Corona im Leserforum

Meinungen zur Corona-Lage

26 Milliarden Euro aus EU-Fonds; Wirtschaft 28. April

In der heutigen Ausgabe des Münchener Merkur steht, dass Deutschland von dem 750 Milliarden Euro umfassenden europäischen Corona-Wiederaufbau-Fonds circa 26 Milliarden Euro erhalten soll. Dieser europäische Fonds soll durch zusätzliche neue Steuern, wie Digital-Steuer, Plastik-Steuer, CO2-Steuer, Finanztransaktionssteuer usw. finanziert werden. Die EU macht zwar erst mal die Schulden für den Wiederaufbau-Fonds, haftet aber nicht dafür. Die Haftung übernehmen die EU-Mitgliedsländer mit ihren Anteilen am EU-Haushalt. Deutschlands Anteil ist 27 %, also muss Deutschland für 202,5 Milliarden Euro haften, bekommt aber nur 26 Milliarden Euro zurück. Verstehe ich diesen Beschluss richtig?

Dieter Haberl

Eching

Georg Anastasiadis: Fair miteinander umgehen!; Kommentar 26. April

Rüge fürs RKI: Das Robert Koch Institut hat mit Indiz von 300 uns im März gewarnt. Nun ist es nicht eingetroffen und schon wird das RKI gerügt. Herr Anastasiadis weiß allerdings nicht, dass die hohen Inzidenzwerte nicht eingetroffen sind, weil wir alle besonders vorsichtig geworden sind. In meiner Hausarztpraxis wurden wir alle besonders auf die steigenden Werte aufmerksam gemacht, um diese höheren Werte zu vermeiden. Die Pfleger meines Mannes werden seit Anfang März zweimal wöchentlich getestet und nur wenn sie negativ sind dürfen sie meinen Mann versorgen. Ich bin sicher nicht die Einzige die sich die Warnung des RKI zu Herzen genommen hat.

Birgit Baguley

Schliersee

Öffnungs-Wirrwarr in Murnau; Bayern 28. April

Die Corona-Regeln versteht ja nun mittlerweile kaum noch jemand. Als Inhaberin eines Ladengeschäfts für Stoff, Wolle und Kurzwaren habe ich in den vergangenen Wochen mehr oder weniger die Aufgaben eines Regierungssprechers übernommen, in dem ich die täglich gültigen Regeln der Kundschaft erklären musste. Nun verstehe auch ich die Welt nicht mehr: Neuerdings dürfen Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen - soweit, so gut. Nachvollziehbar und verständlich. Denn dort werden verderbliche Waren verkauft. Warum nun dürfen auch Buchhandlungen wieder inzidenzunabhängig öffnen? Verderbliche Ware? Eher nicht! Über Instagram habe ich von einem Laden erfahren, der auch ab Mittwoch 28. April wieder öffnet, weil er angeblich systemrelevant ist. Vielleicht, weil ein paar Bücher verkauft werden?! Außerdem werden dort aber auch Geschenke und ähnliche Dinge verkauft. Was unterscheidet diese Läden von uns, die wir Material zum Beispiel auch für Änderungsschneidereien - also an Gewerbekunden - verkaufen? Wer kontrolliert, welcher Laden geöffnet werden darf beziehungsweise öffnet, weil dieser denkt dies tun zu dürfen? Ich halte mich sehr gerne an die Regeln, wenn es dazu beiträgt, die jetzige Situation zu verbessern. Dann wäre aber auch eine konsequente Umsetzung notwendig. Ein Aufweichen an allen Ecken ist nicht zielführend. Ich wende mich heute an Sie, weil ich mir Antworten erhoffe, die sie vielleicht durch ihre Recherche schon erhalten haben. Von Politikern erwarte ich da nicht sehr viel.

