Umdenken, nicht festhalten

„3. Startbahn: Ude fordert Aufschub“; Titelseite 13. Januar

„,Was interessiert uns unser Geschwätz von gestern‘ könnte als Überschrift über den Äußerungen einiger CSU-Granden prangen. Wurde uns nicht vor der Wahl großmundig versprochen, die Notwendigkeit einer weiteren Startbahn fair und ergebnisoffen zu diskutieren? Und jetzt? Kaum wagt sich ein Politiker, namentlich Herr Ude, aus der Deckung und beginnt zu denken, schon erhebt sich das Geschrei derer, die ja angeblich noch offen für alle Richtungen sind. Also doch mal wieder nur leere Worthülsen, um den Wähler mundtot zu machen und sich für weitere vier Jahre die Macht zu sichern. Es ist beschämend und traurig zugleich, für wie dumm uns unsere Politiker halten. Nach diesen Äußerungen von Herrn Huber und Herrn Herrmann ist es doch wohl offensichtlich, dass in internen CSU-Kreisen schon der Betonlieferauftrag für die dritte Bahn ausgehandelt wurde. Ach ja, Herr Huber, bevor Sie sich zu weit aus dem Fenster lehnen und Politiker als Bedenkenträger diffamieren, für die der Begriff Volksvertreter nicht nur mit Machtdenken und möglichst hohen Pensionsansprüchen besetzt ist, sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen. Mit ein paar kleinen Ansätzen zum Bedenkenträger hätten Sie sich in Ihren verschiedenen Ämtern in Sachen Landesbank und Hypo Alpe Adria sehr schön profilieren und uns Steuerzahlern mehrere Milliarden Euro sparen können. Ein Platz in der Ruhmeshalle wäre Ihnen sicher gewesen. Aber Menschen Ihres Schlages wird so etwas durch die ewige Gier und die Großmannssucht wohl leider auch weiterhin verwehrt bleiben. Sie verlassen sich lieber auf die Aussagen einiger verblendeter Möchtegern-Manager, deren erstes Wirtschaftscredo lautet: ,Fülle Deine eigenen Taschen, und mach’ Dich aus dem Staub.‘ Es bleibt zu hoffen, dass es bald wieder mehr Politiker gibt, die, wie Herr Ude, beim Regieren auch ihren Verstand weiter benutzen und gegebenenfalls auch mal von einer eingeschlagenen Richtung wieder abweichen können, weil sie erkennen, dass der falsche Weg beschritten wurde. Und die eben nicht warten, bis das Kind mit dem Bade ausgeschüttet ist, und dann so tun, als hätten sie von nichts gewusst.“

 Markus Krimmer Sünzhausen

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