Die will keiner haben

Trendwende bei Geburtenrate; Titelseite 4. Oktober

Deutschland wächst, die deutsche Bevölkerung wächst – wer oder was wächst da eigentlich genau? Ich habe jetzt exakt mein halbes Leben, nämlich 28 Jahre, in Bayern gelebt (und bin dankbar, dass ich hier sein darf). Ich würde aber nicht wagen, mich deshalb als Bayern zu bezeichnen. Anders ist es mit dem modernen Sprachgebrauch von Deutsche/Deutscher. Deutsch ist man, wenn man hier schon länger gelebt hat, aber auch wenn man „hinzugekommen ist (Merkel). Ich bin Flüchtlingshelfer, wage also von mir zu sagen, dass ich keinen Fremdenhass hege; in einem Ort mit über fünftausend Einwohnern einer von maximal noch fünf Personen, die sich in diesem Bereich engagieren. So sehe ich, dass in unserem kleinen Haus für Flüchtlingsfrauen in den vergangenen zwei Jahren sieben Kinder geboren wurden, wobei nur eine Frau in einer Partnerschaft lebt. Ich habe mich über jedes dieser Kinder gefreut, aber was soll aus diesen Kindern werden? Deutsche? Das ginge nur, wenn diese Menschen wirklich in unsere Gemeinschaft aufgenommen würden; aber wer will denn mit ihnen zu tun haben? Kürzlich fragte ich eine Aktive von der Nachbarschaftshilfe, ob sie denn nicht irgendwelche Kammerln für unsere paar anerkannten Eritreer wüsste. Antwort: Die will doch keiner haben. Etwas Beleuchtung braucht auch der unauffällig daherkommende Begriff Nettozuwanderung = Zuwanderung minus Zahl der im gleichen Zeitraum emigrierenden Deutschen, was nichts anderes heißt als, dass der, der die Mittel hat, dieses Land verlässt, weil er sieht, was sich hier anbahnt. 

Johannes Appelshoffer Moosinning

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