Sparen!

ARD will höhere Rundfunkgebühren; Titelseite 8. Januar

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sollte sich Gedanken über die Programmgestaltung machen und nicht über eine Erhöhung der Rundfunkgebühren. Was wird denn an Sendungen ausgestrahlt? Jede Menge Krimis mit grausamen Bildern und Filme, in denen mindestens eine Bettszene gezeigt wird. Super! 

Adolf Hoyer Garmisch-Partenkirchen

Die Rundfunkgebühren sollen erhöht werden. Habt Ihr schon mal das Wort „sparen“ gehört? Ich frage mich jedes Jahr, wenn ich die Wintersportsendungen im ARD sehe, wozu es drei Leute braucht, die mir bei jedem neu gestarteten Athleten erzählen, dass der nicht „auf Zug“ oder „nicht ganz rund“ gefahren ist. Das kann ich selbst sehen. Nach spätestens 10 solcher Kommentare geht mir das auf den Nerv. Es gab einmal Sportreporter, die kamen ganz gut ohne die Hilfe der Experten aus. Die haben ihr Handwerk noch verstanden. Aber gegen die Erhöhung der Rundfunkgebühren kann man sich ebenso wenig wehren wie gegen Steuererhöhungen.

 Helmut Friedrich Seefeld

Es ist schwer nachzuvollziehen, was die ARD berechtigt, die Rundfunkgebühren ab 2021 erneut zu erhöhen. Schließlich handelt es sich um eine „Gesellschaft öffentlichen Rechts“, also einem Staatsunternehmen, das durch die flächendeckend erhobenen Rundfunkgebühren ohnehin schon über ein großes, gesetzlich abgesichertes Einkommen verfügt und dazu noch, seit einigen Jahren die Möglichkeit hat, im Werbesektor gegen die privat finanzierten Fernsehsender zu konkurrieren. Einen Ausgleich für die allgemeine Teuerung als Grund für die beabsichtigte Gebührenerhöhung anzuführen, ist unredlich. Schließlich liegt seit Einführung des Euro die Verantwortung auch für die deutsche Geldpolitik bei der EZB deren Chef Draghi, der nicht müde wird, wegen angeblich deflationärer Gefahren, mittels Flutung der Märkte mit Papiergeld, eine Erhöhung der Inflationsrate im Euroraum auf etwas unter 2% zu erreichen. Gemäß der EZB- Statistiken, deren Bezugsdaten sich allerdings gelegentlich ändern, ist dieses hehre Ziel im Euroraum noch lange nicht erreicht. Offiziell gibt es also mit 1,7 % in Deutschland keine nennenswert Inflation und daher auch keine Notwendigkeit, die öffentliche Daseinsvorsorge an sie anzugleichen. Die Drohung des Intendanten des Bayerischen Rundfunks, beim Ausbleiben einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags „an einem gewaltigen Kürzen der Programme nicht vorbei zu kommen“, darf man wohl nicht allzu wörtlich nehmen. Die, im Vergleich zur privaten Konkurrenz, bestehenden sehr guten Einkommensmöglichkeiten der ARD und ihr hohes Kostenvolumen dürften genügend Möglichkeiten bieten, erfolgreich an einer Verbesserung der Finanzstruktur aber auch der gegenwärtigen Programme zu arbeiten. 

Peter Hütz Krailling

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