Simple Tatsachen werden ignoriert

„Man kann das Jammern der Handwerkerschaft nachvollziehen.

Jede freie Stelle senkt den Umsatz und den Gewinn des Betriebs. Aber: Erstens, es werden nicht nur Fachkräfte gesucht, sondern noch verzweifelter bezahlbarer Wohnraum. Zweitens, unser Wirtschaftssystem kennt grundsätzlich keinen Mangel. Das bedeutet: Das Handwerk muss höher entlohnen und bessere Arbeitsbedingungen bieten als die Industrie ihren Facharbeitern gewährt. Als Folge fände eine Umverteilung der Arbeit von der Industrie zum Handwerk statt. Drittens, das Handwerk sollte darauf drängen, die Pseudo-Akademisierung zurückzufahren. Anstatt durch ein Absenken der Anforderungen in den Abitur- und Bachelorprüfungen ,erfolgreiche‘ Studenten auszubilden, wäre eine Umleitung dieser Gelder in die duale Ausbildung und in Berufsfachschulen der bessere Weg. Leider ignorieren die Beteiligten aus Politik und Handwerk diese simplen Tatsachen. Aber was spricht eigentlich dagegen, dass ein ausgebildeter Koch mehr verdient als ein Ernährungswissenschaftler?“
Armin Seemann
Freising

„Fachkräfte verzweifelt gesucht“; Titelseite 22./23. Januar

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