Abzocke am Skilift

„Skipass-Tricksern auf der Spur“; Titelseite 20. Februar

Abzocke am Skilift! Offensichtlich kriegen die Liftbetreiber ihren Kragen nicht mehr voll. Was, bitte ist verwerflich, wenn ich meine Tageskarte an einen Mitmenschen weitergebe? Wenn ich mir morgens um 8.30 Uhr eine Tageskarte für 36 Euro kaufe, erwerbe ich das Recht bis Abends um 16 Uhr die Liftanlagen zu benutzen, und wenn ich keine Lust mehr habe, kann ich mich doch ersetzen lassen? Denn komme ich erst um 10.45 Uhr an den Lift, muss ich immer noch eine Tageskarte zum vollen Preis kaufen, obwohl ich über zwei Stunden weniger die Liftanlagen benutze. Diese Tatsache wird von den Liftbetreibern wohlwollend in Kauf genommen. Eine Vergünstigung der Tageskarte tritt frühestens erst um 11 Uhr (32 Euro) in Kraft. Außerdem der Vergleich mit dem Freibad, den Herr König anstellt, hinkt, denn im Freibad kann man Stundenkarten kaufen und erhält immer die gleiche Qualität der Sportanlage. In den meisten Skigebieten hingegen findet man nachmittags hauptsächlich vereiste Pisten mit unangenehmen, zusammengeschobenen Schneehaufen, und dafür werden einem ab 14 Uhr immer noch 22 Euro abgeknüpft, für zwei Stunden. Früher wurde während des Tages die Piste wieder hergerichtet, was aber Sicherheitsprobleme mit sich brachte. Das hier eine gnadenlose Abzocke betrieben wird, würden auch die Liftbetreiber sehen, wenn sie einen klaren Blick hätten. Doch dafür Tageskarte mit einem bestimmten Kontingent ausgegeben, dann müssen die überdurchschnittlichen Vielfahrer nachzahlen, wie beim Freibad – technisch kein Problem. Die Preise sind aus einem Tiroler Skigebiet vor den Toren Münchens.

Johann Geiger Holzhausen

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