsche Ausdruck für das Urteil. Längst überfällig würde es besser treffen und auch die Gesetzesinitiative ist damit gemeint. Es herrscht bereits genug Krieg auf den Autobahnen. Dann aber auch noch mitten durch die Stadt zu rasen, um sein Ego aufzumotzen, ist im wahrsten Sinne des Wortes fahrlässige Tötung. Diese Wiederholungstäter im Straßenverkehr, nicht gerade gesegnet mit IQ und EQ, sind weiterhin eine ständige Bedrohung für alle Verkehrs- teilnehmer und gehören eingesperrt. Ob lebenslänglich für Mord allerdings bestehen bleibt, ist fraglich, aber da müssen wir hin! Was mich aber wirklich erstaunt ist die Frage, woher diese Nichtsnutze das Geld für die Sportwagen hatten. 

Sylvia Pammé Neukeferloh

Endlich ein vernünftiges, gerechtes Urteil für die zwei Raser aus Berlin. Wenn zwei Männer, 25 und 28 Jahre, also schon erwachsen, mitten in der Stadt ein illegales Autorennen veranstalten, ist das ein einkalkulierbarer Mord. Wenn zwei bei Tempo 170 nebeneinander um den Sieg kämpfen und mehrere Ampeln bei Rot überfahren, ist beiden klar, dass ein Unfall mit tödlichem Ausgang die Folge sein kann. Also ist das Urteil absolut richtig und hoffentlich für alle weiteren gleich gelagerten Fälle verbindlich. Beide Fahrer sind schon mehrfach wegen Straßenverkehrsdelikten aufgefallen. Also waren die jeweiligen Strafen zu gering, um erzieherisch Wirkungen zu haben. Ich verstehe den Verteidiger nicht, wenn er zur Entschuldigung sagt: Die ticken anders als unsereins. Ja, dann gehören sie auch nicht auf die Straße, sondern hinter Gitter und zwar lebenslänglich. Wenn in der Ständlerstraße einer mit Tempo 134 unterwegs ist, ist das auch nicht richtig und gehört geahndet. Aber er ist alleine und auf einer Straße ohne Querungen unterwegs und gefährdet nur sich selbst. Aber für mich ist auch hier die Strafe von 560 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot wesentlich zu wenig und wird nicht zur Einsicht beitragen. 

Karl Thomasser München

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