Eine Änderung am Tag

„Meldesystem gegen Sprit-Abzocke“; Titelseite 23./24. März, „Meldesystem“; Leserbriefe 25. März

Die Gesetzesinitiative für die Einführung einer Markttransparenzstelle für Benzinpreise muss wohl von Tankstellenbetreibern gekommen sein. Zukünftig sind damit indirekte Preisabsprachen für die Kraftstoffpreise noch leichter möglich: Eine Tankstelle erhöht die Preise und sieht – ohne den Bürosessel verlassen zu müssen – innerhalb weniger Minuten, ob die Konkurrenz mitzieht. Falls nicht, können sie die Preise gleich wieder senken. Es ist dann sogar technisch möglich, dass die Preise ganz oder teilweise vollautomatisch an die Nachbartankstelle gekoppelt werden. Mit Wettbewerb hat das nichts mehr zu tun. Nur wenn das Gesetz so erweitert wird, dass nur noch einmal täglich Preisänderungen vorgenommen werden dürfen, wird ein Vorteil für die Verbraucher entstehen. Eine Preiserhöhung wäre dann ein echtes Risiko für die Tankstelle: Wenn die Wettbewerber nicht mitziehen, gibt es einen Tag Umsatzausfall, da sie nicht sofort wieder zum alten Preis zurückspringen könnten. Nur so gehörte die Abzockerei mittels Preissprünge der Vergangenheit an.

Albert Orterer Wackersberg

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