Sanierung der Rentenversicherung!

Sanierung der Rentenversicherung!

Höhere Sozialabgabenfür Gutverdiener;Titelseite 20. September

Der letzte Satz in diesem Artikel, dass sich für die meisten Beitragszahler nichts ändert, ist nicht richtig. Richtig ist, dass der Arbeitnehmer (AN), dessen Gehalt unter der jetzigen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) liegt, in seinen monatlichen Abzügen zur Rentenversicherung nichts merkt. Das ist aber nur kurzfristig gedacht. Langfristig, und das verschweigen die Sozialpolitiker und die Presse, wirkt sich das auf die zu erwartende Rente aus. Durch jede Erhöhung der BBG wird die Berechnung der Entgeltpunkte für die Rente beeinflusst. Ein Berechnungsbeispiel mit Werten von 2012 (die aktuellen Werte sind beim Statistischen Bundesamt zu finden): Maßgebend für die Höhe der Rente eines AN sind die im Laufe der Versicherungszeit erworbenen Entgeltpunkte und der vom Gesetzgeber festgelegte aktuelle Rentenwert (28,07 Euro ab 1. Januar 2012). Für Beitragszeiten werden die Entgeltpunkte errechnet, indem Beitragsbemessungsgrundlage (im Jahr 2012: 67 200 Euro) durch das Durchschnittsentgelt aller Arbeitnehmer für dasselbe Kalenderjahr geteilt wird (die Datenwerden vom Statistischen Bundesamts ermittelt). Für 2012 galt als Durchschnittsverdienst 32 446 Euro. Nachdem die Beitragsbemessungsgrundlage 67 200 Euro betrug, konnten höchstens 2,0711 Entgeltpunkte erworben werden (67200 Euro geteilt durch 32 446 Euro). Daraus ergab sich ein monatlicher Rentenanspruch von 58,14 Euro. Als Faustregel galt: Für je 1000 Euro Verdienst im Jahr 2012 wurden Rentenansprüche von monatlich 0,865 Euro erworben (Formel: 1000 Euro geteilt durch 32 446 Euro, multipliziert mit 28,07 Euro). Die ermittelten Rentenbeträge galten bei Inanspruchnahme einer Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Für das gleiche Gehalt, aber höhere BBG, bekommt ein Arbeitnehmer weniger Entgeltpunkte. Weniger Entgeltpunkte bedeuten auch eine geringere Rente. Durch die laufenden Erhöhungen der BBG wird die Altersarmut gefördert, da die Lohnerhöhungen gerade bei Geringverdienern mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze nicht Schritt halten. So ist der Gesetzgeber in erheblichem Umfang für die Altersarmut mitverantwortlich.

Eine wirkliche Sanierung der gesetzlichen Rentenversicherung kann durch das Erhöhen der BBG nicht erreicht werden. Das wäre eine neue Diskussion. Wer sich über die Rentenberechnung weiter informieren will, kann das unter dem Link http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/05_Kurz_vor_und_in_der_Rente/01_Kurz_vor_der_Rente/04_wie_sich_die_rente_berechnet/wie_sich_die_rente_berechnet_node.html tun.

Erich Förster
Dorfen

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