Die Meinungsfreiheit hochhalten

Erdogan erhebt Nazi-Vorwürfe; Titelseite, Alexander Weber: Nicht Erdogans Spiel spielen; Kommentar, Attacken aus Ankara; Politik 6. März

Kurz und bündig: Die Wahlkampfreden (Hetzreden gegen Deutschland) in Deutschland durch türkische Minister und auch vielleicht durch Möchtegern Despoten Erdogan gehören rigoros, auch wenn es manchen unserer Politiker nicht gefällt, verboten. Solche Auftritte haben mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Ach ja, und die Türken, die so für ihren Heilsbringer Erdogan sind, sollen doch in ihr hochgelobtes Land Türkei zurückgehen. Wir brauchen solche Leute nicht, die nur Unfrieden in unser Land bringen und meinen, wir müssten uns nach ihnen richten. Das war‘s.

 Franz G. Schäfer Icking

Die überwältigende türkische Mehrheit ist in erster Linie nationalistisch und religiös geprägt. Auch die Deutschtürken, mit denen ich gesprochen habe, wollen zu allererst Türken sein. Das macht es Erdogan nicht schwer sein Programm an die Leute zu bringen. Einen Liberalismus wie bei uns, lehnt die überwältige Mehrheit der Türken, auch der Türken in Deutschland, für die Türkei ab. Mich wundert die Haltung unserer Politiker, Wahlkampfreden einer Partei (AKP) die demokratisch gewählt und von deutschen Politikern als legitim anerkannt ist, in Deutschland an das türkische Wahlvolk verbieten zu wollen. Vor allem die sonst so für endlose Liberalität werbenden Grünen, wollen plötzlich viel Verbieten. Wirkliche Liberalität schätzen sie nur, wenn es ihnen auch ins Konzept passt. Wir sollten die Türken nicht Schulmeistern und darauf bestehen, dass sie so sind wie wir, also alle unsere Regeln für ihre Staatsform übernehmen. Wer sind wir dass wir uns das anmaßen können? 

Walter Herzog Otterfing

Wenn man die Trotzreaktionen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan so beobachtet, fragt sich der eine oder andere Leser, ob dieser Herr in seinem Größenwahn glaubt, die Bundesrepublik sei eine nördliche Provinz Ankaras von Erdogans Gnaden? Ob- wohl selbst nicht gerade als lupenreiner Demokrat bekannt hat er wohl vergessen: Zeigt man mit einem Finger auf eine Person, so deuten allemal drei Finger auf einen selbst zurück. Jetzt werden auch die Nachteile einer doppelten Staatsbürger- schaft bekannt: Hätte sich der deutsch-türkische Korrespondent Yücel mit nur einer Staatsbürgerschaft begnügt, dann wäre ihm leich- ter zu helfen gewesen und die Türken hätten ihn eventuell als persona non grata ausgewiesen. Jeder normale Mitmensch hat eben nur ei- ne Mitbürgerschaft, die man zweifelsohne ungern wie ein Hemd tauscht. Offenbar bringt diese doppelte Staatsbürgerschaft eben nicht nur Vorteile mit sich. Die Türkei ist wirklich ein schönes Urlaubsland, die Menschen sind freund- lich und offen, das Wetter ist meist gut. Aber muss ich tatsächlich in einem Land Urlaub machen, in welchem man uns Deutschen mitsamt unserer Regierung beleidigt und als Nazis beschimpft? Die Sonne scheint eben auch über andere Urlaubsländer schön. 

Dr. Hans G. Raasch Lenggries

Was macht zu viel und zu lange währende Macht mit der Psyche, mit dem Charakter des Menschen? Schauen wir uns die Mächtigen dieser Welt einmal genauer an. Jeder weiß, wer gemeint ist. Sie sorgen ja täglich dafür, um im Gespräch zu bleiben. Wie würde wohl ein psychiatrisches Gutachten ausfallen? Auffälligkeiten sind offensichtlich, ja unübersehbar. Die Gier nach Macht und immer noch mehr Macht, verbunden mit despotischen Alleinentscheidungen, stehen im Vordergrund. Das Wohl des Landes und somit auch des Volkes sind nicht mehr von Bedeutung. Es geht nur noch um das persönliche Ego. Die Geschichte sollte es uns gelehrt haben, es endet stets in der Katastrophe. Verantwortungslose Diktatoren waren rückblickend und letztendlich nur noch kranke Psychopaten. Mir graut bei dem Gedanken, dass diese Typen über unendlich viele Waffen, auch Atomwaffen, verfügen, die die ganze Erde drei Mal in Luft jagen könnten, ein Mal ist offensichtlich nicht genug. Und es wird munter weiter aufgerüstet. Hannelore Grüning Wiessee

