Schwarze Schafe beim Namen nennen

„Jedes sechste Ei mit Dioxin belastet“; Titel 27. Januar, „Die dreisten Etiketten-Tricks“; Geld & Markt 29./30. Januar, „Massentierhaltung verstößt gegen die Würde der Kreatur“; Leserbrief 27. Januar

„Nun wurde festgestellt, dass nur jedes sechste Ei von Dioxin befallen ist. Mein Rat: Darum kaufe ich immer nur fünf Eier und umgehe das Sechste.“

Richard Hartung

München

„Im Münchner Merkur vom Wochenende haben Sie den lobenswerten Beitrag ,Die dreisten Etiketten-Tricks‘ veröffentlicht. Aber: Wie in fast allen derartigen Beiträgen in der Presse wird von der Namensnennung der Firmen abgesehen. Dabei handelt es sich keineswegs nur um dreiste Tricks, sondern in vielen Fällen um Betrug. Wo bleibt eine gerichtliche Ahndung? Schon eine Nennung der Namen der betreffenden Firmen hätte möglicherweise eine abschreckende Wirkung. Durch entsprechende strenge gerichtliche Maßregelung, Bestrafung bis zum Entzug der Gewerbeerlaubnis, könnte ggf. ein besserer Schutz des Verbrauchers erreicht werden. Ein weiterer Punkt, der kritischer Betrachtung bedarf, ist die Deklarationspflicht auf den Etiketten. Welcher vorzugsweise ältere Mensch, dessen Sehschärfe eingeschränkt ist, kann diese in kleinster Schrift angebrachten Inhaltsangaben lesen? Wer kann mit dem ,Fachchinesisch‘ wirklich etwas anfangen? Welcher unserer vielen ausländischen Mitbürger ist in der Lage, diese ,Scheininformationen‘ zu verstehen? Da ist schon noch viel Mühe notwendig, um zu wirklich befriedigenden Lösungen zu finden. Also: Als erstes die schwarzen Schafe beim Namen nennen. Und schärfere Bestrafung derer, die unsere Lebensmittel aus Gewinnsucht verderben, verfälschen oder fehlerhaft deklarieren. Brunnen-Vergifter hat man früher der höchstmöglichen Strafe unterworfen – und was diese Typen heute anrichten ist in vielen Fällen dem durchaus vergleichbar.“

Gernot Schmitt

Haar

„Tiere um Verzeihung zu bitten, so wie es Kurt W. in seinem Leserbrief schreibt, ist meiner Meinung nach zu wenig – man dürfte es erst gar nicht so weit kommen lassen, dass man sie um Verzeihung bitten muss. Schuld daran, dass es überhaupt dazu gekommen ist, dass Tiere in Massen gehalten werden, ist doch der Konsument. Die wenigsten Leute können heutzutage auf Wurst und Fleisch verzichten, bei den meisten steht es sogar täglich auf dem Speiseplan. Würden die Menschen weniger oder kein Fleisch mehr essen, und auf vegetarische Kost umstellen, so wie ich es schon lange getan habe, gäbe es keine Massentierhaltung. Dann wäre auch der Wurst- und Fleischverbrauch wesentlich geringer, da die Nachfrage dieser Waren automatisch sinken würde, und somit müssten Tiere nicht mehr in Massen gehalten werden. Um die Zeit des Zweiten Weltkrieges gab es so etwas wie eine Massentierhaltung gar nicht. Die meisten Menschen waren arm und konnten sich Fleisch nur ca. einmal die Woche leisten. Jetzt leben die meisten Leute im Wohlstand und sind mit einem fleischlosen Gericht nicht mehr zufrieden. Ich finde, es gibt in unserem Erdteil genügend zu essen. Keiner muss hungern, wenn er sich vegetarisch ernährt. Eine Massentierhaltung wäre also vermeidbar, wenn jeder dazu beitragen würde.“

Caroline M.

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