Ulrike Hess

Ottobrunn

Kann jemand von den Corona-Kundigen erklären, wieso die Läden, Hotellerie und Gasthäuser geschlossen sind, wenn sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass sich die meisten Menschen innerhalb der Familie und bei privaten Feiern infizieren. Notiz in der Tegernseer Zeitung und vor einigen Wochen Interview mit dem Oberbürgermeister von Frankfurt an der Oder, hier 82 % im privaten Bereich. Wenn die Schließungen Erfolg hätten, wären die Inzidenzwerte ja niedriger. Vermutlich müsste man woanders ansetzen. Das wiederum würde dann die ganze Corona-Politik auf den Kopf stellen – dies wäre für die Verantwortlichen vermutlich fatal.

Hans Stoib

Bad Wiessee

Christian Deutschländer: Zeitspiel mit den Grundrechten; Kommentar 28. April

Die Neuverschuldung beträgt nun 240 Milliarden Euro, das sind 3000 Euro je Einwohner der BRD oder 250 €uro je Monat oder 10 Euro je Werktag; wahrlich, eine stolze Belastung der folgenden Generationen. Dabei wird so getan, als ob die jetzige Notlage demnächst beendet wäre und wir dann wieder unbekümmert leben könnten. Der Impfzug für die ganze BRD ist noch lange nicht vorbei; keiner weiß, wie lange eine Impfung vorhält, wann also ein zweiter Impfzug fällig wird.

Nun sollten vorab Kindergarten/Schulpersonal, Bedienungen und Busfahrer geimpft werden, man will ja von der Impfung bzw. Genesung etwas haben. Warum fallen die Seniorenprogramme immer noch aus, da dieser Personenkreis doch schon durch die Impfung ist? Warum unterstützt man die Gastbetriebe finanziell, statt sie unter Bedingungen zu öffnen? Dann gibt es eben dort einen Block, wo Geimpfte und Genesene wieder ohne Maske nebeneinander sitzen können wie auch anderswo. Sie weisen sich aus, setzen sich an den Platz und nehmen dort die Maske ab. Analog kann man einen „Geigenblock“ in anderen Bereichen bestimmen. Vielleicht kann dann auch das eine oder andere Hallenbad wieder öffnen? Dazu wäre es allerdings nötig, einen Ausweis zu erstellen: für die Jüngeren wohl digital, für die älteren auf Papier, was die Gemeinden tun können, denn dort liegen die Passbilder vor. Die Italiener haben das schon. Wie lange wird das bei uns noch verschlafen werden?

Wendelin Rasenberger

Eichenau

Bayern lockert wieder leicht; Titelseite 28. April

Inzidenz 165 – eine Oma fragt: warum? Warum bleiben bei uns die Schulen bei 147 geschlossen? Warum entfällt die Online-Stunde von 10 bis 11 Uhr, wenn von 8 bis 9 Uhr Materialausgabe in der Schule ist? Warum werden Klassen für den Online-Unterricht nicht geteilt? Gerade in den Klassen 1 bis 3 arbeitet es sich doch intensiver in kleinen Gruppen.

Was tun Lehrer eigentlich nach einer Stunde Online-Unterricht? Soweit mir bekannt ist, bekommen diese keine 65 % Kurzarbeitergeld. Vor- und Nachbereitung der Stunde haben die Lehrer auch bei normalem Schulbetrieb. Da stellen sich mir doch noch so einige Fragen. Sind nicht unsere Enkel die Zukunft unseres Landes? Eltern leisten seit 14 Monaten erstaunliches – dafür sage ich mal Danke. Sie sind aber keine Pädagogen im Sinne der Vermittlung von Lerninhalten für ein komplettes Schuljahr. In 14 Monaten hat es unsere Politik nicht geschafft, für Schulen eine vernünftige Lösung zu finden Ich finde das beschämend. Lernen soll Kindern Spaß machen, gute Ergebnisse sie beflügeln davon sind wir gerade weit entfernt.

Anneros Kießling

Bad Tölz

Auch interessant

Kommentare