2 Leserbriefe

Söder ist gegen die Bundestagskandidatur von Maaßen

Söder gegen Maaßen-Kandidatur; Titelseite 9. April

Als die parteitaktischen Tricksereien der CDU dem Verfassungsschutz-Präsidenten zu blöd wurden, provozierte er seine Versetzung in den (vorläufigen) Ruhestand durch Seehofer. Seither wird Maaßen in konservativen Parteikreisen herumgereicht, eine Provokation für die Merkel-Anhänger bundesweit. In der Vorwoche wurde bekannt, dass der konservative CDU-Mann Hans-Georg Maa-ßen im Süden Thüringens von einem CDU-Kreisverband angeboten wurde, für die Bundestagswahlen im Herbst 2021 als Kandidat zur Verfügung zu stehen, was vom einfachen CDU-Mitglied Maaßen auch angenommen wurde. Seither überschlagen sich die Hintergrund-Aktivitäten, in Kakophonie orchestriert aus der Berliner CDU-Parteizentrale.

Dass nun aber Söders Meinungsäußerung auf Seite 1 des Münchner Merkur landete, dass er auf eine „kluge Entscheidung der CDU“ hinsichtlich dieser Bereitschaft für eine Kandidatur, schlägt dem Fass den Deckel ins Gesicht. Erstens ist Söder in Bezug auf innerparteiliche Gremienentscheidungen der „Schwesterpartei“ nicht zuständig, aber auch nicht um seine Meinung gefragt. Bekanntlich sind „Ratschläge immer auch Schläge“ - hier angesetzt gegen die CDU-Parteispitze in Thüringen und in Berlin. Im Bundesvorstand der CDU hat die CDU Thüringen vier Vertreter, die weder stumm noch taub sind, aber wissen, was der Vorwurf „Blockpartei“-Verhalten bedeutet.

Das „Durchstellen“ aus der Berliner Parteizentrale zeigt erneut Wirkung: Gremientermine für den Thüringer Landesverband wurden lt. Presse bereits verschoben. Warum wohl? Es dürfte erhebliche Überzeugungsarbeit notwendig sein, Maaßens frühere Majestätsbeleidigung gegenüber Merkel und zwei Nachfolgern als so gewichtig (!) darzustellen, dass untere Gremien (Kreisverbände) oder ein Landesverband einknicken und in die Knie gehen.

Was sich Marco Wanderwitz (CDU, parlamentarischer Staatssekretär) in dem Fall öffentlich angemaßt hat, wird allerdings durch die Meinungsäußerung Söders getoppt. Fragt sich nur, zu wessen Gunsten. Für den Beobachter ist derlei Aktionismus nichts anderes als eine kostenlose Wahlpropaganda für die die Opposition in Gestalt der AfD, die nach heutigen Umfragewerten in Sachsen die CDU bereits überholt hat: AfD 29,6 %, CDU 27,3 %, Grüne 12,0 %, Linke 9,6 %, SPD 7,3% und FDP 6,9% - Sonstige 7,3%. Wann endlich reagiert die Union auf die Schüsse, die sich hinter sol-chen Werte verbergen? Die Herbstblätter fallen, fallen wie von weit – nicht aus himmlischen Gärten. Sie fallen in trauriger Gebärde.

Willi Eisele

Wolfratshausen

So, dann sind also die Kanzlerin und Herr Söder gegen eine Kandidatur von Herrn Hans-Georg Maaßen? Den ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes und Mitglied der Werteunion in der CDU und langjähriges CDU Mitglied. Na und? Das müssen in einer Demokratie doch die Mitglieder des Orts oder Landesverbandes der jeweiligen Partei vor Ort entscheiden. Und nur ein kleiner Hinweis in einer Partei und im Leben muss man auch mit schwierigen Menschen und anderen Meinungen klar kommen. Das gilt auch für Spitzenpolitiker! Viel Erfolg Herr Maaßen und allen anderen Kandidaten.

Bernhard Heidl

Miesbach

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