Sozialer Dienst für die Jungen

Spahn: Pfleger aus dem Ausland holen; Titelseite 3. März

Das wird aus zwei Gründen schwierig; zum einen ist da die Sprachbarriere in einem Beruf, der einfühlsame sprachliche Kommunikation erfordert. Zum anderen ist da die Bezahlung; da haben wir gerade in Bayern die österreichischen und Schweizer Nachbarn, die ihre Pflegenden in allen Bereichen besser behandeln als die Deutschen in den beruflichen Rahmenbedingungen und der Bezahlung. Daraus folgt: Der Plan kann nur aufgehen, wenn wir zuerst unsere deutschen Pflegenden besserstellen. 

Kornelia Kühn Geretsried

Es ist eine Option, Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen. Mit dieser Option hat man bereits vor dreißig Jahren versucht, dem Pflegemangel in Deutschland Herr zu werden. Diese Pflegekräfte konnten keinen deutschen Satz sprechen, das Ende vom Lied war, wir konnten uns nicht am Telefon verständigen und Dokumentation wurde nicht geführt bzw. es wurde nicht verstanden, was geschrieben wurde. Ich glaube, wer da nicht dabei war, kann sich nicht vorstellen, wie es war und das in einer Universitätsklinik in München. Seit mehr als dreißig Jahren werden Lösungen gesucht und nicht gefunden, ob es die Schlecker-Mitarbeiterinnen waren oder Migranten – mit verbalen Lösungsvorschlägen waren Politiker schnell zur Hand, aber langfristig gebracht hat es kaum was. Was soll denn der arme alte Mensch immobil im Bett liegend machen, wenn die ausländische Pflegekraft ihn nicht versteht? Es ist in all den Jahren nicht gelungen, die Not des Menschen als Patient bzw. die Not des Menschen als Pflegekraft zu erkennen und das Problem von Grund an anzugehen, zum Beispiel der akademische Nachwuchs in der Pflege wird nicht vergleichbar honoriert, es gibt zu wenig pflegewissenschaftliche Arbeiten, das heißt zu wenig Zahlen, Daten, Fakten, welche Entscheidungsgrundlagen sind. Bei uns geht es leider nur mit Zahlen, Daten, Fakten. Die Arbeit auf Station, die Arbeit in den Wohnbereichen der Altenheime muss mehr Anerkennung durch die Gesellschaft erfahren. Wir müssen hinschauen, was vor Ort passiert, und nicht wegschauen. Es müssen mehr deutschsprachige Pflegekräfte auf Stationen und in Altenheime. Es müssen die Nachtdienste in Krankenhäusern und Altenheimen deutlich besser besetzt werden. Ein Hoffnungsschimmer ist der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, aber zaubern kann der halt auch nicht. 

Michaela Heinz Gröbenzell

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Minister Spahn, Bezug nehmend auf Ihre Ausführungen, ausländische Pflegekräfte anzuwerben, damit wir unseren Pflegekräftemangel bedienen können, erlaube ich mir, mal sehr deutlich Ihnen zu antworten. Die älteren Menschen, die unseren heutigen Wohlstand aufgebaut haben, müssen nicht von ausländischen Pflegekräften versorgt werden, sondern haben im Generationenvertrag das Recht, von uns gepflegt und versorgt zu werden. Wir müssen mal den Irrtum der großen Globalisierung und der Gleichmacherei der angeblichen großen Mitte ablegen, womit wir nur die AfD selbst aufgebaut haben, und zu den Wurzeln der gesellschaftlichen Entwicklung zurückkehren. Ich habe noch 18 Monate gedient, bekam einen Wehrsold von 80 DM. Diese Verpflichtung im Laufe eines jeden Lebens muss dringend wieder eingeführt werden, für Frauen und Männer, wahlweise zur Bundeswehr oder in soziale Dienste, und so haben Sie das Problem der Pflegekräfte leicht gelöst. Dieser Dienst tut jedem gut und hat den Vorteil, dass 1. die jungen Leute sich ihrer Verantwortung für den Nächsten bewusst werden, 2. ihre Verpflichtung zum Vaterland aufgebaut wird, 3. mal zu lernen, mit wenig Geld auszukommen. All das haben wir gelernt und ich wünsche es den jungen Leuten, auch diesen sehr wichtigen Lebensabschnitt erfahren zu dürfen. Möge Gott Ihnen die Einsicht geben, wieder an das Fundament unseres Vaterlandes zu denken und zu erkennen, dass die großen historischen Leistungen von Konrad Adenauer, Ludwig Erhard und Franz Josef Strauß noch ihre Gültigkeit haben und auch in Zukunft haben werden. 

Georg Schöppner Kochel am See

Neuer Gesundheitsminister, neue Erkenntnisse. Herr Spahn möchte jetzt Pflegefachkräfte aus dem Ausland holen. Anscheinend ist er noch nicht darüber informiert worden, dass die Pflegeeinrichtungen und Kliniken dies bereits seit einigen Jahren tun. Viele Einrichtungen haben Kooperationen mit Agenturen, die im Ausland Pflegefachkräfte akquirieren. Dies ist keine neue Idee. Herr Spahn hat Recht damit, dass die Anerkennung dieser Fachkräfte schneller gehen muss, zum Teil warten Mitarbeiter zwischen ein bis zwei Jahre auf ihre Anerkennung. Zum Teil ist dies sicherlich auch gerechtfertigt. Pflegefachkräfte aus dem Ausland haben in ihrer Heimat meistens ein Studium absolviert, sind zwar in der Theorie sehr gut, haben aber kaum Praxis. Viele der Pflegefachkräfte gehen in die Kliniken, weil sie dort ihr Aufgabengebiet als Fachkräfte mit Studium sehen. Die Pflegeheime werden oft als Sprungbrett gesehen, bis die Anerkennung durch ist. Es ist höchste Zeit, dass wir in Deutschland etwas tun, damit dieser Beruf einen anderen Stellenwert bekommt. In keinem anderen Land ist die Pflege kranker und alter Menschen so schlecht angesehen, wie in Deutschland. Wenn man sich den demografischen Wandel ansieht, sollte man hier schnellstens etwas ändern, denn Menschen die pflegen, werden in Zukunft noch mehr gebraucht. Ursachenbekämpfung ist angesagt, sprich leistungsgerechte Bezahlung der Pflegekräfte, höhere Personalschlüssel, Wertschätzung. Positive Berichte in der Presse anstatt nur Skandale würden das Ganze auch unterstützen.

 Ursula Cieslar Ottobrunn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Steuerreform dringend nötig
Scholz contra Altmaier;Titelseite 13. Oktober
Steuerreform dringend nötig
Zur Wahl am Sonntag: Gehen Sie hin!
Stoiber: Nicht mit denGrünen; Titelseite, ZurLandtagswahl in Bayern;Leserforum 10. Oktober
Zur Wahl am Sonntag: Gehen Sie hin!
Mandat missachtet?
EuGH-Gutachter:EZB-Ankäufe sind zulässig;Titelseite 5. Oktober
Mandat missachtet?

Kommentare