Unappetitlich, Operetten-Demokratie, Pascha, Missbrauch, im Einzelfall entscheiden, Wasser auf die Mühlen. Naive Worte, die dem Diktatur-Rutsch in der Türkei nicht gerecht werden, ja sogar gefährlich verharmlosen. Entschiedenheit im Entgegentreten, Geschlossenheit in der Verteidigung der Demokratie und der Pressefreiheit ist jetzt gefordert. Chaos, gewaltsames Niedermetzeln von Demonstrationen, Wasserwerfer, Tränengas, Gummigeschosse, ja bis hin zu Folter in den Gefängnissen. Das ist die Türkei der Gegenwart, die in die EU will und gleichzeitig Deutschland droht. Was wollen wir uns noch alles bieten lassen, in der Abhängigkeit des Flüchtlingsdeals? Das sind die wahren Nazimethoden. Weltweit die meisten Journalisten sitzen in türkischen Gefängnissen. Wann verbietet die EU und Deutschland ganz allgemein Propaganda von Diktaturen in Demokratien? Es ist Zeit, wehret den Anfängen! Von Freundschaft kann da doch keine Rede mehr sein, das hilft den eingesperrten Menschen, den Menschenrechten in der EU und auf der Welt nicht, die mit Füßen getreten werden, auch nicht. Im Dritten Reich haben auch viele weggeschaut, wohin das führt, wissen wir alle. 

Stefan Bruckner Unterhaching

Wir können nicht alles verbieten, was uns nicht gefällt. Die Türkei ist schon seit Jahren eine demokratisch gewählte Diktatur. Gefällt auch mir nicht, ist aber Entscheidung der türkischen Bürger. Diktatorische Maßnahmen sollten auch immer wieder angeprangert werden. Deutschland ist aber stark genug, die Auftritte türkischer Politiker auszuhalten. Löst Veranstaltungen, die gegen das Gesetz verstoßen, konsequent auf! Lasst uns die Meinungsfreiheit hochhalten, auch wenn die Meinung uns nicht gefällt! Wenn das nächste mal deutsche Politiker in die Türkei reisen wollen, dann fahrt, ohne Erdogan zu fragen! Was ich nicht verstehe, dass ein Teil der in Deutschland lebenden Türken die deutsche Demokratie genießen, aber eine Diktatur unterstützen. Muss ich alles verstehen? Wenn ihnen die türkische Diktatur besser gefällt, warum leben sie nicht da? Meinungsfreiheit für alle. Für Erdogan, aber auch für den inhaftierten deutschen Journalisten. 

Bernd Hunck Grünwald

Herr Achmed Ister sagt: „Erdogan hat den Türken, die in Deutschland leben, ihre Ehre zurückgegeben……“ Eine Frage stellt sich sofort: Welche Ehre wurde den hier lebenden Türken in Deutschland genommen? Und warum kann diese vermeintlich geraubte Ehre von Erdogan wieder zurückgegeben werden? Dem eingeborenen Deutschen und aufmerksamen Beobachter des Zeitgeschehens ist nicht bekannt, dass den Türken hierzulande, eine irgendwie geartete „Ehre“ genommen worden wäre – „Ehre“ ist ein subjektiver Begriff. Die „Würde des Menschen“ kann missachtet werden (Art 1 GG) aber keine „Ehre“. Herr Erdogan instrumentalisiert die hier lebenden Türken für seine Zwecke. Dazu gehört auch, dass er versucht mit seinen Kampagnen, Deutsche und Türken in diesem Staat wie Hunde aufeinanderzuhetzen. Dagegen müssen die politisch Verantwortlichen hierzulande und ihre Bürger sich wehren. Das können sie, wenn sie Herrn Erdogan und seine Minister daran erinnern, dass der Artikel 8/GG „Versammlungsfreiheit“ ausschließlich für „Deutsche“ gilt. Dort heißt es nämlich: „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.“ Her Erdogan und seine Minister sind aber keine Deutschen! Herr Erdogan und seine Entourage ist der Zutritt in unseren Staat zu verbieten. 

Reinfried Brunsch Freising

Erdogan wirft Deutschland Nazipraktiken vor. Der türkische Nationalist irrt in seiner Auffassung und ist meilenweit von einer handelbaren Demokokratie entfernt. Der islamisch/türkische Erdogan im braunen Nadelstreifenanzug verachtet die Deutsche Demokratie in seiner praktizierenden Meinungsfreiheit. Erdogans Hintergrund seiner präsidialen Installation in seinem Land ist in erster Linie das massive Eingreifen und Verbreiten der Islamischen Ideologie in Deutschland und den anderen europäischen Staaten. Warum fordert Erdogan seine in Deutschland lebenden, ihm zustimmenden Landsleute nicht auf, Nazi-Deutschland sofort zu verlassen? Bei uns wird doch niemand gezwungen, in einer rechtsstaatlichen Demokratie zu leben. Die Bundesregierung in Berlin ist aufgefordert, grundsätzlich ausländische Wahlkampfreden und die Verbreitung der islamischen Ideologie in Deutschland zu verbieten. Wann nimmt das ein Ende, dass sich der türkische Abzocker Erdogan durch Erpressung viele Millionen Euro aus Berlin und Brüssel holt. Aufgrund meines Leserbriefes dürfte es gefährlich sein, in die Türkei zu reisen. Ich gehe davon aus, dass ich bereits bei Ankunft in einem türkischen Flughafen wegen Spionage, Volksverhetzung etc. verhaftet werde. 

Josef Reischl Bad Birnbach

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nicht signifikant
Dramatischer Klima-Report aus USA; Titelseite 12./13. August
Nicht signifikant

Kommentare