Keine satte Lohnerhöhung

Öffentlicher Dienst: 4,75 Prozent plus; Titelseite 30. April/1. Mai

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Ein guter Tarifabschluss im öffentlichen Dienst war es auch in diesem Jahr wider für Bund, Länder und Kommunen. Die Beschäftigten dürfen sich freuen über eine satte Lohnerhöhung. Das bedeutet für die Gesundheits- und Krankenpflegerin im Dreischichtbetrieb und bei einem Bruttogehalt durchschnittlich von 2800 Euro Brutto (Brutto!) ein mehr von 67,20 Euro im Monat mehr. Aber nicht auf dem Konto. Dort landen davon, wenn die kalte Progression abgezogen wird zirka 30 Euro. Dafür wird ihr am Ende die Jahressonderzahlung eingefroren auf dem Niveau von 2015 und zusätzlich 4 Prozentpunkte weniger ausbezahlt. Das entspricht etwa der Lohnerhöhung von einem halben Jahr. Freuen dürfen sich die Kollegen auch über den Verbleib der Zusatzversorgung für zwei weitere Jahre. Sie müssen nur etwas mehr einbezahlen. Das geht dann auch noch von der satten Lohnerhöhung weg. Und in zwei Jahren werden die Tarifparteien wiederum über die radikale Veränderung der Zusatzversorgung verhandeln. Nicht nur das immer mehr qualifiziertes Personal in Krankenhäusern durch nicht gelernte Kräfte ersetzt werden. Die verbliebenen Kollegen müssen sich auch noch anhören das sie jetzt wieder 900 Millionen im Jahr mehr kosten.

Matthias Pflüger Wolfersdorf

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