Vergessenes Elend

Christian Deutschländer: JU setzt Merkel ein Ultimatum; Titelseite 27. November

Von der künftigen politischen Entwicklung in unserem Land wünsche ich mir nichts sehnlicher als ein Verbot der grauenvollen Schlachttiertransporte ins Ausland. Letzte Woche gab es einen Film hierüber, der unter https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad nachträglich angeschaut werden kann, was ich insbesondere Bauern, Viehhändlern und Amtstierärzten dringend empfehlen möchte! So mancher Bauer sagt, dass er seine Tiere nur innerhalb Deutschlands zur Weitermast vermarktet oder höchstens in ein Nachbarland, weil hier ja die Fahrt nicht weit ist. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Tiere dann auch dort geschlachtet werden. Der Film zeigte, dass immer mehr Rinder und Schafe aus Deutschland und Europa in die Türkei und nach Nordafrika transportiert werden. Vor allem an der Grenze zwischen Bulgarien und Türkei stehen die Tiere im Hochsommer bei über 35 Grad Hitze wegen Stau und bürokratischer Hürden oft tagelang in den Transportern und verdursten teilweise qualvoll; die noch lebenden werden riesige Strecken weitertransportiert, um schließlich betäubungslos geschächtet zu werden. Obwohl der Koran vorschreibt, dass Tiere möglichst schnell und schmerzlos mit einem einzigen Schnitt getötet werden sollen, klappt das in den großen Schlachthäusern überhaupt nicht oder man bemüht sich erst gar nicht darum. Besonders grauenvollen Zustände wurden in Nordafrika heimlich gefilmt, wo es Tradition ist, dass die Tiere vor dem Schächten noch extra gequält werden; dort ist es üblich, dass man ihnen zur vorherigen „Belustigung“ die Augen aussticht und die Beinsehnen durchschneidet, was in dem Film zu sehen war! 

Angela Selmeier München

Als am Dienstag, den 21. November 2017 gefühlt fast jeder interessierte Bundesbürger die Berichte über die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen in den Medien verfolgte und auch in den sozialen Netzwerken eifrig kommentierte, wurde auf ZDF eine Reportage in der Reihe 37 Grad gesendet, die uns buchstäblich das Blut in den Adern gefrieren ließ und wieder ein tägliches Elend in Europa aufzeigte, leider interessiert sich fast niemand dafür. Es ging um das Elend der Schlachttiere, wer denkt, er wäre durch die Dokumentationen aus den 90iger Jahren hinsichtlich dieses Themas, und die darauf folgenden Disskusionen, EU Beschlüsse, etc. nur leicht optimistisch, bezüglich der Umsetzung des „Tierwohls“, wurde durch diese Dokumentation leider wieder mit der grausamen Realität konfrontiert. Es wurde als EU Richtlinie beschlossen, dass das Wohl des Tieres bis zum Schlachtort gewährleistet sein muss, die Dokumentation zeigt, dass ab der EU Grenze keine Richtlinie mehr gültig ist, die Bilder aus den 90er Jahren, wo ein Rind, aufgehängt an einem (durch das Körpergewicht gebrochenes Bein) per Kran auf ein Schiff nach Nordafrika verladen wird, sind wieder Realität. Dass Schafe und Kühe Lkw-weise an der türkischen Grenze bei über 40 Grad sterben dto., Trächtige Kühe gebähren während des Transportes Kälber, die durch die Enge des Transporters tot getrampelt werden. Die Aufnahmen eines Schlachtprozesses an einem im Allgäu gezüchteten Bullens in einem ägyptischen Schlachthof sprengen jedes Maß an Grausamkeit, das man sich vorstellen kann. Nun können wir weder im nahen, noch im mittleren Osten die Verhältnisse in den Schlachthöfen, geschweige, der Empathie einem Tier gegenüber beeinflussen, es ist aber nicht verständlich, dass in der EU immer noch lebende Tiere in Drittländer ausgeführt werden, bzw. beispielsweise 2 Wochen alte Kälbchen von Litauen nach Spanien transportiert werden und danach nach Nordafrika. Jeder Züchter sollte nachvollziehen können, wohin sein Tier verkauft wird, bzw. seiner Verantwortung dem Tier gegenüber nachkommen. Auch das Argument des Halal, bzw. Koscher Schlachtens wird gerne angeführt, es steht uns auch nicht zu, über andere Kulturen zu urteilen, sehr wohl aber über Grausamkeiten. Weder Koran, noch Tora schreiben vor, dass ein Tier bei vollem Bewusstsein geschlachtet wird, man kann ein Tier elektrisch so betäuben, dass es halal bzw. koscher geschlachtet wird, in Europa gibt es solche Schlachthöfe. Es gibt deshalb keinerlei Argument, außer der unermesslichen Profitgier des Menschen, lebende Schlachttiere in Drittländer auszuführen. Dies sollte auch unseren Landwirtschaftsminister interessieren.

 Susanne Holzer & Petra Niekiel Widdersberg

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